Für Österreichs U21-Fußball-Nationalteam zählen auf dem Weg zu einem Ticket für die EM 2023 in Georgien und Rumänien wohl nur noch Siege. Das ist ein enorm schwieriges Unterfangen, zumal das Doppel gegen Gruppe-A-Favorit Kroatien vor der Tür steht. Salzburg-Stürmer Roko Simic und Co. sind am Dienstag (20.30 Uhr/live ORF Sport +) als makelloser Tabellenführer in Ried zu Gast und empfangen die ÖFB-Truppe am 25. März 2022 zum Start des neuen Jahres.

Österreich hat nicht nur drei Punkte Rückstand auf Rang eins, sondern mit sechs Partien auch ein Spiel mehr ausgetragen. Auch der punktgleich vor der ÖFB-Auswahl liegende Zweite Norwegen hat erst fünf Partien absolviert. Dadurch wird deutlich, dass auch das Erreichen von Platz zwei, der dem besten Zweiten einen EM-Platz bringt bzw. für den Rest zum Antreten im Quali-Play-off berechtigt, kein Honigschlecken wird.

Die Vorzeichen sind jedenfalls nicht die besten, vor allem in der Defensive. Mit Kapitän Flavius Daniliuc, Leo Greiml, Niklas Geyrhofer und David Affengruber sind gleich vier potenzielle Stamm-Innenverteidiger außer Gefecht. Das Quartett fehlte auch schon beim 3:0 am Freitag in Baku gegen Aserbaidschan, wo Emanuel Aiwu (42.) und Rückkehrer Romano Schmid (72./Elfmeter, 75.) den Sieg herausschossen. Um das Offensivpotenzial für Dienstag zu erhöhen, wurde der Kader kurzfristig verstärkt.

FC-Barcelona-Stürmer Yusuf Demir kommt genauso vom A-Team "herunter" wie Junior Adamu, der erst vergangene Woche sein Debüt in der Mannschaft von Franco Foda gegeben hatte. ÖFB-U21-Teamchef Werner Gregoritsch erwartet sich von "zwei wichtigen" Spielern sehr viel. "Sie werden uns offensiv mit ihrer Qualität sicher enorm helfen", war sich der Steirer sicher. Kein Thema ist dagegen ein Einsatz von Stefan Skrbo, der WSG-Tirol-Mittelfeldspieler verließ angeschlagen das Teamcamp. Nachnominierung gibt es keine.

Die Vorfreude auf das Spiel ist im ÖFB-Lager sehr groß. "Ich glaube, dass ein richtig interessantes Match auf uns wartet, ein echtes Highlight zum Abschluss des Jahres. Genau für solche Partien wird man Trainer oder Spieler", betonte der 63-Jährige. Die Kroaten bezeichnete er aufgrund der bisherigen Quali-Ergebnisse als klaren Favoriten. "Über ihre Qualität müssen wir nicht viel sagen. Aber wir sind ebenfalls ein richtig starkes Team. Wenn wir kompakt stehen, gemeinsam verteidigen und unsere Stärken im Umschaltspiel auf den Platz bringen, können wir erfolgreich sein", blickte der ÖFB-Coach optimistisch voraus.

Die Kroaten hatten bei der Generalprobe am Donnerstag Estland mit 2:0 besiegt - Erfolg Nummer fünf nach einem 2:0 und 5:1 gegen Aserbaidschan, 2:0 in Finnland und 3:2 gegen Norwegen. Sie haben auch den Vorteil von einem Tag mehr Pause. Österreich hat sich demgegenüber schon in Norwegen und Finnland (jeweils 1:3) bittere Ausrutscher geleistet. "Es wartet ein richtig starker Gegner, mit super Einzelspielern. Aber wenn wir zur EM wollen, muss es unser Anspruch sein, die Besten zu besiegen. Jetzt warten nur noch Endspiele auf uns, aber wir sind bereit", sagte Mainz-Verteidiger David Nemeth.