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WienKroaten in der Ottakringerstraße: Nicht ruhig, aber friedlich

Nach den Ausschreitungen am Samstag, war die Polizei in Wien vorgewarnt. Der Jubel der Kroaten fiel in Wien friedlich aus. Bis auf einzelne Übertretungen nach dem Pyrotechnikgesetz, hatten die Beamten wenig zu tun.

© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Nach nervenzerfetzenden 120 Minuten fiel die Ottakringer Straße Mittwochnacht in einen kollektiven kroatischen Freudentaumel - jene Fans, die Platz in den überfüllten Lokalen gefunden hatten, strömten ins Freie um den Sieg ihrer Mannschaft über die Engländer gebührend zu begehen. Diesmal wurde der Sieg zwar nicht ruhig, aber durchwegs friedlich gefeiert, berichtete Polizeisprecher Patrick Maierhofer.

Pünktlich zum Schlusspfiff entlud sich die Spannung in den unterschiedlichsten, nicht immer logischen Aktionen. Freudenschreie und Hüpfen, ohne dabei auf das verschüttete Bier zu achten, waren am beliebtesten. Fast ebenso viele wollten den Moment durch Selfies für die Nachwelt festhalten und filmten sich selbst beim Tanzen, Jubeln und Brüllen. Nicht wenige - männliche - Fußballfans entledigten sich ihrer Oberbekleidung, einer ertüchtigte sich durch einige Liegestütz mitten auf den Straßenbahnschienen.

350 Polizisten

Die Polizei, die aufgrund der Ausschreitungen vom vergangenen Samstag mit 350 Mann angerückt war, sperrte die Ottakringer Straße auf beiden Seiten bis etwa 23.30 Uhr. Jene Autofahrer, die durch die Seitengassen einfuhren, beteiligten sich durch Hupen an der Euphorie oder suchten, so schnell es eben ging, wieder das Weite.

Bis auf einzelne Übertretungen nach dem Pyrotechnikgesetz, Bengalen und Rauchbomben, aber diesmal keine Böller, hatten die zahlreichen Beamten wenig zu tun. Ein betrunkener Österreicher, der im England-Shirt eine Schimpfkanonade auf die kroatischen Fans losgelassen hatte, wurde von den Polizisten abgedrängt, beruhigt und nach Hause geschickt. "Ist ja alles sehr moderat", meinte ein Schaulustiger zu seinem noch jungen Sohn, mit dem er sich auf die Ottakringer Meile gewagt hatte.

Was sich dort wohl am Sonntag abspielen wird, lässt sich noch gar nicht abschätzen. Sicher scheint jedoch, dass den Kroaten der Sieg über Frankreich nicht zu nehmen ist. Denn, dass das Vier-Millionen-Land die Grande Nation bezwingen wird, daran herrschte unter den Fans kein Zweifel. Da mag der Ball noch so rund sein, denn die kroatischen Spielen dauern - zumindest bei der WM in Russland - meist nicht 90, sondern 120 Minuten.

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