Die Mannschaft ist seit etwas mehr als einer Woche auf dem Eis. Wie lautet das erste Resümee?
DANIEL OBERKOFLER: Sehr positiv. Wir haben uns gegen Mountfield, das vor zwei Jahren im Champions-League-Finale war, gut gehalten (Anm. 4:6) und gegen Kolin, einen tschechischen Zweitligisten, gewonnen (Anm. 4:2). Der Fokus liegt auf dem Taktischen. Das Spiel mit dem Puck funktioniert nach einer Woche noch nicht so, wie man sich das vorstellt.

Wie sieht die taktische Auslegung aus?
Eigentlich bleibt das meiste gleich. Wir wollen offensives Hockey spielen, das auch die Fans gerne sehen. Aber mit Bedacht, um die Defensive nicht zu vernachlässigen.

Wie fügen sich die neuen Spieler in das Team ein?
Es ist nicht so schwierig, sich in diese Gruppe einzufügen. Alle, die geblieben sind, sind charakterlich top. Wir hatten innerhalb der Mannschaft schon genug Spaß. Man sagt immer, dass es "top Charaktere" sind, aber heuer wurde bei den Verpflichtungen darauf geschaut, dass das noch ein bisschen besser passt.

Der Charakter sagt nichts über die spielerische Klasse aus . . .
Wenn man sieht, wo unsere Neuen schon gespielt haben, dann kann man sich schon freuen. Das sind keine Legionäre, die in den USA in irgendeiner dritten Liga gespielt haben. Die haben einige Jahre in Russland oder Schweden gespielt. Ich denke, das sind schon gute Verpflichtungen.

Am Freitag spielen Sie gegen Ausgburg im Bunker wieder einmal vor Fans. Was darf man sich erwarten?
Wir werden uns alle reinhauen, aber nach zwei harten Wochen darf man sich noch keine Wunderdinge erwarten. Ein Feuerwerk kann ich nicht versprechen, immerhin ist das keine Würsteltruppe. Aber endlich spielen wir wieder vor Fans – ohne ist es bei aller Härte wie ein Freundschaftsspiel.

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Sie haben ein schwieriges Jahr hinter sich, waren lange am Bein verletzt und wurden  operiert. Wie sieht es bei Ihnen aus?
Vom Bein her geht es mir gut, aber natürlich fehlt mir die Spielpraxis. Bei mir ist es dann doch schon wieder länger her als bei anderen, dass ich gespielt habe. Es wird noch ein bisschen Zeit dauern, bis ich bei 100 Prozent bin. Ich schaue, dass ich defensiv meine Arbeit machen und alles andere kommt dann eh.

Wie waren die ersten Monate nach der Verletzung?
Am Anfang war ich immer sehr positiv eingestellt. Aber dann sind Zweifel gekommen, als es nach den ersten Spielen nach Weihnachten nicht besser geworden ist. Das Ödem ist geblieben und ich musste wieder Pause machen. 

Hatten Sie da Angst, dass es das Ende der Karriere sein kann?
Nie. Man klammert sich in solchen Situationen an etwas und bei mir war es unser Arzt Thomas Fladischer. Er hat mir die Methode mit dem Zementieren des Hohlraums im Knochen vorgeschlagen und es hat sehr gut funktioniert.

Jetzt sind Sie wieder dabei, aber mit wem stehen Sie in der Linie?
Ken Ograjensek und Joey Martin. Mit Ken spiele ich schon lange zusammen und da ist es lustig – ich weiß, was er tut auf dem Eis und umgekehrt. Da herrscht blindes Verständnis.

Sie haben kürzlich einen Abschluss im Bereich "Web- und Sozialmedia-Marketing" gemacht . . .
Ich wollte schon immer was anderes machen und ich hatte durch die Verletzung Zeit. Der Gedanke war generell da, dass ich was machen sollte oder will und es hat mir von der Ausbildung her getaugt.

Werden Sie dann einmal den Instagram-Account unserer Sportredaktion für einen Tag übernehmen?
Sicher - unbedingt.

Wie einfach war es nach vielen Jahren wieder die Schulbank zu drücken?
Am Anfang war es ein wenig ungewohnt, aber es hat mich sehr interessiert und es ist dann mit dem Lernen schnell wieder gegangen.

Wollen Sie in die Richtung was arbeiten?
Es ist schwierig, da was neben dem Eishockey zu machen.

Dem Verein helfen?
(lacht) Wenn der Verein was sagt, würde ich schon helfen.