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Squash

Ein Nachzügler mit fünf Staatsmeistern

Fünf Staatsmeister aus drei Nationen schlagen für USC 2000 Graz auf. Doch die Konkurrenz in der Squash-Bundesliga bietet Weltklasse auf.

Die Suqash-Szene ist klein, aber engagiert © HEIGL
 

Keine Frage, der Squash-Sport hat in Österreich schon bessere Zeiten erlebt. In den 80er-Jahren gab es einen riesigen Boom, jeder „musste“ den Sport ausüben. Doch so schnell wie der Boom gekommen war, so schnell war er wieder weg. Was blieb, ist eine kleine, engagierte Szene, die ihrem Sport mit großer Leidenschaft nachgeht. Und: eine Bundesliga auf Weltklasse-Niveau. Glauben Sie nicht? Dann empfiehlt sich ein Besuch bei einem Heimspiel des USC 2000 Graz im Sportcenter Players.

Die Grazer setzen auf eine ganze Armada an Staatsmeistern: Diesmal waren es mit Andrea Torrecini (italienischer Meister 2008), Martin Mosnik (slowenischer Meister 2011 bis 2014) und Lokalmatador Gerhard Schedlbauer (österreichischer Meister 2000) drei an der Zahl. Ebenfalls im Kader stehen aber auch der sechsfache österreichische Meister David Huck (diesmal verletzt und durch Christoph Kiedl ersetzt) und der Südafrikaner Shaun le Roux, regierender Meister in seinem Heimatland, der im Jänner für die Grazer spielen wird.

Weltklassespieler

Wer jetzt aber glaubt, dass die USC-Truppe mit diesem Staraufgebot die Liga dominiert, der irrt gewaltig. Nach acht Runden ist Graz mit drei Unentschieden Letzter! Denn die anderen Bundesligavereine haben noch ganz andere Kaliber in ihren Reihen: Titelverteidiger Wiener Neudorf setzt etwa auf die Nummer zwei der Welt, den Franzosen Gregory Gaultier, auch die Nummer drei, Nick Matthew (GBR), steht in ihrem Kader, wurde aber bisher noch nicht eingesetzt. „Es kann gut sein, dass beim Bundesliga-Finalturnier sieben der ersten zehn der Welt spielen werden“, sagt Rehan van der Merwe, gebürtiger Südafrikaner, der schon lange in Österreich lebt und die sportlichen Geschicke des USC 2000 leitet.

Diesmal ist Innsbruck zu Gast in Graz und die Tiroler bieten als Nummer eins den Deutschen Simon Rösner auf, immerhin der zehntbeste Spieler der Welt. In seinem Spiel gegen Torrecini, der nicht mehr als Profi unterwegs ist, sondern als Trainer in Florenz arbeitet, muss er gar nicht an seine Leistungsgrenzen gehen und fährt trotzdem einen klaren 3:0-Sieg ein. Das Match Graz gegen Tirol endet 2:2, Schedlbauer und Mosnik sorgen für die Grazer Siege.
Warum ist es möglich, dass so viele Weltklassespieler ausgerechnet in der eher unbedeutenden österreichischen Liga spielen? „So wie im Tennis dürfen die Spieler in mehreren Ländern Meisterschaft spielen. Daher tingeln sie durch ganz Europa und versuchen so, finanziell als Profis über die Runden zu kommen. Denn der Verdienst ist nicht so hoch wie im Fußball“, erklärt van der Merwe.
Trotzdem kostet eine Saison rund 20.000 bis 30.000 Euro, Mosnik kümmert sich dafür aber auch um den Grazer Nachwuchs. 17 Kinder sind derzeit unter ihm und Birgit Seiner aktiv, Tendenz steigend.

RAIMUND HEIGL

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