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WM-FinaleNiederlande fordern USA: "Unsere Jagd ist noch nicht zu Ende"

Finalkampf der Kontinente: Die Europameisterinnen aus den Niederlanden fordern heute im Frauen-WM-Finale die Titelverteidigerinnen aus den USA. Ihr Motto als Außenseiter ist klar: „Wir haben absolut nichts zu verlieren!“

Vivianne Miedema (links) und die Niederlande spielen heute gegen das US-Team rund um Alex Morgan um den WM-Titel
Vivianne Miedema (links) und die Niederlande spielen heute gegen das US-Team rund um Alex Morgan um den WM-Titel © APA/AFP/LOIC VENANCE/FRANCK FIFE
 

Rein sportlich ist die Rolle der Favoritinnen klar vergeben: Da sind auf der einen Seite die USA, die amtierenden Weltmeisterinnen, Stammgast in den letzten Endspielen und auf dem Weg zum vierten Titel. Gespickt mit Stars, die sich nicht nur auf dem Feld, sondern auch auf einigen Nebenfronten Gehör verschaffen. Und vergessen wir nicht: Der erste Aufreger dieser WM war die eindeutige Aussage der für das Endspiel wieder fit gemeldeten US-Stürmerin Megan Rapinoe, eine Einladung von US-Präsident Donald Trump im Falle des WM-Titels abzulehnen. Der zweite große Aufreger war die Geste von Kapitänin Alex Morgan, die auch als Fotomodell gute Figur macht, nach ihrem Siegtor im Halbfinale gegen England, als sie mit der Geste des Teetrinkens auf die Boston Tea Party 1776 verwies und damit in den USA sogar viral wurde.

Auf der anderen Seite stehen die Niederländerinnen, die noch nie in einem WM-Finale standen, aber dafür regierende Europameisterinnen sind. Die „Oranjeleuwinnen“, also die orangen Löwinnen, stört das aber nicht. Denn Endspielerfahrung haben sie, holten sie sich doch vor zwei Jahren den EM-Titel in der Heimat. Bei dieser WM haben sich die Holländerinnen bis ins Finale gekämpft, ohne ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen. „Und das erste Mal werden wir heute als Außenseiter aufs Feld gehen“, weiß Danielle van Donk auch. Genauso wissen die Europäerinnen aber: „Unser Jagd – Onze Jacht, wie es auf holländisch heißt – ist noch lange nicht zu Ende.“ Man freut sich auf das Duell mit dem großen Favoriten in Lyon, zählt auf die Unterstützung der zahlreichen Fans und hofft – etwa auf einen Weitschuss von Jackie Groenen, die im Halbfinale in der Verlängerung die Entscheidung gegen Schweden herbeiführte. Und dann gibt es da auch noch eine pikante Geschichte: Die holländische Verteidigerin Dominique Janssen heiratete 2018 den US-Amerikaner Brandon Bloodworth und nahm auch seinen Namen an. „Und auch, wenn ich mich seither auch ein bisschen als US-Amerikanerin fühle – heute wird auch seine Familie für Holland sein!“

Und dann gibt es in diesem Finale noch eine Kleinigkeit von Bedeutung: Denn sowohl bei den US-Amerikanerinnen, als auch bei den Holländerinnen sitzt jeweils eine Frau als Chefcoach auf der Bank – und das ist bei nur neun weiblichen Cheftrainerinnen bei den 24 WM-Teams keine Selbstverständlichkeit. Jill Ellis und Sarina Wiegmann hatten es dabei gar nicht leicht, sich durchzusetzen. Doch können beide schon auf Erfolge verweisen: Ellis (52), gebürtige Engländerin, gewann schon 2015 den WM-Titel, Wiegmann (49) holte sich mit ihren Löwinnen eben vor zwei Jahren den EM-Titel. Beide kamen auf US-Colleges zum Fußballsport, beide gelten als zurückhaltend, beide sind fachlich top, aber keine Sprücheklopfer. Und sie sollen, wie die Damen auf dem Feld, Vorbilder für nachfolgende Frauen werden, auch als Trainer.

WM-Prämien wieder erhöht

Klar ist: Die WM war und ist ein Erfolg. Noch nie waren so viele bei den TV-Übertragungen vor den Bildschirmen, die FIFA hat bereits angekündigt, die Prämien künftig weiter zu erhöhen.

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