EURO 2020Nach Auftaktsieg: ÖFB-Team richtet Blick bereits nach Amsterdam

Österreichs Fußball-Teamspieler durften am Sonntag in Bukarest einen historischen Sieg bejubeln, und dennoch richtete sich der Blick schon auf die kommenden Aufgaben.

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ÖFB-Spieler Marko Arnautovic
ÖFB-Spieler Marko Arnautovic © (c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Walgram)
 

Das 3:1 gegen Nordmazedonien bedeutete neben dem ersten ÖFB-Sieg bei einer Fußball-EM einen gelungenen Start in die laufende EURO. Auf das angepeilte Ziel, die K.o.-Phase, fehlt aber noch ein Stück. Der nächste Schritt könnte am Donnerstag (21.00 Uhr/live ORF 1) in Amsterdam gegen die Niederlande gelingen.

Die "Oranjes" setzten sich in ihrem Auftaktmatch gegen die Ukraine 3:2 durch und zeigten dabei eine über weite Strecken starke Leistung - so wie auch die Truppe von Andrij Schewtschenko. "Auf uns warten zwei schwere Spiele, doch wir brauchen uns vor beiden nicht zu verstecken", sagte Konrad Laimer.

Den Erfolg über die Nordmazedonier musste sich die ÖFB-Auswahl hart erarbeiten. "Sie sind sehr tief gestanden. Gegen solche Gegner ist es heutzutage immer schwer, jeder kann laufen und verteidigen", erklärte Laimer. Der Leipzig-Profi bereitete das Tor von Marko Arnautovic sehenswert vor ("Das war Intuition") und ließ selbst eine große Chance aus. "Ich hätte selbst ein Tor machen können, aber das habe ich mir für die nächsten Spiele aufgespart."

Österreich - Nordmazedonien 3:1: Die Leistung der ÖFB-Spieler in der Einzelkritik

Daniel Bachmann: 3

In seinem dritten Länderspiel unterlief dem Watford-Goalie ein Patzer. Es war etwas Pech und möglicherweise ein Foul mit im Spiel. Mit dem Fuß zeigte sich der Niederösterreicher ebenfalls nicht ganz sattelfest. Hielt gegen Nikolov glänzend. 

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Aleskander Dragovic: 3

Der Rekordteamspieler unter den ÖFB-EM-Teilnehmern spielte eine trockene Partie. Hatte aber das Pech, dass ihm Trajkovski kurz vor der Pause bei einem Luftzweikampf mit dem Ellbogen ins Gesicht schlug. Deshalb musst er in der Pause in der Kabine bleiben.

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David Alaba: 4

Es war die große Überraschung, dass der Superstar als zentraler Mann in einer Dreierkette aufgeboten wurde. Bewies viel Übersicht und versuchte das Aufbauspiel zu lenken. Als es notwendig war, ging er nach vorne und gab den Traumpass zum 2:1

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Martin Hinteregger: 3

Wirkte nicht wirklich bereit. Der Kärntner leitete mit einem viel zu lässigen Klärungsversuch das 1:1 ein. Auch bei missglückten Offensivaktionen legte er in der Rückwärtsbewegung keineswegs den Turbo ein. Der schwächste Innenverteidiger auf dem Platz.

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Stefan Lainer: 4

Die Pause gegen die Slowakei hat dem Jungpapa sehr gut getan. Er zeigte sich gegen den Ball stark verbessert. Nach vorne gewann er das Duell gegen Alioski beim 1:0, indem er in den freien Raum sprintete. Machte das öfter, wurde aber nicht angespielt.

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Xaver Schlager: 3

Bei den gefährlichen Umschaltmomenten der Nordmazedonier unterband der Wolfsburg-Legionär einige gefährliche
Szenen. Im Spiel nach vorne wirkte er zu hektisch. Dem
Mittelfeldrackerer fehlten nur nach vorne die zündenden Ideen.

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Konrad Laimer: 4

Der Dauerläufer wollte bis zu seiner Auswechslung
einfach nicht stehen bleiben. Bis zur Nachspielzeit gab der
24-Jährige Vollgas. Leitete den Treffer zum 2:1 von Arnautovic
perfekt ein und hatte sogar noch das 4:1 auf dem Fuß.

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Andreas Ulmer: 2

Bei Salzburg ist es der 35-Jährige gewohnt, Zuspiele direkt in den Strafraum zu flanken. Mit dem Ball am Fuß konnte er nicht so viel anfangen. Zeigte auch in der Defensive Stellungsfehler, die vor allem gegen Nikolov nur dank Bachmann nicht bestraft wurden.

AP

Marcel Sabitzer: 5

Der mit Abstand beste Mann auf dem Platz. Immer anspielbar,
sehr oft gute Ideen in der Offensive – der Traumassist zum 1:0 von Lainer inklusive. Brannte es lichterloh bei Ballverlusten, war sich der Leipzig-Kapitän nicht zu schade, im Vollsprint retour zu laufen.

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Christoph Baumgartner: 3

Der Edeltechniker wurde als zweite Sturmspitze neben Kalajdzic aufgeboten. Dem jüngsten im ÖFB-Kader gelang nicht allzu viel. Versuchte aber immer wieder, Linie ins Spiel zu bringen. Für ihn kam der spätere Torschütze Michael Gregoritsch ins Spiel.

 

AP

Sasa Kalajdzic: 2

Die fehlendeOffensivpower im Spiel der Österreicher lag zu großen Teilen an ihm.  Konnte praktisch keinen Ball
behaupten. Der Stuttgart- Angreifer wurde in der 59. Minute erlöst und durch Marko Arnautovic ersetzt.

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Philipp Lienhart: 4

Der Niederösterreicher kam zur Pause für den angeschlagenen Dragovic und spielte bei seinem ersten EM-Einsatz wie ein abgebrühter Routinier. Gewann seine Zweikämpfe und behielt in jedem Augenblick die Ruhe.

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Michael Gregoritsch: 4

Der Grazer stand dort, wo ein Stürmer stehen muss. Nach der Traumflanke von David Alaba gewann "Gregerl" den entscheidenden Zweikampf und traf zum 2:1, nachdem er kurz zuvor noch Pech bei einem Kopfball hatte.

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Marko Arnautovic: 4

Mit seiner Einwechslung für den völlig farblosen Kalajdzic kam ein Ruck ins Spiel der Österreicher. Der Wiener machte das 3:1 in bewährter Manier, indem er den Verteidiger abschüttelte, den Tormann ausspielte und seelenruhig einnetzte.

APA/AFP/POOL/MIHAI BARBU
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Laimer und seine Kollegen waren von Teamchef Franco Foda erst am Spieltag über die - teilweise überraschende - Aufstellung informiert worden. "Doch es hat immer schon Anzeichen gegeben, dass wir in dieser Formation spielen könnten. Wir haben gezeigt, dass wir mit dieser Besetzung auf jeden Fall Fünferkette spielen können", meinte der Salzburger. Auch Andreas Ulmer war mit der Systemumstellung zufrieden. "Wir hatten eine gute Kontrolle über den Gegner, haben wenig zugelassen und waren in der Restverteidigung richtig gut da."

Dass es ein Risiko sein könnte, David Alaba ausgerechnet im EM-Auftakt-Match zum ersten Mal in die Nationalteam-Innenverteidigung zu stellen, kam Ulmer nicht in den Sinn. "Er hat diese Rolle bei den Bayern oft gespielt, von daher hat keiner daran gedacht, dass es nicht funktionieren könnte."

Xaver Schlager schlug in der allgemeinen Jubelstimmung auch warnende Töne an. "Wir müssen noch besser werden, es war nicht alles optimal", sagte der Mittelfeldspieler und ergänzte, die Partie in der Bukarester Arena Nationala sei "sicher nicht unser bestes Spiel gewesen. Doch wir sind gut ins Turnier gestartet, das ist das Wichtigste."

Im Gegensatz zu Schlager, Ulmer und Laimer war Martin Hinteregger bereits bei der EM vor fünf Jahren mit von der Partie und musste damals zum Endrunden-Auftakt ein 0:2 gegen Ungarn hinnehmen. Umso größer war beim Verteidiger die Erleichterung, dass man diesmal einen gelungenen Start hinlegte. "Die, die 2016 dabei waren, haben den Druck schon extrem gespürt. Wir haben gewusst, wenn wir in der Gruppe eine Rolle spielen wollen, müssen wir Nordmazedonien schlagen. Das haben wir gemacht, und das noch dazu souverän", resümierte der Kärntner.

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