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MotorsportFerdinand Habsburg: Rennfahrer statt Kaiser

Ferdinand Habsburg-Lothringen fährt heuer in der FIA-Formel-3-Meisterschaft. Auch gegen Mick Schumacher. Der Urenkel von Kaiser Karl I im Interview über seine Ambitionen und Ziele

FIA Formula 3 European Championship 2017, round 2, race 1, Monza (ITA)
Erstmals auf dem Formel-3-Podium, Monza 2017 © KK/Privat
 

Herr Habsburg, Sie sind der Urenkel von Kaiser Karl I. Werden Sie manchmal als kaiserliche Hoheit angesprochen?

FERDINAND HABSBURG: Sehr oft sogar. Aber ich bin es ja nicht. Dennoch finde ich es cool, weil die Leute Respekt vor der Geschichte haben. Es passiert nicht unbedingt auf der Straße, aber häufig auf Facebook oder Twitter.

In der Schule hatten Sie natürlich Geschichtsunterricht. Da war wohl auch das Kaiserhaus Österreichs ein Thema. Was haben Sie dabei empfunden?

Nun, ich bin in eine internationale Schule gegangen, da war Österreich jetzt nicht unbedingt das Hauptthema. Aber es war schon recht witzig, wenn die Schulkollegen manchmal gekichert haben, oder der Lehrer einen Witz erzählt hat. Aber viel Neues habe ich ja in der Schule nicht über mich und meine Familie erfahren.

Zum Rennsport. Ihr Traumberuf ist Rennfahrer, ihr Traumziel die Formel 1. Wie kommt ein junger Mensch dazu?

Das ist nicht allzu schwierig. Ich hatte schon immer eine ausgeprägte Passion für Rennautos. Habe mir Rennen im Fernsehen angeschaut. Und als ich das erste Mal in einem Go-Kart gefahren bin, hat sich dieses Gefühl noch einmal verstärkt. Der Rest ist ein kontinuierlicher Werdegang. Es hat ja nicht einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Stunde gegeben, die mich zu diesem Entschluss geführt hat.

 

Ihr Vater hat Ihnen das erste Renn-Kart gekauft. Das heißt, Ihre Eltern stehen voll und ganz hinter dem Rennsport. Und wollen nicht, dass Sie in die Politik gehen oder ein Wirtschaftskapitän werden?

Nun, es war meinen Eltern schon sehr wichtig, dass ich meine Schule abschließe. Das habe ich auch gemacht. Ihnen geht es aber vor allem darum, dass man das gut macht, was man machen will. Dass man Professionalität gewinnt, sich konstant nach oben arbeitet.

Das ist Ihnen bisher ja auch ganz gut gelungen. Sie fahren heuer in der europäischen Formel-3-Meisterschaft, die als ein Sprungbrett für die Formel 1 gilt. Ist der nächste Schritt schon vorgezeichnet?

Nein, nur im Groben vielleicht. Ich werde in der Formel 3 jetzt noch viel lernen müssen. In Monza bin ich schon einmal als Dritter aufs Podium gefahren. Aber das reicht bei weitem nicht. Ich werde konstant sehr gute Leistungen bringen müssen. Das Gute an der Formel 3 ist, dass dich die Formel-1-Chefs schon einmal beobachten, du auf ihrem Radar bist. Es sollte dann die Formel 2 folgen, vielleicht GP2. Wie auch immer. Ich denke Schritt für Schritt. Einfach gut sein, in der Klasse in der ich gerade fahre.

 

Ist die Formel 1 ihr einziges Ziel, oder gäbe es nicht auch andere Rennserien, die interessant wären?

Ich habe gesagt, dass mir alle Autos mit vier Rädern gefallen. Ich würde gerne einmal in der DTM fahren, oder in Le Mans. Oder in der Indycar-Serie in Amerika. Erfahrung kann dir dann niemand mehr nehmen. Aber: die Formel 1 ist schon mein ganz großes Ziel.

In der Formel-3 fährt auch Mick Schumacher. Hatten Sie schon das Vergnügen ...?

Ja, klar. Er ist einer meiner härtesten Gegner. Er hat ein unglaublich professionelles Auftreten. Das hat er sicher von seinem Vater. Und er will immer alles wissen, bei jedem Fahrer-Briefing. Ich denke, dass ist keine Naivität, sondern zielbewusstes Denken, einfach alles zu wissen.

In ihrem Logo führen Sie einen Doppeladler. Ihr Hashtag auf Facebook ist #DoubleEagle62. Wenn Sie in der Formel 1 angekommen sind, fahren Sie dann für Österreich oder für Ungarn?

Ich habe eine österreichische Lizenz, bin in Österreich geboren. Aus heutiger Sicht werde ich wohl weiter für Österreich fahren. Aber ich bin mir meiner Herkunft auch bewusst. Und das finde ich cool....

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