Abseits-TorMarko Arnautovic kritisiert VAR: "Hat mit Fußball nichts zu tun!"

Während Marko Arnautovic nach seinem aberkannten Tor den VAR kritisierte, bleibt Franco Foda ein Befürworter des Videobeweises.

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Marko Arnautovic
Marko Arnautovic © APA/AFP/POOL/LAURENCE GRIFFITHS
 

Etwa eine Stunde nach Spielende hat die UEFA ein Bild veröffentlicht, auf dem das ganze Drama der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft beim 1:2 nach Verlängerung im EM-Achtelfinale gegen Italien zu sehen ist. Wie die kalibrierten Linien zeigten, stand Marko Arnautovic bei der Kopfball-Vorlage von David Alaba eine Schuhlänge im Abseits. Das Tor zum vermeintlichen 1:0 wurde daher vom Video-Assistenten (VAR) zu Recht aberkannt.

Trotzdem hatten Arnautovic und seine Teamkollegen große Probleme, sich mit dieser Situation abzufinden. Nicht erst seit dem Spiel am Samstag im Londoner Wembley-Stadion gilt der VAR als Stimmungskiller, weil er Spieler und Fans manchmal minutenlang auf wichtige Entscheidungen warten lässt. "Wir haben schon oft genug diskutiert wegen dieser VAR-Geschichte. Man kann sich nicht mehr freuen, man muss immer warten, bis irgendwelche Leute irgendwas entscheiden, ob das Abseits ist, oder ein Tor ist, oder ein Foul ist. Das hat mit Fußball nichts zu tun", sagte Arnautovic.

Dadurch würden die dem Fußball eigenen Emotionen verloren gehen, betonte der China-Legionär. "Das hat mit Fußball gar nichts mehr zu tun, aber wir müssen das akzeptieren. Für mich persönlich ist es extrem schwer." Laut Arnautovic wäre Österreich im Viertelfinale gewesen, hätte das Tor in der 65. Minute gezählt. "Ich glaube nicht, dass sie zurückgekommen wären."

Diese Meinung vertrat auch Sasa Kalajdzic, der für Arnautovic eingewechselt wurde und die Partie mit seinem Treffer in der 114. Minute noch einmal spannend machte. "Eigentlich hätten wir gewonnen, wenn nicht Marko mit dem Zeh im Abseits gestanden wäre", sagte der Stuttgart-Angreifer. Nach den Angaben von Kalajdzic wurde dem ÖFB-Team vom VAR eine mögliche Sensation gegen den vierfachen Weltmeister "weggerissen. Abseits ist Abseits, aber das ist schon bitter." Goalie Daniel Bachmann beschrieb die Zeit zwischen dem Tor und dessen Aberkennung als "Hochschaubahn der Gefühle".

Ähnlich erging es Teamchef Franco Foda. "Die Emotionalität nach dem Tor war riesengroß. Ich habe in der Situation überhaupt nicht daran gedacht, dass es noch einen Video-Assistenten gibt." Der Deutsche wurde in der Folge vom Vierten Offiziellen darauf hingewiesen, dass der Treffer überprüft werde - und musste wenig später zur Kenntnis nehmen, dass es beim Spielstand von 0:0 blieb. "Dann ist man auf einmal wieder enttäuscht und betrübt", erzählte Foda. "Wären wir da in Führung gegangen, bin ich der Überzeugung, hätten wir das Spiel als Sieger verlassen."

Seine Mannschaft hatte schon davor im Turnier schlechte Erfahrungen mit dem Video-Assistenten gemacht. Beim 0:2 gegen die Niederlande wurde nachträglich ein Elfmeterfoul von Alaba aufgedeckt, das die Führung für die "Oranjes" bedeutete. Trotzdem bleibt Foda ein klarer Befürworter des technischen Hilfsmittels. "Ich bin für den VAR, weil ich schon immer betont habe, dass im Fußball Gerechtigkeit herrschen muss. Heute hat es uns getroffen, damit muss man leben", erklärte der Teamchef.

Kommentare (28)
lucas200497
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Arnautovic

Der Arnautovic hat am Wenigsten Recht dauernd rumzumaulen
Schlechter Verlierer
Abseits ist nunmal abseits
Ob es uns gefällt oder nicht

Auch wenn es mir leid tut um unsere Niederlage
Die Entscheidung der Referees ist zu akzeptieren

Lodengrün
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Er hat nicht gemault

er hat die Situation des Wartens beschrieben. Und er ist da nicht allein so hört und liest man. Er akzeptiert die Entscheidung steht da. Es scheint, wenn man ihm nur eine reinwürgen kann dann tut man es. Er ist unser verdientester Spieler der letzten Zeit und verdient dieses Dreckschleudern nicht,

ASchwammerlin
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Eine Schuhlänge, lächerlich!

Es sollte eine Regel eingeführt werden, dass Abseitsentscheidungen einer Körpergröße bedürfen, alles andere hat mit Sport nichts zu tun sondern ist etwas für Bürokraten und I-Tüpferl Reiter. Arnautovic hat vollkommen recht, uns wurde der Sieg gestohlen! Der britische Schiedsrichter Taylor war eine Katastrophe, hat Österreich permanent benachteiligt. Auch das Elferfoul an Lainer hat er wegen ein paar lächerlicher Zentimeter Abseits nicht gegeben!

hfg
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Arnautovic ist

Wenn er körperlich auch nur annähernd 100 % durchtrainiert wäre, absolute Weltklasse. Im fehlt immer nur die absolute Topfittness im Vergleich zu den ganz großen wie Messi, Ronaldo usw.

emden09
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Fußball Grundgesetz

Einer meiner ersten Jugendtrainer hätte Herrn Arnautowitsch gut zu Gesicht gestanden. Er formulierte als Fußball Grundgesetz

1. Fußball findet nicht im Konjunktiv statt (wir benutzen weder hätte, wäre noch wenn)
2. Der Schiri hat immer Recht
3. Auf dem Platz machst Du was ich Dir sage
4. Wenn Du verlierst gratulierst Du nach dem Spiel dem Gegner, der war diesmal besser!

Schade, dass diese vier Grundregeln des Sportsmanship bei einem gestandenen Profi bis heute nicht angekommen sind.

Lodengrün
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Er ging

halt nicht den Weg über Akademien, großen Clubs wo im Unterricht am Nachmittag so etwas unterrichtet wird. Vom Käfigspiel kommend machte er sich auf den Weg über Holland. Lehrjahre in Italien, Deutschland folgten. In England wurde er ein Spieler dem auch die gegnerischen Fans applaudierten. Wie gut er dort war kann man auf YouTube sehen. Wer in unserem Team ging auch diesen Weg? Wenn man sich seinen Weg vor Augen hält dann muss man ihm zubilligen schon etwas geschafft zu haben. Er darf auch stolz auf sich sein. Die frechen, herabsetzenden Kommentare hat er sicher nicht verdient zumal er sich für die NM mehr als verdient gemacht hat.

GanzObjektivGesehen
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Der Videobeweis ist sicher fair.

Aber eine Schuhlänge ? Wenn es heißen würde "...mit dem gesamten Körper im Abseits" dann bitt ja.
Aber eine Schuhlänge ? Das ist schon penibel bis penetrant.....

bond007
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Bei anderen Sportarten...

Wird ein Videobeweis auch gemacht. Ich finde es ok

AIRAM123
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Wie viele Spiele gab es früher

… wo man sich nichts sehnlicher gewünscht hat als einen Videobeweis.
Jetzt gibt es ihn. Und im Endeffekt ist es gut so. Die lamentierenden gibt es so oder so.
Aber wenigstens muss man sich nicht mehr ein Leben lang vorhalten lassen, man hätte nur wegen dem blinden Schieri verloren oder gewonnen…

ReinholdSchurz
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Der Kropf oder Krampf 🙆🏻‍♂️

Ein klasse Stürmer steht halt nicht andauernd im Abseits das ist sein größtes Problem die Übersicht zu behalten, er ist ja auch ein Sprachenwunder er kennt in sechs verschiedenen Sprachen die Begrüßung 😂
Und jetzt auch die Abschiedsform, super nicht ein Genie der Evolution 🤕

hfg
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Ein Topspieler muss im

Entscheidenden Moment einige Zentimeter vorne sein und auch schon vorher wegsprinten , dadurch ist man natürlich einigemale im Abseits. Intellektuell zu sein ist absolut kein Anspruch für das Fußballspiel. Ich glaube das sich die meisten der Kritiker von Arnautovic auch nur einen Bruchteil seines Einkommens wünschen. Der IQ ist in seinem Beruf absolute Nebensache.

fon2024
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Andaman

der einzige Kropf ist ihr Kommentar.

ReinholdSchurz
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Schön 🙋🏻‍♂️

the winners write history, not the losers

Lodengrün
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Auch dieser

Satz stimmt nicht. Denke nach.

Lodengrün
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Lass das

wenn Du auch heute maulen musst. Als ob die Großen nie ins Abseits laufen. Und ob Du das Endprodukt der Evolution bist sollte man diskutieren.

selbstdenker70
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...

So ehrlich muss man sein, das 1:0 für Italien gehört Alaba. Bei 0:0 in einer Verlängerung darf er den gegnerischen Flügel nicht alleine lassen, bzw sich sogar noch von ihm entfernen. Aber OK, das Tempo war hoch, das Spiel lang und der Gegner keine U13. Da stolpert man beim kleinsten Funken Unaufmerksamkeit über so einen Fehler. Bitter in einer K. O. Phase. Aber in Summe eine mental sehr gute Leistung.

Eindachsomal
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Selbstdenker

Das ist schlichtweg falsch,Laimer war zu weit weg,Alaba musste in die Mitte um diese zu schließen, Aber wer macht über 120 Minuten keine Fehler!!??

dieRealität2019
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Generell haben sie ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Bei dem halt der Erfolg ausblieb.

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Diese Leistungen konnten vergleichsweise zeitweise immer wieder Nationalteams abliefern. Manchmal reichte es zu einem Sieg, manchmal wie jetzt hatten wir eben nicht das Quäntchen Glück. Wenn ich zurückblicke sehe ich das österreichische Niveau ist. Nichts Schlechtes noch anrüchiges. Das sind eben wir Österreicher. Starke Einzelspieler (sieht man an den internationalen Stationierungen), aber für ein größtenteils kontinuierliches siegreiches Team reicht es nicht.
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Unabhängig ob und inwieweit Video für das Spiel zum Vorteil ist. Das Abseits im Bild gegenüber im Spielverlauf zu sehen zeigt halt dann den tatsächlichen Abstand. Korrekt entspricht dem Reglement. Ums "Arschlecken" das Tor aberkannt. Einerseits hätte das für die Österreicher einen aggressiveren Auftrieb bringen können, andererseits wären die Italiener gezwungen gewesen Gas zu geben. Ja wenn es das Wort "wenn" nicht geben würde.
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Das ist Fußball. Es war Wert dieses Spiel zu sehen. Nach dem k.o. System bleibt halt eine Mannschaft liegen.
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Wenn ich hier sorry zum Vergleich größtenteils die internationale Erfolglosigkeit von Red Bull ansehe? Geld und Potenzial in Hülle und Fülle und trotzdem keine dementsprechenden Erfolge. In der Verhältnismäßigkeit wenn ich mir dann Leipzig ansehe, Dort läuft es am Schnürchen.

hfg
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VAR ist wirklich nicht nur Vorteil

Bei fast allen Entscheidungen speziell-Elfer ja nein, Hands usw. bleibt genauso Diskussionsstoff wie bei der Schiedsrichter am Platz Entscheidung. Die absolute Wahrheit und Gerechtigkeit gibt es nicht. Aber dem Fußball wird durch VAR ziemlich viel genommen. Das lange Warten ist unerträglich-der Jubel usw. alles wird ausgebremst. Noch dümmer und schlechter ist bei einem klaren Abseits zuerst weiterspielen zu lassen und erst dann die Fahne zu heben.
Der Fußball lebt von den Emotionen und Tatsachenentscheidungen - das Tor der Hand Gottes, das umstrittene Englandtor Wembley usw. das Alles wird in Zukunft fehlen. Besser wird aber meiner Meinung nach durch VAR praktisch nichts oder sehr wenig.

hfg
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Wieder so eine Entscheidung

Bei Holland bekommt der Spieler nachträglich die rote Karte und die ewigen Checks unterbrechen den Spielfluss total. Je wichtiger das Spiel desto mehr und längere Checks werden sein. Für mich nur lästig wie Werbeeinschaltungen.

easy07
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Emotionen & Gerechtigkeitsempfinden

Also ich persönlich hatte in diesem Fall sicher mehr Emotionen als ohne VAR. Zuerst Freude, dann Anspannung und danach halt Enttäuschung, alles innerhalb von 2 Minuten. Ohne VAR wärs Freude gwesen, danach aber ein ungutes Gefühl, weil mein Gerechtigkeitsempfinden ein irreguläres Tor immer unfair findet.
Und: mir ist diese Enttäuschung nach einem aberkannten Tor 1000mal lieber, als dieser Mix aus Enttäuschung und Wut, wenn unser Gegner ein Abseitstor schießt, das wegen fehlendem VAR zählt.

hfg
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5 Zentimeter mit dem Knie

im Abseits-ein ungeheurer Vorteil - aber etwas für Bürokraten.
Da bevorzuge ich noch überhaupt die Abseitsregel wegzulassen. Wir haben früher immer ohne Abseitsregel gespielt - das Spielfeld wäre dadurch wesentlich besser zu nützen. Ein völlig anderes Spiel mit viel mehr Möglichkeiten würde sich entwickeln.
Genauso gehören die Wechselmöglichkeiten wie beim Handball eingeführt. Alle Spieler können immer und rasch wechseln. Das Zeitschinden und das auf der Bank sitzen wäre dadurch reduziert. Die Spieler müssten sich rascher umstellen und viele Varianten wären möglich.

LUR
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Es VAR einmal ein Spiel man nannte Fußball!

Sie haben zu 100% das Spiel ist Tod ohne diese Emotionen und Diskusionen. Ein sofortiger Stimmungskiller obendrein.
Willkommen andere Sportarten, wir ehemaligen Fußballfans kommen!

Ogolius
104
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Ohne….

Astronautovic hätten die Österreicher gewonnen!

fon2024
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Andaman

ogiolius wie kann man nur so einen Blödsinn schreiben,

Lodengrün
12
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Ohne Arnautovic

wären sie gar nicht zur EM gekommen.

 
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