Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Tokio 2020Gewichtheberin als erste Transgender-Athletin bei Olympischen Spielen

Neuseeländerin Laurel Hubbard muss dafür sorgen, dass Testosteronspiegel unter einem bestimmten Wert liegt. Sie ist eine Konkurrentin der Österreicherin Sarah Fischer.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Laurel Hubbard
Laurel Hubbard © (c) AP (Mark Schiefelbein)
 

Erstmals wird eine Transgender-Athletin an den Olympischen Spielen teilnehmen. Das Nationale Olympische Komitee Neuseelands (NZOC) nominierte am Montag die Gewichtheberin Laurel Hubbard für die Spiele in Tokio. Die 43-Jährige aus Auckland hieß früher Gavin und ließ 2012 ihr Geschlecht operativ ändern. Sie tritt in der Klasse bis 87 Kilogramm an. Und ist damit eine Konkurrentin der Österreicherin Sarah Fischer.

"Ich bin dankbar und demütig für die Freundlichkeit und Unterstützung, die mir von so vielen Neuseeländern gegeben wurde", sagte Hubbard laut Mitteilung des NZOC.

Laut den Regeln des Internationalen Olympischen Komitees muss eine Transfrau zum einen erklären, dass ihre Geschlechtsidentität weiblich ist. Diese Erklärung darf vier Jahre nicht geändert werden. Zudem muss die Athletin nachweisen, dass ihr Testosteronspiegel mindestens zwölf Monate vor dem Wettkampf unter einem bestimmten Wert liegt. Die Richtlinien gelten seit November 2015. "Das übergeordnete sportliche Ziel ist und bleibt die Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs", heißt es darin.

Bis zu ihrer Geschlechtsangleichung war Hubbard als männlicher Gewichtheber aktiv. Als Frau trat sie 2018 bei den Commonwealth Games an, brach sich im Wettkampf den Arm und fiel lange aus. 2019 gewann sie bei den Pazifikspielen im Inselstaat Samoa den Titel. Ihr Start bei Frauen-Wettkämpfen ist nicht unumstritten. Konkurrentinnen sehen Hubbard im Vorteil.

NZOC-Chef Kereyn Smith betonte, dass Hubbard alle Vorgaben und Kriterien für eine Olympia-Teilnahme erfüllt hat. "Wir erkennen an, dass die Geschlechtsidentität im Sport ein hochsensibles und komplexes Thema ist, das eine Balance zwischen Menschenrechten und Fairness auf dem Spielfeld erfordert", sagte sie.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung!
Kommentieren