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Europa LeagueSalzburgs Rose: "Es gibt jetzt kein Sudern und kein Nachkarten"

Nach dem ehrenhaften Ausscheiden in der Fußball-Europa-League richtet Red Bull Salzburg das Visier auf die nationalen Bewerbe.

Trainer Marco Rose
Trainer Marco Rose © APA/KRUGFOTO
 

"Diese Leistung soll oder muss eine Benchmark für die nächsten Wochen sein", sagte Trainer Marco Rose nach dem 3:1-Sieg gegen Napoli am Donnerstag. "Ich hätte gerne, wenn meine Spieler immer solche Spieler machen", stimmte er seine Truppe schon auf den Meisterkampf ein.

"Es gibt jetzt kein Sudern und kein Nachkarten", stellte der Deutsche trotz des knappen Outs fest. Am Ende war es ein Gegentor zu viel, das Salzburg den im vergangenen Jahr noch geschafften Aufstieg unter die besten acht Mannschaften unmöglich machte. Angesichts eines Stangentreffers von Munas Dubbar im Finish und mehreren anderen Möglichkeiten in der zweiten Hälfte schien dieser nicht außer Reichweite. Napoli setzte sich dank des 3:0-Erfolgs im Hinspiel im Stadio San Paolo aber knapp durch. Wer über die zwei Spiele die bessere Mannschaft war, darüber ließe sich freilich streiten.

"Fakt ist, dass wir ausgeschieden sind, aber auch eine klare Leistungssteigerung zum Hinspiel gezeigt haben. Fakt ist aber auch, dass man gegen Gegner wie Neapel nichts herschenken darf. Aber die Mannschaft darf ganz, ganz viele positive Sachen aus diesem Spiel mitnehmen", betonte Rose. "Ich bin ein Stück weit stolz auf meine Mannschaft, die ein dynamisches, temporeiches Fußballspiel auf den Platz gezaubert hat. Wenn nach einem Ausscheiden 27.000 im Stadion bleiben und einem zujubeln, sagt das alles."

Nach dem frühen Rückstand in der 14. Minute durch Arkadiusz Milik habe der Trainer nur einen Gedanken gehabt. "Scheiße! Es war ein unnötiger Ballverlust, dann die Konterqualität von Neapel. Trotzdem haben wir uns vor dem Spiel vorgenommen, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen, und sollte die Tür aufgehen, dass wir durchgehen", erzählte Rose. Zur Steigerung nach dem Seitenwechsel habe er nicht viel Input geben müssen: "Die Jungs waren extrem heiß, da brauchte ich nicht viel sagen."

An Ende lagen Freund und Leid dicht beieinander, wie Dominik Szoboszlai befand. "Wir sind zufrieden mit der Leistung, aber enttäuscht, weil wir ausgeschieden sind", sagte der Teenager. "Wir haben aber heute ganz Europa gezeigt, wie wir Fußball spielen können. Das wollen wir jetzt in die nächsten Wochen mitnehmen und die Meisterschaft und den Cup gewinnen", erklärte der 18-jährige Ungar, der bei seinem Europacup-Debüt im zentralen Mittelfeld eine Leistung wie ein Routinier ablieferte. "Ich bin nie nervös. Ich habe das gemacht, was ich kann, und ich glaube, dass es gut gelaufen ist."

Salzburg wolle sich jetzt "über die Meisterschaft für die Champions League qualifizieren", bekräftige Rose. Österreichs Champion hat in der kommenden Saison einen Fixplatz in der Königsklasse, sofern sich der Gewinner des Bewerbes über die nationale Meisterschaft für die nächste Saison qualifiziert. Für Salzburg schaut es in der Liga nicht schlecht aus. Die "Bullen" sind bereits fix Grunddurchgangs-Sieger und auch nach der Punkteteilung, die nach den Bundesliga-Matches am Sonntag vollzogen wird, in der Pole Position.

Über die restlichen zehn Runden wird es gelten, den LASK und weitere Verfolger in Schach zu halten. Im Cup steht Salzburg im Halbfinale. Gegner am 3. April ist der Regionalligist GAK. Im zweiten Semifinale stehen sich der LASK und Rapid gegenüber.

Wie viel Einsatzzeit Christoph Leitgeb im Frühjahr bekommen wird, steht noch in den Sternen. "Es gibt viele Jungs, die um die Plätze kämpfen", erklärte Rose. Der Einsatz des 33-Jährigen im Napoli-Rückspiel war aber eine abgemachte Sache, bestätigte der Spieler nachher. Und der Routinier zahlte das Vertrauen mit dem 3:1 zurück. Rose: "Ich freue mich riesig für ihn, und es ist für mich eine absolute Genugtuung."

Auch Leitgeb erlebte noch einmal eine gefühlsmäßige Achterbahn. "Die Mannschaft hat nach dem 0:1 unglaubliche Moral gezeigt. Für mich war es ein schönes Gefühl wieder zu spielen, und das Tor war ein Highlight für mich." Es war der zweite Europacup-Treffer des Steirers, wobei der erste schon eine Weile her ist: Am 8. August 2007 netzte Leitgeb in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation im Rückspiel gegen FK Ventspils ebenfalls in der 92. Minute zum 4:0-Endstand ein.

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