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Rallye DakarPortugiese Goncalves auf 7. Etappe tödlich verunglückt

Der Portugiese Golcalves ist auf der 7. Etappe der in Saudi Arabien stattfindenden Rallye Dakar tödlich verunglückt.

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© APA/AFP/DAMIEN MEYER
 

Der portugiesische Motorradpilot Paulo Goncalves ist am Sonntag bei der Rallye Dakar in Saudi-Arabien tödlich verunglückt. Der 40-jährige Routinier kam auf der siebenten Etappe von Riad nach Wadi Al Dawasir in Folge eines Sturzes ums Leben. Wie die Veranstalter informierten, geschah das Unglück auf dem Streckenabschnitt nach 276 Kilometern.

"Die gesamte Dakar-Karawane spricht den Freunden und Verwandten ihr aufrichtiges Beileid aus", hieß es in einem offiziellen Tweet. Nachdem um 10.08 Uhr (Ortszeit) ein Notruf bei den Veranstaltern eingegangen war, erreichte ein Hubschrauber den Fahrer, der nach einem Herzstillstand bewusstlos war, nur acht Minuten später.

Nach Wiederbelebungsversuchen vor Ort wurde Goncalves in ein nahes Krankenhaus gebracht. Dort konnte er nur noch für tot erklärt werden. Goncalves absolvierte sein Dakar-Debüt bereits 2006 und war schon zum 13. Mal bei der Rallye dabei. Viermal kam er dabei unter die Top 10, vor fünf Jahren wurde er Zweiter. Bei der diesjährigen Auflage war er nach sechs Etappen auf Rang 46 gelegen.

Bisherige Todesfälle bei der Rallye Dakar

  • 1979: Motorrad-Pilot Patrick Dodin (FRA) stirbt nach einem Sturz.
  • 1981: Drei italienische Journalisten sterben beim Unfall eines Begleitfahrzeugs.
  • 1982: Bert Oosterhuis (NED) erleidet bei einem Motorrad-Sturz tödliche Verletzungen.
    Die Journalistin Ursula Zentsch stirbt beim Unfall eines Begleit-LKW. Ein Kind wird in Mali von einem Fahrzeug tödlich verletzt.
  • 1983: Jean-Noel Pineau (FRA) stirbt bei einem Sturz mit seinem Motorrad.
  • 1984: Eine Zuschauerin in Burkina Faso wird angefahren und tödlich verletzt.
    1985: Ein am Streckenrand stehendes Kind wird in Nigeria angefahren und stirbt.
  • 1986: Der Japaner Yasuo Kaneko wird auf einer Verbindungsetappe in Frankreich mit seinem Motorrad beim Zusammenprall mit einem Auto getötet. Beim Absturz eines Helikopters im Niger kommen fünf Personen
    ums Leben, unter ihnen der Dakar-Gründer Thierry Sabine.
  • 1987: Der Lenker eines Pressefahrzeugs stirbt bei einem Unfall
  • 1988: Kees van Loevezijn (NED) wird aus seinem LKW geschleudert und stirbt. Co-Pilot Patrick Canado (FRA) stirbt beim Zusammenstoß zweier Rallye-Autos. Motorrad-Pilot Jean-Claude Huger (FRA) erliegt seinen Sturzverletzungen. Zwei Journalisten, zwei Kinder und eine Frau kommen bei Unfällen ums Leben.
  • 1990: Ein Journalist stirbt nach einem Unfall.
  • 1991: Der Lenker eines Tank-LKW aus dem Begleittross wird in Mali erschossen.
  • 1992: Jean-Marie Sounillac und Laurent Le Bourgeois (FRA) sterben beim Unfall eines Begleit-LKW in Libyen. Motorrad-Pilot Gilles Lalay (FRA) wird von einem Sanitätsfahrzeug angefahren und tödlich verletzt.
  • 1994: Motorrad-Pilot Michel Sansen (BEL) und ein Kind kommen bei einem Sturz ums Leben.
  • 1996: Laurent Gueguen (FRA) stirbt bei der Explosion seines LKW in einer Krisenzone (Marokko/Polisario-Front). In Guinea wird ein Kind durch ein Motorrad getötet.
  • 1997: Motorrad-Pilot Jean-Pierre Leduc (FRA) stirbt nach einem Sturz.
  • 1998: Fünf Autoinsassen aus Mauretanien versuchen einen Teilnehmer auf einer Verbindungsetappe zu überholen und kommen bei dem Unfall ums Leben.
  • 1999: Ein Gendarm stirbt in Burkina Faso beim Zusammenstoß seines Autos mit einem Teilnehmer.
  • 2002: Ein Mitglied des Toyota-Teams stirbt bei einem Unfall.
  • 2003: Bruno Cauvy (FRA) kommt bei eionem Unfall in den Dünen Libyens ums Leben.
  • 2005: Motorrad-Pilot Jose Manuel Perez (ESP) erliegt seinen Sturzverletzungen.
    Motorrad-Pilot Fabrizio Meoni, Dakar-Sieger von 2001 und 2002, stirbt nach einem Sturz in Mauretanien. Ein Mädchen wird von einem Assistenz-LKW tödlich verletzt
  • 2006: Motorrad-Pilot Andy Caldecott (AUS) erliegt seinen Sturzverletzungen in Mauretanien. Ein Bub wird beim Überqueren der Fahrbahn von einem Teilnehmer angefahren und stirbt.
  • 2007: Die Motorrad-Piloten Elmer Symons (RSA) und Eric Aubijoux (FRA) kommen bei zwei Unfällen ums Leben.
  • 2009: Motorrad-Pilot Pascal Terry (FRA) wird drei Tage nach seinem Verschwinden in Argentinien tot aufgefunden. Ein Begleit-LKW prallt in Chile gegen ein Auto, in dem zwei Insassen sterben.
  • 2010: Das Auto des Deutschen Mirco Schultis kommt bei Cordoba von der
    Strecke ab, prallt gegen eine Gruppe von Zuschauern, eine 28-jährige Argentinierin stirbt im Spital an ihren Verletzungen.
  • 2012: Der argentinische Motorrad-Pilot Jorge Martinez Boero stirbt bei einem Unfall zwei Kilometer vor dem Ziel in der Nähe der
    Stadt Necochea.
  • 2013: Der französische Motorrad-Pilot Thomas Bourgin stirbt in Chile
    nach einem Zusammenstoß mit einem Polizeiauto.
  • 2014: Der belgische Motorradfahrer Eric Palante verunglückt in Argentinien tödlich. Auch zwei Journalisten sterben: Ihr Auto
    stürzt in eine Schlucht.
  • 2015: Der polnische Motorradfahrer Michal Hernik wird in Argentinien auf der Etappe von San Juan nach Chilecito bei Kilometer 206 tot aufgefunden.
  • 2016: Ein 63-jähriger Zuschauer aus Bolivien stirbt, nachdem er vom
    Mitsubishi des Franzosen Lionel Baud erfasst worden ist.
  • 2020: Der portugiesische Motorrad-Pilot Paulo Goncalves stirbt nach einem Sturz zwischen Riad und Wadi Al Dawasir.

Angesichts des tragischen Unglücks war der Etappensieg des Spaniers Joan Barreda (Honda) nicht viel mehr als eine Randnotiz. Mit einem Rückstand von 2:54 Minuten wurde Matthias Walkner (KTM) Zweiter. In der Gesamtwertung verbesserte sich der Salzburger 29:29 Minuten hinter Spitzenreiter Ricky Brabec (Honda) aus den USA an die fünfte Stelle.

Walkner hat sich geschockt vom Unfalltod des portugiesischen Motorrad-Piloten Paulo Goncalves bei der Rallye Dakar gezeigt. "Das ist so furchtbar. Ergebnisse und der Kampf um einen Spitzenplatz rücken plötzlich wieder ganz weit in den Hintergrund", sagte der Salzburger.

An Ergebnislisten war Walkner nach dem tragischen Tod von Goncalves nicht interessiert. "Paulo war es, der 2016 bei meinem schweren Unfall stehen blieb und mir geholfen hat", erklärte der Salzburger, der damals einen Oberschenkelbruch erlitten hatte.

Nicht nur deshalb war die Trauer bei Walkner groß. "Er war ein unglaublich netter, hilfsbereiter und fairer Sportler, der von allen sehr geschätzt und gemocht wurde. Vor einigen Tagen hat er mir noch erzählt, es wäre seine letzte Saison. Er hat mir am Anfang meiner Karriere auch immer wieder Tipps fürs Navigieren gegeben. Wir sind bei den Rennen extrem oft auch gemeinsam gefahren, weil wir vom Tempo relativ ähnlich waren. Speziell in meiner Anfangszeit haben wir super-lässige Zweikämpfe gehabt", erzählte Walkner. "Es ist so tragisch, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll."

Der Österreicher hatte bereits vor dem Goncalves-Tod darauf hingewiesen, dass die Geschwindigkeit bei der Rallye in Saudi-Arabien extrem hoch sei. "Wir sind jeden Tag 15 bis 25 km/h über der vom Veranstalter angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit. Die heutige Etappe war einer der schnellsten, die ich jemals bei einer Rallye gefahren bin. Ich denke, wir kamen auf einen Schnitt von etwa 125 km/h. 546 Kilometer in nicht einmal viereinhalb Stunden. Davon waren 90 Prozent Offpiste, das ist schon extrem grenzwertig. Auch für den Kopf. Denn man weiß, dass der kleinste Fehler wirklich furchtbare Folgen haben kann", meinte Walkner.

Alonso sprach Beileid aus

Fernando Alonso hat den Hinterbliebenen von Paulo Goncalves via Twitter sein Beileid ausgesprochen. "Ein sehr trauriger Tag. Eine große Umarmung für die Familie und Freunde von Paulo Goncalves", schrieb der Spanier. Der zweifache Formel-1-Weltmeister nimmt aktuell erstmals an der Dakar teil.

Während auch Spaniens Rallye-Ikone Carlos Sainz von einem "sehr traurigen Tag" schrieb, würdigte das Hero-Team Goncalves als einen "wahren Champion und großartigen Menschen". Doch auch nach dessen Tod wird es mit dem Event ungebremst weitergehen. Das war in der Vergangenheit schon immer so. Bereits am Montag steht ein Rundkurs um Wadi Al Dawasir auf dem Programm.

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Surrender1974
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Verkannter Wert des einen Lebens

Leuten, welche durch einen diesbezüglichen Ehrgeiz ihr Leben riskieren, kann man leider nicht helfen

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hfg
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12
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Jeder ist seines Glückes Schmid

Wie ein Irrer jeden Tag durch unbekanntes unwegsames Gelände zu rasen - die Sinnhafzigkeit stellt sich natürlich in Frage. Gewinnen, Geld und Ruhm sind nicht alles. Die Todesliste ist nicht ohne.

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hfg
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Selbst Walkner sagt

Ein Wahnsinn über 130 km/h schnitt. Warum macht man das?

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