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Über das Verweilen Leere Stadien als Refugien der Stille

 

Wem sich die Chance auftut, an einem spiel- und betriebsfreien Tag ein riesiges, aber völlig leeres Fußballstadion zu betreten, der nutze sie. Es ist ein grandioses Erlebnis, wie sehr sich diese neuzeitlichen, gigantischen Tempel des Massenauftriebs in Refugien völliger Stille verwandeln. Auf dem Rasen, sonst Schauplatz kollektiver Jagd nach einem simplen Ball, lässt sich vielleicht als ebenfalls stummer Gast ein Vogel nieder. Die Ehrenlogen, in denen sich Politprominenz ein Gesichtsbad gewährt, verlieren ihre Pseudo-Erhabenheit. Sie müssen sich mit den gewöhnlichen Sitzen gemeinmachen. Die Monumentalbauten scheinen die herrschende Ruhe mit majestätischer Würde zu genießen.

Schade, dass es mit dem Beamen nur in Science-Fiction-Filmen klappt. Wahrscheinlich ist das ohnehin nur ein Schwindel. Der momentane Zielort stünde jedenfalls fest – die Arena von Kasan, deren Dach einer Seerose gleicht. „Friedhof der Weltmeister“ lautet der etwas makabre Beiname des WM-Stadions. Aber der Name hat seine Gründe. Hier begruben der Reihe nach Deutschland, Argentinien und Brasilien ihre Titelhoffnungen. All das zählt nicht mehr. Es verbleibt bestenfalls als Hintergrundrauschen der Erinnerung.

Was zählt, ist das Innehalten. Und wer das Einhand-Klatschen üben will: Es gibt keinen besseren Ort dafür.

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