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Motorsport

Die Formel 1 steht vor dem Abgrund

Heute tagt die Strategie-Kommission. Die Formel 1 der Jahre 2017 und später soll in Form gebracht werden. Kaum jemand glaubt aber an eine Einigkeit. Welche Fehler sind für das derzeitige Desaster verantwortlich?

FORMULA 1 - Testing Jerez
Weltuntergangsstimmung © (c) GEPA pictures (GEPA pictures/ xpb.cc)
 

Die Zuschauerzahlen gingen deutlich zurück, die Sponsoren sind seit Jahren die gleichen, die Bühnen wackeln (Deutschland). Und selbst die Schausteller (Caterham) werden weniger. Und damit nimmt der gesamte Wert der Formel 1 ab. Das bringt aber wieder Rechtinhaber CVC in Not. Der unbedingt eine Lösung fordert. Von allen Beteiligten. Von den Teams bis hin zu Bernie Ecclestone. Welche Fehler hat die Formel 1 gemacht?

1. Der Antrieb

Die sogenannte Power Unit ist ein Flop. Zu einem Verbrennungsmotor wurden zwei Hybridsysteme zugeschaltet. Eine komplexe Angelegenheit. Aus der Fahrer-Formel wurde eine Ingenieursformel. Mercedes hat es geschafft, Ferrari zum Teil. Renault und Honda kaum. Allein daraus sind die Rennen zu einer Prozession verkommen. Überholt wird künstlich durch strategisches Einschreiten der Ingenieure in der Box. Red Bull und Renault kommen aus dem Dilemma nicht heraus. Weil man ja nicht viel verändern darf. So steht der Rücktritt von Red Bull im Raum. Aber hat man sich nicht bis 2020 verpflichtet? „Ja, aber nicht für eine Formel 1 in dieser Form“, so Marko.


2. Teuerungsrate

Die Formel 1 können sich nur Mercedes, Ferrari, Red Bull und McLaren leisten. Für alle anderen ist es eine Gratwanderung. Statt der prognostizierten Einsparung ist die Kostenspirale ausgerechnet wegen der komplizierten Technik nach oben gestiegen.

3. Leichtigkeit des Fahrens

Ein Formel-1-Bolide modernem Zuschnitts ist zu leicht zu fahren. Das ermöglicht Youngsters wie Max Verstappen sich gleich auf Augenhöhe mit den Stars zu „bewegen“. Der wahre Unterschied zwischen Könner und Anfänger ist nicht mehr sichtbar. Die Heldenverehrung eines Rennfahrers ist verloren gegangen (Marko: „Als Niki Lauda 1984 nach dem Qualifying aus dem Auto gestiegen ist, war er kreidebleich.“).

Heute tagt die Strategie-Kommission, die die Weichen für 2017 stellen sollte. Sollte! In dieser Kommission sitzen aber Teamvertreter, die nur auf ihre eigenen Begehrlichkeiten achten werden. Auf der einen Seite die Mercedes-Teams (Mercedes, Lotus, Force India, Williams), der Rest auf der anderen. Eine Einigkeit kommt da nie zustande.

 

Es gibt im Sportgesetz einen klugen Satz. Zum Wohle des Sports ist jede Entscheidung möglich. Ganz egal, zu welchem Schluss die Strategiekommission kommt. Das weiß auch Bernie Ecclestone und Jean Todt. 

Helmut Marko

"Man kann nur hoffen, dass die Vernunft siegt", meint Helmut Marko. Die Formel 1 steht vor dem Abgrund. Dabei ist die Lösung nicht so schwer, wenn entscheidende Faktoren als Basis einer Entscheidung berücksichtigt werden, wie . . .

. . . die Formel 1 muss eine Fahrer und keine Ingenieurs-Formel werden. Der Ingenieurs-Geist macht die Sache nur teuer.

. . . ein Formel 1 muss das schnellste Auto sein. Schwer zu fahren, nur von den Besten der Besten. Mit viel PS, breiten Rädern, wenig Flügel.

. . . die Formel 1 braucht keine Benzinsparformel sein.

Eine Lösung muss gefunden werden, der Rechteinhaber CVC macht schon gehörig Druck, sonst wird über Köpfe hinweg entschieden werden müssen. Was aber möglich wäre . . .

GERHARD HOFSTÄDTER

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  • Kommentare (10)

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    Heremann
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    Formel1 - Formel Farce

    Sir Stirling Moss der ungekrönte Weltmeister der Formel1 sagte einmal:
    Nach dieser Entwicklung könnte er nicht mehr Autorennen fahren.Die Boliden würden von den Boxen aus ferngesteuert auch ohne Fahrer ins Ziel kommen.
    Während des ganzen Rennens werden Räder gewechselt. Von der technischen Seite muss es möglich sein, dass Reifen eine Renndistanz durchhalten. (Räderwechsel nur bei Regen). Wie können sogenannte (Ex)perten so einen Schwachsinn dulden.
    Die Fans an der Rennstrecke haben keinen Durchblick mehr über den Rennverlauf. Auf so mancher Rennstrecke gibt es daher eh nur mehr VIP-Tribünen. Von den Kommentartoren hört man die ganze Zeit, er muss die Reifen schonen.
    Kann man sich auf der Streif vorstellen, dass ein Abfahrer auf der Seidleralm die Ski wechselt und dann Belag schonend über die Ziellinie fährt. Wo wären dann die Zuschauer in Kitzbühel? Fuhr in den 70iger Jahren ein Fahrer an die Box, konnte er sich einen Podestplatz abschminken. Heute-5x Boxenstop-Sieg. Fahrer-Marionetten

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    pescador
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    Formel was?

    Gehört hab ich glaube ich schon mal davon.

    Antworten
    derpanther
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    wenn der orf bessere quoten haben will...

    dann sollte er statt der formel 1 wieder biene maja oder sowas ähnliches einführen--->bestimmt interessanter!!!

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    schteirischprovessa
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    Ecclestone & Co haben es geschafft,

    dass die F1 etwas weniger interessant als die WM im Roboterfussball ist. Reifenwechsel bei 500 km ist wirklichkeitsfremd, der Fahrer kann nur schnell sein, wenn der Ingenieur in der Box das freigibt. Weg mit dem ganzen Schnickschnack wie Kees, DRS, Reifenwechsel und am Besten auch Boxenfunk und Funksteuerung sowie verstellbare Flügel.

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    64b66ad55e5053c2a3bbdd06f42bd7e7
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    13
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    Diese Veranstaltung hat sich totgelaufen und ist eigentlich nur mehr langweilig!

    Der wahre Rennsport findet in der Moto-GP statt!

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    sirkahn
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    Re: Diese Veranstaltung hat sich totgelaufen und ist eigentlich nur mehr langweilig!

    Mag sein. Moto GP interessiert halt ausschließlich das bikende Klientell. Die F1 wurde auch von ganzen Familie bei den GP's besucht. F1 WAR ein Medien Massensport wie Fußball, deren Klientel aus allen sozialen Schichten kommt. Auch wenn nur ein kleinster Promillsatz je selbst aktiv und professionell Automobilrennsport betrieben hat, im großen Gegensatz zu Fußball, wurde die F1 von der Masse medial konsumiert, und damit ist jetzt wohl vorerst mal Schluß! Denn die Masse will und verlangt verständlicherweise eine ordentliche Show auf der Strecke. Keine Milchkinder in digitalen Akuboliden auf mega-Kartstrecken, designt vom Streckentotengräber der F1, Dr. Hermann Thilke!

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    lacks
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    Formel langweilig

    Zu Tode reglementiert und mit "Ekelstone" ein verwirrter alter Greis mit dem Zepter in der Hand.

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    rolandboe
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    Alles neu!

    Boxenfunk weg, Spritreglementierung weg, Auftanken erlaubt, V8 Motoren her, Qualifikationsmotoren mit monströser Kraft damit sich die Kinder (Verstanden und Co.) in die Hosen machen, viel lauter werden, Aerodynamik beschneiden, DRS weg, Kers und zusätzlichen E-Antrieb auf den Mond schicken (den Bernie nicht vergessen), wird eh nie die Zukunft sein, Traktionskontrolle einschränken, andere elektronische Helferlein ausbauen, Monster Gagen (Alonso Vettel Hamilton Rosberg) eindämmen, Fahrer näher zu den Fans denn die Zahlen ja fast alles, Eintrittspreise verbilligen denn wer hat schon mal 1000 Euro für ein F1 Wochenende für sich und seinen Sohn, 100 Euro pro Tag sind schon das Maximum,zu mir kommen schön brav und artig Danke sagen und sich auf den Kopf greifen warum die Formel 1 nicht gleich zu mir gekommen ist um Rat zu fragen, oder einfach in die Vergangenheit zurückschauen als die Rennstrecken noch Rennstrecken waren, wo der Fan nicht 100 Meter von der Piste weg sitzt...

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    dave72
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    Wer wird gewinnen

    Mercedes und Ferrari werden gewinnen. Wie das letzte Mal als diese Regeln beschlossen wurden.

    Schau mir den Schmarr`n nimmer an, obwohl ich früher kein Rennen verpasst habe.

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    51f4095f2c75173515efae2b96e6c924
    0
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    Allein

    Mir fehlt der Glaube. Vernunft gewinnt selten. Aber im Grunde kann ich nur denen beipflichten, die an eine richtige Rennserie denken. Mit richtigen Autos und richtigen Fahrern und Typen.

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