Gegen MitgliederschwundMinisterium bezahlt Großteil des ersten Mitgliedsbeitrags in Sportvereinen

Das Sportministerium und Sport Austria wollen wieder mehr Menschen in Sportvereine bringen. Im Laufe der Pandemie haben diese mehr als ein Viertel ihrer Mitglieder verloren.

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Sportminister Werner Kogler und Sport-Austria-Präsident Hans Niessl stellten am Montag den "Sportbonus" vor.
Sportminister Werner Kogler und Sport-Austria-Präsident Hans Niessl stellten am Montag den "Sportbonus" vor. © APA/Robert Jäger
 

Die Pandemie hat den heimischen Sportvereinen ordentlich zugesetzt. Zwischen 2017 und Ende 2020 haben sie mehr als ein Viertel ihrer Mitglieder verloren, wie die Statistik Austria in einer aktuellen Erhebung herausgefunden hat. Waren es vor vier Jahren noch rund 2,1 Millionen Mitglieder sind es jetzt nur noch 1,6 Millionen – etwa 18 Prozent der Bevölkerung. Kinder und Jugendliche sind zwar am häufigsten in einem Sportverein, sie verzeichnen unter allen Altersgruppen auch den stärksten Rückgang.

Um diese Entwicklung wieder umzukehren startet das Sportministerium und Sport Austria die Initiative "#comebackstronger", die am Montag vorgestellt wurde. Kernstück ist der sogenannte "Sportbonus". Bis Jahresende ersetzt das Ministerium neuen Mitgliedern in Sportvereinen 75 Prozent des Mitgliedsbeitrags, höchstens 90 Euro pro Person und insgesamt neun Millionen Euro. Abgewickelt und abgerechnet wird über die Vereine. Sport-Austria-Präsident Hans Niessl bezeichnet die Initiative als "größte Mitglieder-Rückgewinnungsaktion der österreichischen Sportgeschichte." Sportminister Werner Kogler (Grüne) erhofft sich dadurch 5 Millionen zusätzliche Bewegungsstunden.

Steiermark im Spitzenfeld, Kärnten hintennach

Auffällig in der Erhebung zu den Sportvereinen ist auch der Unterschied zwischen den Geschlechtern und Bundesländern. Fast jeder zweite Bub zwischen sechs und 15 Jahren, aber nur rund jedes vierte Mädchen im gleichen Alter ist in einem Verein sportlich tätig. Gleichzeitig zählt die Steiermark mit einer Mitgliederquote von rund 20 Prozent zum bundesweiten Spitzenfeld, Kärnten liegt vor Wien an vorletzter Stelle. Jene, die ihren Vereinen treu geblieben sind, waren im Vorjahr aber weniger aktiv. Nicht zuletzt wegen diverser Lockdowns während der Wellen hat sich der Anteil jener, die regelmäßig das Angebot ihres Vereins auch nutzen enorm verringert. Mehr als jeder zweite Hobbysportler hat der Erhebung zufolge "seltener als einmal pro Woche oder nie" das Angebot des Vereines genutzt.

Der Mitgliederschwund wirkt sich auch auf die finanzielle Lage der Vereine aus. Claudia Karollus, sportliche Leiterin des Union Wien West, auf deren Gelände der Medientermin stattgefunden hat, erzählt, ihr Verein habe rund 35 Prozent ihrer Mitglieder verloren. Weil sich der Verein ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen finanziert, bedeutet das auch dementsprechende Auswirkungen auf das Vereinskonto. Die Zahlungen aus dem NPO-Fonds seien daher überlebensnotwendig gewesen. Rund 117 Millionen Euro sei daraus an gemeinnützige Sportvereine ausbezahlt worden, sagt Kogler. Dadurch seien, so Kogler, auch die Strukturen rund um die ehrenamtlichen Funktionäre erhalten geblieben.

Kommentare (10)
leli
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Gehts noch?

Mehr fällt einem dazu nicht ein.

selbstdenker70
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...

Was für eine billige Propaganda. 99% der aktiven Sportler in einem Verein haben sich nicht beschwert. Im Gegenteil, sie haben die paar Euros gerne weiter bezahlt damit der Verein überleben konnte. Aufgeregt haben sich eh nur die die sich irgendwo , meistens im Fitnessstudio, eingeschrieben haben aber das Angebot nur 2x im Jahr genutzt haben. Auch wenn jetzt etwas Geld kommen wird, werden die meisten aktiven Mitglieder das Geld im Verein liegen lassen, sei es für neue Anschaffungen ect.

WASGIBTSNEUES
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Steuerzahler

Warum muss für Alles der Steuerzahler aufkommen? Die Gesundheit der Kinder muss auch den Eltern etwas wert sein und für Bedürftige kann es ja Ausnahmen geben

STEG
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Impfpflicht für Gemeinschaftssportler

Ohne Impfpflicht für Sportvereine geht das Dilemma in die nächste Saison.

Griesson
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Nur zur Korrektur...

... "das Ministerium" bezahlt genau nix. Wir, die Steuerzahler, zahlen. Aber in dem Fall zumindest für etwas Vertretbares. Man könnte das aber auch aus dem Marketingbudget der Regierung nehmen, wäre auch vertretbar.

hfg
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Besser als nichts

Wenn man Kinder und Jugendliche zu Vereinen und regelmäßigen Sport bringt ist das die beste Investition für Bildung und Gesundheit. Nirgends kann man soviel für die Volksgesundheit tun als wie beim regelmäßigen Sport. Es wird ein Vielfaches an Kosten für Krankenhaus und Medikamente eingespart. Da die tägliche Schulsportstunde offensichtlich nicht klappt, sollte man wesentlich mehr Geld verwenden und den Breitensport in den Vereinen fördern.

hfg
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Hinzufügen möchte

ich noch - wie wichtig Sport in Vereinen auch für die Psyche der Kinder und Jugendlichen ist.

madermax
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Die Gelddruckmaschine…

dieser Regierung ist wirklich ein faszinierendes Gerät. 117 Millionen für Sportvereine und jetzt gleich weitere 9 Millionen für Mitgliedsbeiträge nachgedruckt. Aber vom "Corona-500er" für Ärzte und Pflegekräfte ist zb noch weit und breit nichts zu sehen…

hfg
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8
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Sie haben nie Sport

gemach, keine Kinder und offensichtlich nichts begriffen. Nirgends ist das Geld besser investiert.

walter1955
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Was hat das ganze mit dem Mitgliedsbeitrag zu tun

am Mitgliedsbeitrag ist es sicher nicht gescheitert
es wurden einfach alle aktivideten eingeschränkt
und jetzt will der den Messias spielen
ist ja nicht sein Geld,sondern unseres