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Champions LeagueKlopp war "noch nie mit einer besseren Mannschaft im Finale"

Im Endspiel der Champions League kommt es heute um 21 Uhr in Madrid zum englischen Duell zwischen Liverpool und Tottenham.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (Mitte) mit Mohamed Salah (links) und Virgil van Dijk (rechts)
Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (Mitte) mit Mohamed Salah (links) und Virgil van Dijk (rechts) © AP
 

Liverpool geht als klarer Favorit ins rein englische Champions-League-Endspiel gegen Tottenham. Neben der Erfahrung aus dem Vorjahr spricht auch die Qualität des Kaders am Samstagabend (21.00 Uhr/live Sky, DAZN und im Liveticker der Kleinen Zeitung) im Estadio Metropolitano von Madrid für die "Reds" um ihren Trainer Jürgen Klopp. Der Deutsche will seine persönliche Final-Misere beenden.

Von den bisherigen sieben Endspielen mit Borussia Dortmund und Liverpool hat Klopp nur eines gewonnen. 2012 siegte der Mainzer mit Dortmund im DFB-Pokal, mit Liverpool unterlag er im englischen Ligacup 2016, in der Europa League 2016 und in der Champions League im Vorjahr in allen Finali. Der Bann soll nun gebrochen werden. "Ich war noch niemals mit einer besseren Mannschaft in einem Finale als jetzt", betonte Klopp demonstrativ.

"The Fab Three"

Liverpools Herzstück ist der Angriff. Das Trio Sadio Mane, Mohamed Salah und Roberto Firmino wird in Anlehnung an die Beatles "The Fab Three" genannt und besitzt laut Klopp "überragende Qualitäten". Der im Halbfinale für den damals verletzten Firmino aufgebotene Divock Origi muss sich trotz zwei Toren gegen Barcelona hinten anstellen.

Besonders Salah ist hoch motiviert. Beim 1:3 im Endspiel gegen Real Madrid im Vorjahr musste der Ägypter nach einem Foul von Sergio Ramos schon nach einer halben Stunde verletzt vom Feld und konnte seinem Team nicht mehr helfen. "Ich hoffe, wir können ausbessern, war letztes Jahr passiert ist", sagte Salah, der mit 22 Toren zusammen mit Mane und Arsenals Pierre-Emerick Aubameyang erneut Torschützenkönig der Premier League wurde. "Wir haben mehr Erfahrung als das letzte Mal. Es wird hart, aber ich hoffe, wir gewinnen."

Bei Tottenham könnte im Angriff ein anderer Weltstar ein Comeback geben. Nach seiner Anfang April erlittenen Bänderverletzung meldete sich Harry Kane fit. "Ich bin bereit zu spielen", sagte Englands Teamkapitän. Trainer Mauricio Pochettino steht vor einem Dilemma. Rückt Kane in die Startelf müsste wohl Lucas Moura auf die Bank. Der Brasilianer schoss die "Spurs" mit drei Toren bei Ajax Amsterdam im Alleingang nach Madrid. Son Heung-min wird einen Fixplatz im Sturm haben.

Liverpool hat in der abgelaufenen Premier-League-Saison 26 Punkte mehr geholt als Tottenham und dazu beide direkten Duelle mit 2:1 gewonnen. Auch der Weg ins Finale war für das Team von der Merseyside mit Aufstiegen gegen Bayern München, Porto und Barcelona nominell schwerer. Tottenham schaltete in der K.o.-Phase Dortmund, Manchester City und Ajax aus.

Tottenham kann Historisches schaffen

Die Nordlondoner haben die Chance, Historisches zu schaffen. Während Liverpool die begehrteste Trophäe im europäischen Clubfußball bereits fünfmal gewonnen hat, ist das Finale für Tottenham eine Premiere. Ein Halbfinale 1962 war bisher das beste Abschneiden im Meistercup bzw. in der Champions League. Mit einem Sieg im Metropolitano könnten die "Spurs" das seltene Kunststück schaffen, alle drei Europacup-Titel zumindest einmal gewonnen zu haben.

Viermal war Tottenham in dieser Champions-League-Saison bereits so gut wie ausgeschieden. In der Gruppenphase retteten die Londoner ein spätes 1:0 gegen Inter Mailand und ein 1:1 beim FC Barcelona. Im Viertelfinale kamen sie mit einem 3:4 bei Manchester City, im Halbfinale nach einem 3:2 bei Ajax noch weiter. "Ich glaube nicht an Schicksal. Sollte es aber Schicksal sein, müssen wir gewinnen", sagte Innenverteidiger Jan Vertonghen vor dem Duell mit Liverpool.

Für Trainer Pochettino wäre es die Krönung einer langjährigen Aufbauarbeit. Seit der 47-jährige Argentinier Tottenham im Sommer 2014 übernommen hat, ging es für die "Spurs" aufwärts. Im Gegensatz zu den anderen Topteams steht Pochettino weniger Geld für Transfers zur Verfügung. In den letzten fünf Jahren hat Tottenham netto nur rund ein Sechstel so viel ausgegeben wie Liverpool, im vergangenen Sommer investierte der Club aufgrund des Baus des neuen Stadions kein Geld in neue Spieler.

Dies sorgte auch für interne Kritik. So monierte Linksverteidiger Danny Rose vor zwei Jahren, dass nur Spieler gekauft würden, über die er sich per Google informieren müsse. "Ungeachtet dessen, was ich damals gesagt habe, glaubt der Trainer an diesen Weg. Wir sehen nun, wie weit er uns gebracht hat. Ich dachte niemals, dass das mit Tottenham passieren könnte", meinte Rose nun.

Liverpool gab sich auch in den vergangenen Jahren als Ein- und Verkäufer. Die "Reds" haben mit Virgil van Dijk den teuersten Verteidiger und mit Alisson Becker den zweitteuersten Torhüter der Welt in ihren Reihen. Der brasilianische Teamtorhüter kam im vergangenen Sommer um über 70 Mio. Euro und ersetzte den Deutschen Loris Karius, der im Finale gegen Real schwer gepatzt hatte - für Klopp ein weiterer Puzzleteil, um den Weg zum Titelgewinn mit Liverpool endlich zu Ende zu gehen.

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