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EM 2020ÖFB-Team vor Nordmazedonien und Nationalheld Pandev gewarnt

Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger warnen vor Österreichs EM-Gegner Nordmazedonien. Der 37-jährige Goran Pandev wird nach seinem Goldtreffer gegen Georgien nun als Nationalheld verehrt.

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Goran Pandev erzielte in der 56. Minute das entscheidende Tor gegen Georgien. © AP
 

Rekord-Internationaler, Rekord-Torschütze und nun Nationalheld: Goran Pandev hat sich am Donnerstagabend in Nordmazedoniens Fußball-Historie verewigt. Mit seinem Goldtor beim 1:0 in Georgien bugsierte er das Nationalteam erstmals zu einem Großturnier. Bei der EM-Endrunde im kommenden Jahr treffen die Balkan-Kicker wie in der EM-Qualifikation auf Österreich.

"Das war ein großer Sieg für die Menschen zu Hause", sagte Pandev nach dem Erfolg in Tiflis. "Ich wollte dieser jungen Mannschaft einfach helfen. Sie sind eine bewundernswerte Truppe, sie verdienen das", meinte der 37-Jährige. "Mein Alter spielt keine Rolle", urteilte Pandev. "Ich habe schon viele Spiele wie dieses bestritten, ich habe Erfahrung."

Arnautovic: Pandev "hat immer ein Ass im Ärmel"

Als Stürmer stehen Klubs wie Inter Mailand, Lazio Rom, SC Napoli und nun FC Genoa auf seiner Visitenkarte. Mit 18 Jahren holte Inter das Talent nach Italien. Mit den Mailändern gewann Pandev 2010 das Triple aus Meisterschaft, Cup und Champions League. Damals war auch Marko Arnautovic ein Teamkollege. "Er hat immer ein Ass im Ärmel", sagte der Wiener im Vorjahr über den ehemaligen Mitspieler.

36 Tore in 114 Länderspielen hat Pandev seit seinem Team-Debüt 2001 nun für Nordmazedonien geschossen. Das wichtigste gelang ihm im Spätherbst seiner Karriere. Dabei schien er vorgebaut zu haben. In einem Instagram-Posting einige Tage vor dem Play-off-Finale schrieb Pandev: "Mehr als 19 Jahre mit diesem Trikot, dem schönsten der Welt. Niederlagen, Siege, Freuden, Demütigungen." Was nach einem Abschied klang, erlebt nun eine Fortsetzung - zumindest bis kommenden Juni.

Von FIFA-Rang 162 auf 65

Am Ende zahlte sich Pandevs Beharrlichkeit aus. Als Star der Landesauswahl war diese zumeist in den unteren Tabellenregionen bei Qualifikationen für Großturniere zu finden. Vor vier Jahren stand die noch junge Nation zwischenzeitlich nur auf Platz 162 im FIFA-Ranking. Aktuell steht Rang 65 zu Buche.

Pandev erklärte 2011 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, nachdem er sich und das Team ungerecht behandelt gefühlt hatte. Er ließ sich bald wieder umstimmen. 2014 beklagte er mangelnde Professionalität im Verband und kehrte der Nationalauswahl neuerlich den Rücken. Die Situation beruhigte sich, nachdem Igor Angelovski ein Jahr später das Amt des Teamchefs übernahm und den Star zurückholte.

Dragovic und Baumgartlinger warnen vor Nordmazedonien

In seiner Heimat gründete Pandev in seiner Heimatstadt Strmica die Nachwuchsschmiede Akademija Pandev. Der Verein unterhält auch eine Erwachsenen-Auswahl. Diese schaffte vor drei Jahren den Sprung in die erste Liga und klassierte sich in der abgelaufenen Saison auf Platz sieben.

Im vergangenen Jahr gewann Österreich in der EM-Qualifikation gegen die Nordmazedonier auswärts 4:1 und daheim 2:1. Dennoch warnen Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger vor den Balkan-Kickern. "Wir dürfen sie nicht auf die leichte Schulter nehmen", betonte Dragovic. "In Wien haben sie uns das Leben teilweise schwer gemacht. Da hat man gesehen, dass sie nicht so ein Jausengegner sind, sondern dass man an die 100 Prozent gehen muss", sagte der Verteidiger, der nach eigenen Angaben ein "50:50-Spiel" erwartet. Die in den beiden Duellen gesammelte Erfahrung könne ein Vorteil für das ÖFB-Team sein, vermutete Dragovic.

Baumgartlinger: "Pflichtsiege gibt es heutzutage nicht mehr"

Dieser Meinung schloss sich Baumgartlinger an. "Ich bin der Meinung, dass wir natürlich davon profitieren, sie in der unmittelbaren Vergangenheit zweimal als Gegner gehabt zu haben, auch mit guten Erinnerungen." Doch auch der ÖFB-Kapitän warnte vor zu großem Optimismus. "Wir dürfen sie nicht unterschätzen. Jeder, der sich über diesen zweiten Weg qualifiziert hat, hat Qualitäten und kann einem gewissen Druck standhalten. Wir wissen aber auch, dass wir sie schlagen können und wollen."

Fix einplanen könne man die drei Punkte im ersten EM-Gruppenspiel keinesfalls, betonte Baumgartlinger. "Pflichtsiege gibt es heutzutage nicht mehr. Jeder Gegner ist unangenehm."

Baumgartlinger verteidigt Sabitzer-Kritik

Bis zur EM stehen noch einige Länderspiele auf dem Programm - so etwa jenes in der Nations League am Sonntag im Wiener Happel-Stadion gegen Nordirland. Dabei steht Baumgartlinger vor seinem 81. A-Team-Einsatz. "Ich weiß das sehr wohl zu schätzen, weiß aber auch, dass man glückliche Momente und Gesundheit dazu braucht", erklärte der 32-Jährige.

Sein 80. Länderspiel absolvierte Baumgartlinger am Mittwoch beim 3:0 im Test in Luxemburg und damit in einer Partie, deren Austragung am Donnerstag von Marcel Sabitzer massiv kritisiert worden war. Der Leipzig-Profi habe "sinnvolle Fragen" gestellt, meinte Baumgartlinger in diesem Zusammenhang. "Das sind Dinge, die man hinterfragen muss."

Allerdings begrüßte der Salzburger auch, dass der Profi-Fußball trotz gravierender Corona-Probleme weiterläuft. "Ich bin sehr froh, dass wir alle Bewerbe durchpeitschen können, obwohl es in verschiedenen Ländern Lockdowns oder Teil-Lockdowns gibt. Wir sind in einer privilegierten Position", sagte Baumgartlinger.

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