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Eishockey

Mike Siklenka ließ Gnade walten

Früher war Mike Siklenka (36) in Klagenfurt ein großer Held. Heute darf er trotz Vertrages nicht mehr beim KAC spielen. Stattdessen schnürt er bei Hobby-Teams seine Schuhe.

Ein sehr nachdenklicher Mike Siklenka ist in Klagenfurt seit heuer zur Untätigkeit verdammt. In der Kabine blüht der ansonsten eher introvertierte Kanadier auf. Wie in seiner Profi-Karriere legt er keinen Wert auf Biegung oder Härte seines Stockes. Bei seinen ersten Schüssen mit neuem Gerät heißt es oft: Kopf einziehen © Wolfgang Jannach
 

Schneidende Stille, die das Blut gefrieren lässt. Soeben hat sich die Kabinentür der ansonsten so übermütigen, samstäglichen Eishockey-Hobbytruppe „Ultimate“ geöffnet. Mike Siklenka betritt den Raum. Dabei entfährt ihm nur ein kurzes, gedämpftes und tiefes: „Hello!“ Kein Geringerer als der Verteidiger-Hüne, der früher seine Gegenspieler wie eine Naturgewalt an der Bande regelrecht zerschellen ließ. Der Mann, den sie ehrfurchtsvoll „Henker“ nannten und der bei so manchen Faustduellen für blaue Augen und blutende Nasen gesorgt hatte. Genau jener Mike Siklenka, dessen Schlagschuss bei einigen Torhütern noch immer für unregelmäßigen Schlaf sorgt. Die Blicke wechseln von fragend und aufgeregt zu ängstlich. Er selbst wirkt amüsiert.

Gemächlich windet er sich in seine Ausrüstung. Die gesamte Kabine linst über ihre Augenwinkel auf ihn, beobachtet sein Tun. Halbseitiges Durchatmen herrscht erst, als die Fronten geklärt und aufgeteilt sind. Sprich: Wer mit Siklenka in Rot bzw. wer gegen ihn in Weiß spielt. Doch Anflüge von Panik erscheinen unbegründet. Der introvertierte Kanadier zieht nonchalant seine Kreise auf dem Eis und versorgt seine Mitspieler mit punktgenauen, wenngleich etwas harten Pässen. In Zweikämpfen steckt er zurück, lässt Gnade walten. Mit jeder Minute mehr auf dem Eis, beginnt er aufzublühen. Er lächelt, scherzt, plaudert. Kurz gesagt: Der Ex-Crack, der maßgeblichen Anteil am 30. KAC-Meistertitel hatte, wird Teil der „Ultimate“-Truppe. Obwohl er eigentlich bei den Rotjacken unter Vertrag steht (siehe Infobox). Aber dort wurde er vergangene Saison zur unerwünschten Person erklärt.

Tür bleibt zu

Siklenka hadert sichtlich mit dem Schicksal, dass die KAC-Kabinentür für ihn verschlossen bleibt. Kommentare dazu verkneift er sich. Dass sein Vertrag ein zweischneidiges Schwert sei, gibt er jedoch unverblümt zu: „Eine Eishockey-Karriere dauert nur kurz. Viele kanadische Spieler verfügen über keine fundierte Ausbildung. Dieser Zeitraum, Geld zu verdienen, ist also überschaubar. Und um einen Kontrakt zu unterzeichnen, braucht es immer zwei Parteien. Welches Team soll nun meinen Vertrag und mein Gehalt übernehmen?“, fragt der dreifache Familienvater. Anders ausgedrückt: Er ist zum Nichtstun gezwungen, muss in Klagenfurt die Vertragsdauer absitzen. Auch weil er vom KAC vorgeschlagene Ausstiegsszenarien abgelehnt hatte. Wobei von Absitzen keine Rede ist.

Zur Person

Mike Siklenka

Spitznamen: Sike, The Henker, Big Mike
Geboren: 18. Dezember 1979 in Meadow Lake (Sasketchewan, CAN)

Familie: verheiratet, 3 Kinder

Karriere: wurde 2005 im NHL-Draft an 118. Stelle von den Washington Capitals gezogen, spielte 2 NHL-Partien für New York Rangers und Philadelphia Flyers, wechselte 2004 zum KAC, kehrte nach Stationen bei Leksand/SWE und Lukko/FIN 2008 in die EBEL zurück (Salzburg), seit 2011 wieder beim KAC. Holte 2 EBEL-Titel (2010, 2013), Spengler Cup 2008 und Continental Cup 2010. Siklenka brachte es in seiner Profi-Karriere auf 2119 Strafminuten.

KAC-Vertrag: wurde für Play-off 2011 verpflichtet und signierte dann einen 5-Jahres-Vertrag.

Bei den Hobby-Teams ist Siklenka ein gern gesehener Gast, dem die Kabinenatmosphäre fehlt. „Die letzte Zeit war nicht einfach. Schließlich musste ich meinen Kindern erklären, warum ich nicht mehr für den KAC spiele. Eishockey ist wie eine Therapie, um den Kopf freizubekommen“, erklärt der Kanadier und versichert: „In der Kabine sind alle gleich. Jeder kennt mich als aggressiven Spieler. Das hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun.“ Denn in Wirklichkeit liebt Siklenka die Natur. „Weit weg von Dingen, die mich belasten. Das ist mein Sinn von Freiheit“, schildert der passionierte Jäger, der in der Nähe seiner Heimatstadt Meadow Lake gemeinsam mit seinem Vater die Obhut über 3500 Hektar Land hat. „Als Ranger“, wie er betont.

Als Wächter agiert der Hüne auch im Hobby-Team. Siklenkas Priorität zielt allerdings darauf ab, seine Mitspieler in Szene zu setzen. „Wenn ich ein Mal zum Schuss aushole, müsst ihr den Kopf einziehen“, sagt er schmunzelnd, dürfte es aber ernst meinen. Die wirklich wichtigen Punkte sammelt er jedoch später. Als er unaufgefordert (mit einem Arm) eine Kiste Gerstensaft in der Kabine ablädt und seinen Einstand begleicht. Wie es sich für neue Teamkollegen eben gehört.

MARTIN QUENDLER

Kommentare (3)

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adrianklafu
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scherz oder?

der war zum schluss schon so langsam und ist nur mehr durch extrem dumme fouls in den ungünstigsten situationen aufgefallen. der bericht kann ja wohl nur ein scherz sein. im übrigen ist es ja nett mitanzusehen wie familär sich der kac um seine ehemaligen kümmert. so freunderlwirtschaft ist was total nettes in einem kleinem dorfclub aber die liga hat sich entwickelt und es gehört ein gscheides managment her. schluss mit der protektion. den mason hauns raus als wir 4. waren nur weil der papa reichelt ihm eins reindrücken will nachdem er den sohnemann zurecht des kapitäns-amtes enthoben hat. einfach lächerlich mitanzusehen wie provinziell der club geführt wird.

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achsoo
3
6
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und jetzt

dass ist wieder eine Märchenstunde. der gute hätte jetzt zeit dem Quendler ein wenig Praxis bei zu bringen, um endlich mehr kompentenz in seine berichte zu bringen, als hier sein (trauriges) Leben zu berichten. mir kommen die tränen... rosamunde pilcher lässt grüssen

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georgXV
3
5
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KAC

Gott-sei-Dank sind hoffentlich die Zeiten der pensionsartigen, NICHT leistungsbezogenen Verträge sehr bald vorbei !!!
Viveiros, Siklenka und andere träumen noch heute davon, was so alles möglich war !!!

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