Die offizielle Freigabe des für Freitag geplanten Fußball-Nations-League-Spiels zwischen Österreich und Frankreich ist am späten Mittwochabend weiterhin ausgestanden. Laut ÖFB wurde das von externen Spezialisten durchgeführte Gutachten des Happel-Stadion-Rasens, wo am Montag im Match gegen Dänemark ein rund 20 Zentimeter tiefes Loch entstanden war, an die UEFA übermittelt und die Freigabe der Partie beantragt. Eine Antwort des Kontinentalverbandes stand vorerst aus.

Ob eine Entscheidung noch am Mittwoch zu erwarten ist oder sich die UEFA erst am Donnerstag deklariert, war unklar. Zumindest ergaben die Untersuchungen keine neuen Problemfelder auf dem Stadion-Grün, wie ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold der APA - Austria Presse Agentur bestätigte. "Aus dem Gutachten geht die klare Empfehlung hervor, dass alles wie geplant stattfinden kann. Trotzdem müssen wir noch das Feedback der UEFA abwarten", sagte Neuhold.

Für das Spiel gegen den Weltmeister sind mehr als 45.000 Karten verkauft. Bereits für Donnerstag sind die Abschlusstrainings beider Teams im Happel-Stadion angesetzt. Eigentümer der Arena ist die Stadt Wien, der ÖFB fungiert als Mieter.

Experten der Stadt Wien und der UEFA hatten seit Dienstag den Rasen des Stadions untersucht. Das Loch könnte sich aufgrund des vorangegangenen Starkregens gebildet haben, hieß es bereits vor dem Meeting von ÖFB, UEFA und Stadionbetreiber Wiener Sportstätten Betriebsgesellschaft m.b.H am Mittwochabend.

Im Auftrag der Wiener Sportstätten waren seit Dienstag Experten im Einsatz, die der Ursache des ungewöhnlichen Rasenproblems auf den Grund gehen. Überprüft wurden zunächst die technischen Komponenten wie Bewässerungsanlage, Rasenheizung, Drainage und der Regenwasserhauptkanal, der das Spielfeld ungefähr in Höhe des Lochs quert und nach einer Reinigung mit einer Kamera abgefahren wurde. Alles dicht, ergab die Überprüfung. "Damit ist aus unserer Sicht ein technisches Versagen eines Einbauteiles auszuschließen", erklärte Manfred Faly, Sprecher der Wiener Sportstätten, gegenüber der APA.

Zudem wurde auch die Schadstelle rund um das Loch freigegraben und an einen Sachverständigen übermittelt, der ebenfalls ein technisches Gebrechen ausschloss. Vermutet wird daher, dass der Starkregen mit bis zu 50 Liter pro Quadratmeter zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels durch die nahe Donau und dadurch zur Bildung eines Hohlraumes geführt hat.

Das Loch wurde geschlossen, und um weitere Hohlräume auszuschließen, wurde am Mittwoch die Rasenfläche mit einem Magnetresonanzverfahren und Georadar untersucht. Zwei Expertenfirmen fuhren die gesamten 8.000 Quadratmeter mit ihren Geräten ab, bis zum Abend sollten die Daten ausgewertet sein, erklärte Faly. Für den Fall, dass weitere Schäden auftauchen sollten, sind alle notwendigen Materialien inklusive Rasen vor Ort und sofort verwendbar.