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Start im AmateurbereichDie Euphorie über den Neustart ist nicht überall spürbar

Keine Zweikämpfe, kein Duschen im Verein, zwei Meter Abstand – seit Freitag ist Fußballtraining im Amateurbereich wieder erlaubt. Nicht alle nehmen das Angebot an.

Im Amateurbereich geht es wieder los
Im Amateurbereich geht es wieder los © (c) GEPA pictures/ Mario Buehner
 

Seit Freitag dürfen auch die Fußballvereine im Amateurbetrieb von offizieller Seite wieder das Training aufnehmen. Vor allem im Jugendbereich sei die Sehnsucht nach Bewegung und sportlicher Zusammenkunft groß wie nie, vermelden viele steirische Klubs quer durch alle Ligen. Während sich einige Teams aber über den Wiederbeginn freuen und noch heute die Lockerungen für das erste Training nutzen werden, gibt es auch jene, die keinen Grund zur Freude sehen.

"Es macht keinen Sinn", ächzt etwa Harald Pichler, Obmann des USV St. Kathrein am Offenegg. "Warum sollen wir zu trainieren beginnen, wenn noch kein Meisterschaftsstart feststeht?" Er sehe keine Perspektive und somit auch die Unmöglichkeit einer Kaderplanung. Sowohl Jugend- als auch Kampfmannschaftsbetrieb sei in nächster Zeit daher hier nicht angedacht.

Nichts als Kopfschütteln gibt es auch von Wolfgang Kainz, Jugendleiter des USV Siebing: Die Vorgaben, wie ein Training stattzufinden habe, seien laut seiner Aussage nicht umsetzbar: "Es gibt kein Match, keine Schussübung – wir werden so sicher noch nicht starten." Außerdem gebe es Gerüchte, wonach es auch im Herbst noch keinenMeisterschaftsbetrieb i n der Jugend geben wird. "Sollte das der Fall sein, ist dieser Sport tot", sagt Kainz.

Ebenfalls kein Comeback gibt es beim USV Gnas in der Südoststeiermark. Der gesamte Verein bleibt weiter in der Zwangspause, was die Einheiten auf dem grünen Rasen betrifft. "Gerade im Jugendbereich sind die Auflagen sehr schwer umzusetzen. Wir werden uns in den nächsten Wochen ansehen, wie es bei anderen Klubs funktioniert, und dann neu evaluieren. Bis dahin werden wir weiter unsere bewährten Online-Trainingseinheiten absolvieren", sagt der sportliche Leiter Andreas Zach.


Diese Entscheidungen kann Wolfgang Bartosch, der Präsident des Steirischen Fußballverbandes, durchaus nachvollziehen. "Immerhin haben die Vereine große Verantwortung mit dem Hygieneaufwand und den Überwachungspflichten", sagt der 62-Jährige. "Dennoch ist es ein Lichtstreifen am Horizont. Vor allem, weil in den Schulen das Turnen aktuell noch ausfällt, ist es umso wichtiger, dass die Kinder beim Fußball in Bewegung bleiben." Der Wiederanpfiff des Amateur-Meisterschaftsbetriebs wird noch länger ausbleiben. Bartosch: "Ich hoffe, dass wir spätestens Anfang Oktober anfangen. Sonst verlieren wir einige Vereine und viele Jugendliche."

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