3:9 in ZnaimDie 99ers kamen ordentlich unter die Räder: "Nicht akzeptabel"

In der letzten Drittelpause lagen die 99ers in Tschechien noch in Führung, dann kippte das Spiel aber - und wie. Am Ende stand ein 3:9 auf der Anzeigentafel.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
In Znaim war nichts zu holen
In Znaim war nichts zu holen © APA/ERWIN SCHERIAU
 

Es gab durchaus bessere Vorzeichen, wenn die Graz 99ers in den Bus zu einer Auswärtsfahrt gestiegen sind. Kurz vor der Abfahrt – beim finalen Eislaufen in Liebenau – meldeten sich zu den bereits drei Verletzten noch zwei weitere Akteure spieluntauglich und ein Dritter fiel erkrankt aus. Dass er in Znaim auf Daniel Oberkofler, Kilian Rappold und Zintis Zusevics verzichten muss, wusste Trainer Jens Gustafsson schon länger, am Donnerstag zogen sich allerdings noch Michael Boivin und Keeper Anthony Peters im Training Verletzungen zu. Beide versuchten es am Freitag noch einmal auf dem Eis und mussten w.o. geben. Ebenfalls nicht mit von der Partie war Philipp Maurer. Er ist krank geworden.

Die Trainer mussten reagieren und "bediente" sich bei der U20. Darius Schachenhofer wurde als Back-Up-Keeper von Felix Nussbacher mitgenommen und mit ihm bestiegen Florian Murg (Verteidiger) und Zebastian Sjödin (Stürmer) den Bus nach Tschechien. Die Grazer gaben sich bei Znaim alles andere als verhalten und setzten im Angriffsdrittel bei Scheibenverlust gut nach. In der 14. Minute wurde der Einsatz belohnt. Die Scheibe kam über Jacob Pfeffer und Simon Hjalmarsson zu Ken Ograjensek. Der Slowene nahm sich kurz hinter der Blauen Linie ein Herz und schoss zur 1:0-Führung ein.

In der 22. Minute brachte wieder Hjalmarsson sein Geschick ins Spiel. Gekonnt nahm er einen Pass aus der eigenen Zone mit und bediente Ben Blood, der seinen vollen Schwung in den Schuss gelegt hat – 2:0. In der dritten Unterzahl (Mike Zalewski wegen Hakens) gerieten die Grazer dann mehrfach in Bedrängnis. Die Scheibe lief gut von rechts nach links und Keeper Nussbacher war die Sicht beim Schuss von Tomas Svoboda (25.) verstellt. Keine sieben Minuten später trugen die Hausherren einen schnellen Angriff über Links ab. Ex-Grazer Hunter Fejes versuchte es aus der Distanz. Kein Problem für Nussbacher, aber am Rebound war nur Ex-Dornbirner Anthony Luciani – der Ausgleich in der 32. Minute.

99ers-Trainer Jens Gustafsson

Wir haben 40 Minuten lang ein wirklich gutes Spiel gemacht. Dann haben wir leichte Tore bekommen, sie haben das Spiel gedreht. Wir haben unsere Köpfe und das Konzept verloren. Das ist nicht akzeptabel.

Ein gellendes Pfeiffkonzert ertönte dann in der 36. Minute. Die Hausherren mühten sich in doppelter Unterzahl gegen das immer enger werdende Viereck der Grazer. Am Ende war es dann Zalewski, der aus kurzer Distanz zum 3:2 getroffen hat. Die Pfiffe wollten bei den Tschechen bis zur zweiten Pause nicht verhallen, doch kurz nach der "Abkühlphase" hatten sie allen Grund zum Jubeln.

Tschechisches Feuerwerk im Schlussdrittel

In 52 Sekunden gelang den Hausherren durch Filip Ahl, Sebastian Gorcik und Joshua Brittain ein Dreifachschlag. Beim ersten Treffer sah Nussbacher unglücklich aus. Der nicht besonders harte Schuss kullerte ihm durch die Schoner. 17 Spielsekunden später fing Gorcik einen schwachen Pass von Calle Ackered direkt neben dem Tor ab und verwertetet. Das 5:3 besorgte Brittain nach einem perfekten Querpass von Luciani – eine Horrorminute.

In der 45. Minute kam es dann zu einer unschönen Szene. Joey Martin drückte Brittain von hinten in die Bande. Er knallte mit dem Kopf dagegen. Die Schiedsrichter gaben dem Legionär fünf Minuten und eine Spieldauerdisziplinarstrafe. In der Unterzahl bekam "Nussi" einen Versuch nicht unter Kontrolle und wieder gehörte der Rebound nicht den Grazern. Ahl stellte auf 6:3, doch dem nicht genug. Kevin Pesendorfer saß für Martin weiter auf der Strafbank und Znaim zog ein starkes Powerplay auf. Gorcik bekam zentral und frei vor dem Tor die Scheibe und traf. Vojtech Nemec freute sich noch über das 8:3 und das 9:3 war dann ein sehr fein vorgetragener Konter, den Vladimir Oscadal verwertet hat (58.)

Kommentare (3)
Karin1238
2
5
Lesenswert?

Ab in die Alps Hockey League

Wenn man nicht bereit ist starke Legionäre zu holen, die die jungen einheimischen Spieler zumindest in einer 4. Linie mitziehen können, dann soll man es einfach lassen. Wie soll man mit einer einzigen konkurrenzfähigen Linie in dieser Liga bestehen?
Lieber Vorstand, Hemdsärmel rauf, Klinken putzen, Sponsoren auftreiben. Ansonsten ab in die Alps. Die 800 Zuseher habt ihr dort auch.

Vonherzengrazer
0
11
Lesenswert?

Das haben sich die Grazer nicht verdient

Da hat man wieder einmal, wie leider viel zu oft seit 1999, bei der Spielerverpflichtung in Puncto Charakter und dem daraus resultierenden Mannschaftsgefüge so richtig daneben gegriffen!
Die Saison ist schon gelaufen! Schade- ich liebe diesen Sport. Aber in Graz wird er leider seit der tollen Zeit mit Persönlichkeiten wie Warren Norris oder Mike Zettl & CO halblustig betrieben. Und halblustig braucht keiner! Liebe Vereinsverantwortliche: Entweder wieder anständiges Eishockey in Graz bieten oder besser damit aufhören. Den Schmarren der letzten Jahre braucht die zweitgrößte Hauptstadt in diesem Land nicht mehr!

Ragnar Lodbrok
0
13
Lesenswert?

Ojeeee...welche Ausrede hat Vollmann

heuer? Man könnte fast glauben er bekommt eine jährliche Mißerfolgsprämie bei der Kaderzusammenstellung...