Interview mit Salzburg-Star"Das Finale bleibt ein Leben lang"

Salzburg-Legionär Duje Caleta-Car zog mit den Kroaten in das WM-Endspiel ein. Er spricht über seinen Traum, Kroatiens Erfolgsgeheimnis und Salzburg.

Duje Caleta-Car © APA/AFP/DIMITAR DILKOFF
 

Können Sie überhaupt fassen, was hier passiert ist?

DUJE CALETA-CAR: Nein, das ist alles noch nicht real. 1998 war ich zwei Jahre alt, als Kroatien im WM-Halbfinale stand. Diese Spieler sind bis heute unsere Helden. Und jetzt stehen wir mit unserem Team im WM-Finale. Das ist einfach unglaublich und nicht mit Worten zu beschreiben.

Wie ist das Erfolgsgeheimnis Kroatiens zu erklären?

Da gibt es so vieles. Mentalität, Euphorie, die Qualität der Spieler. Der Kampfgeist steht über allem. Wir geben nie auf, auch wenn wir so wie gegen England 0:1 hinten sind und es nicht gut läuft.

Es dauert immer mindestens zwei Stunden, bis das Team nach dem Spiel die Kabine verlässt. Was hat sich nach dem Schlusspfiff abgespielt?

Das ist unser Ritual. Es wird gesungen, es wird getanzt. Wir genießen diese Momente. Die kroatischen Chefs aus Politik und vom Verband waren da. Es bleibt auch etwas Zeit mit den Familien. Es ist wichtig, solche Momente zu feiern. Erst in der Kabine, dann am Abend auch noch im Hotel. Das gehört dazu, wenn man so lange beisammen ist.

Kroatien musste drei Mal in die Verlängerung, dazu gibt es einen Tag weniger Pause bis zum Finale. Kann sich das gegen ein Team wie Frankreich ausgehen?

Das ist egal. Wir haben am Sonntag ein einmaliges Spiel in unserem Leben. Da wird jeder Kräfte freisetzen, die man sonst vielleicht nicht hat.

Leben Sie gerade Ihren größten Traum?

Auf jeden Fall. Als Siebenjähriger habe ich davon geträumt, ein Mal im Nationalteam zu spielen. Jetzt bei einer WM im Einsatz gewesen zu sein, erfüllt mich mit Stolz. Dieses WM-Finale bleibt ein ganzes Leben.

Sie sind noch in Salzburg unter Vertrag. Immer wieder werden Sie mit Klubs in Italien in Verbindung gebracht. Werden wir Sie noch einmal in Österreich sehen?

Darauf konzentriere ich mich jetzt nicht. Ich bin in ständigem Kontakt mit Sportchef Christoph Freund und Trainer Marco Rose. Das wird sich alles zeigen. Momentan denke ich nur an die Nationalmannschaft und meine Familie und Freunde.

Waren die Salzburger schnelle Gratulanten?

Ja, ja – alle freuen sich für mich. Vom Präsidenten über Sportdirektor und Trainer bis zu den Mitspielern haben mir alle gleich nach Schlusspfiff geschrieben. Das ist schön.

Ihre Mitspieler in Salzburg sind längst im Training. Wie wird das bei Ihnen aussehen?

Die trainieren schon seit 20 Tagen oder so. Ein bisschen Urlaub brauche ich nach dieser WM schon. Aber ich bin jung, kann in meinem Leben später noch viel Urlaub machen. Jetzt gibt es für mich nur einen Gedanken – das WM-Finale am Sonntag.

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