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Nach Beach-WMJagerhofer: "Fürs Fischen bin ich der Falsche"

Die Beachvolleyball-WM auf der Wiener Donauinsel war für Hannes Jagerhofer (55) ein Erfolg. Eine Rückkehr an den Wörthersee ist wohl nur noch theoretisch möglich.

Das neueste Projekt von Hannes Jagerhofer: ein Beachvolleyball-Turnier in New York
Das neueste Projekt von Hannes Jagerhofer: ein Beachvolleyball-Turnier in New York © KLZ/Hassler
 

Anno 1997 haben Sie die Freibier-Karte gespielt, um Leute zum ersten Beachvolleyball-Turnier zu locken. In Wien hat es offenbar auch ohne ganz gut funktioniert?
Hannes Jagerhofer: Ich hätte mir es nie erträumen lassen, dass die Veranstaltung hier so gut angenommen wird. Aber ehrlich gesagt hatte ich die Hosen voll. Das alles war ein großes Risiko.

Inwiefern?
Man würde mit einem Schlag nicht nur 16 Sponsoren enttäuschen. Sondern auch Stadt, Land bis hin zur Bundesregierung. Am nächsten Tag kann ich dann wieder meine Surfschule eröffnen. Aber nicht mehr am Ossiacher See. Dann müsste ich weg aus Österreich.

Betrachtet man das riesige Areal auf der Donauinsel, erinnert es mehr an eine Messe-Ausstellung. An welcher Stelle rangiert noch der Sport?
Ohne Sport würde niemand kommen. Unser Grundgedanke war aber, dass Beachvolleyball den Familien zugänglich gemacht werden soll. Klarerweise sehen Firmen hier die perfekte Möglichkeit, neue Produkte für exakt ihre Zielgruppe zugänglich zu machen.

Können Sie beziffern, wie viele Leute dabei gewesen sind?
Wir hatten ein elektronisches Zählsystem. Hochgerechnet waren es 180.000 Leute. In Zeiten des Terrorismus in Urlaubsländern sind solche Zahlen für den heimischen Tourismus extrem interessant. Immerhin beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 6,57 Tage.

Von diesen 180.000 kamen manche aber wohl mehrmals . . .
Ok, dann sind es eben 60.000 Individuen. Ebenfalls eine gute Zahl wie ich meine.

Das Turnier war ein Erfolg, Sie wurden feierlich begrüßt, Firmen streiten sich um Sponsoring – warum sollten Sie jemals nach Klagenfurt zurückkehren?
Man kann nicht Turniere miteinander vergleichen. Hier hatten wir eine völlig andere Ausrichtung. Aber es waren internationale Top-Manager hier, die begeistert waren und uns bestätigten, so etwas noch nie erlebt zu haben. Das macht mich stolz.

Wäre für Sie persönlich und als Unternehmer das kleine Gelände in Klagenfurt inklusive der Diskussionen nicht ein Rückschritt?
Theoretisch ist das schon möglich. Aber in Wien steht die Politik zu 100 Prozent hinter uns. Wie man weiß, habe ich dieses Gefühl in Kärnten nicht.

Welche Schwierigkeit zieht das Gelände in Klagenfurt nach sich?
Man ist limitiert. Das Strandbad hat zwar alles gegeben. Aber in Kärnten bräuchte es für ein Turnier in dieser Größenordnung zwei Spielorte. Aus unternehmerischer Sicht, sollte auch Wien es wollen, muss man klarerweise überlegen hierzubleiben.

Sie wurden auch in Wien mit 2,6 Millionen Euro finanziell aus öffentlichen Mitteln unterstützt. Warum kommen Sie nicht ohne Steuergeld aus?
Wir sind keine große Industrienation. Selbst 100.000 Euro in bar von Sponsoren zu erhalten, ist mittlerweile nahezu unmöglich.

Es ist in der Profi-Sportwelt einzigartig, dass kein Eintritt verlangt wird. Der Grund?
Tickets würden mein Budget nicht wesentlich beeinflussen. Aber Zuschauer würden ausbleiben. Für das bisschen Geld, das nach Steuern bleibt, setze ich nicht meine Idee aufs Spiel.

Sprechen wir Klartext: Wie viel Geld wird Ihnen vom Turnier in Wien in etwa übrig bleiben?
Man kann nicht alles direkt umlegen. Eine WM hat das doppelte Budget von einem Major-Turnier, also rund neun Millionen Euro. Ich glaub nicht, dass ich es schaffe, Plus-Minus-Null auszusteigen. Das Turnier ist aber eine Visitenkarte und möglicherweise konnte ich zwei große Sponsoren gewinnen. Dann war es eine gute Marketing-Investition.

Das Beachvolleyball-Turnier polarisiert in Kärnten stark. Auch die Person Hannes Jagerhofer. Wie begegnen Sie ihren Kritikern?
Der Laie glaubt ja, dass es mit 300.000 Euro Aufwand getan ist und der Rest als Gewinn bleibt. Dass hier neun Millionen nötig sind, ist für viele nicht vorstellbar. Eine Gruppe von 30 Leuten lädt also an mir ihren täglichen Frust ab. Doch Neid und Missgunst war in Österreich immer schon die höchste Form der Anerkennung. Und kommt es darauf an, will niemand mit mir tauschen.

Wird 2018 in Klagenfurt oder Wien gespielt?
Wenn der Kärntner Tourismus Fischen oder Sommer-Wanderungen will, bin ich der Falsche. Ich sehe Beachvolleyball als Produkt, Kärnten etwas Gutes zu tun. Und da rede ich erst gar nicht von Umwegrentabilität.

Jagerhofers Angebot blieb unbeantwortet

Ein klares Bekenntnis für Beachvolleyball am Wörthersee war schon seit langer Zeit nicht mehr zu hören. Auch die Signale von Organisator Hannes Jagerhofer haben zuletzt eher auf einen Abschied hingedeutet. Dennoch hat er ein fertiges Angebot auf den Tisch gelegt, das eine Rückkehr des Beachvolleyballturniers möglich machen könnte. Eckpunkte und Bedingungen sind darin klar formuliert.

„Die Subventionen werden 400.000 Euro nicht überschreiten. Das steht fest. Mehr ist in dieser Situation nicht möglich“, sagt Landeshauptmann Peter Kaiser. Laut Verhandlungspartnern fordert Jagerhofer das Doppelte. Auch mit der Stadt Klagenfurt liegt eine Einigung noch in weiter Ferne. Dass sich Jagerhofer einen Termin für seine Veranstaltung aussuchen kann, ist ausgeschlossen. „Wir werden im September ein Konzept für die Beruhigung der Ostbucht vorlegen. Alles, was dort in Zukunft passiert, muss damit im Einklang stehen“, sagt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz. Die Grenze für Sachleistungen (Entsorgung, Infrastruktur) liege bei 200.000 Euro. Das Geld soll laut Bürgermeisterin nicht mehr von der Stadt, sondern vom Tourismusverein Klagenfurt kommen. Geschäftsführer Helmuth Micheler gibt sich bedeckt: „Es hat kein Gespräch mit Jagerhofer gegeben.“ Sein Angebot blieb bisher also unbeantwortet.

Wie zerfahren die Situation ist, zeigt eine kolportierte Aktion aus dem Vorjahr. Dabei sollen Kamera-Drohnen eingesetzt worden sein, um die von Jagerhofer vorgelegten Besucherzahlen zu kontrollieren.
Markus Sebestyen

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Danke für Ihr Verständnis.

Amadeus005
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Warum sponsert der Bund in Wien

Auch Kärnten ist Bundesgebiet. Allein deswegen hätte Klagenfurt Anspruch auf die entsprechende Bundesförderung.

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BernddasBrot
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Warum kein Eintritt ??

Zuschauer würden ausbleiben !!! Dachte einen Blitzgneisser gibt es nur im Kaisermühlen. Außerdem soll er in den USA einmal probieren einen EVENT wie diesen zu organisieren, da es dort keine öffentlichen Subventionen gibt. Nicht einmal für die Landwirtschaft....

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