Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Lawinenprognosebericht für die Steiermark

für Montag den 20.04.2020

(herausgegeben: Montag, 20 April 2020 16:03 Uhr)
Nordalpen Ost
Nordalpen West
Niedere Tauern Nord
Niedere Tauern Süd
Gurk- und Seetaler Alpen
Nordalpen Mitte
Lawinenwarnstufen im Detail
  • Stufe 1 Geringe Gefahr. Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Eine Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung (z.B. Skifahrergruppe ohne Abstände) an sehr wenigen, extremen Steilhängen möglich. Allgemein sichere Tourenverhältnisse.
  • Stufe 2 Mäßige Gefahr. Die Schneedecke ist an einigen Steilhängen (steiler als 30°) nur mäßig, ansonsten allgemein gut verfestigt. Auslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung (z.B. Skifahrergruppe ohne Abstände) vor allem in den angegebenen Steilhängen möglich. Unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenstellen günstige Tourenverhältnisse. Verzicht auf extrem steile Hänge mit mehr als 39°.
  • Stufe 3 Erhebliche Gefahr. Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen (steiler als 30°) mäßig bis schwach verfestigt. Auslösung von Lawinen ist schon bei einzelnen Skifahrern möglich. Skitouren erfordern lawinenkundliches Beurteilungsvermögen. Tourenmöglichkeiten eingeschränkt. Verzicht auf Hänge mit mehr als 34° Neigung und felsdurchsetztes Gelände.
  • Stufe 4 Große Gefahr. Die Schneedecke ist an den meisten Stilhängen schwach verfestigt, eine Lawinenauslösung bereits bei geringer Zusatzbelastung (z.B. durch einzelne Skifahrer) an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan (= ohne menschliches Zutun) viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. Tourenmöglichkeiten stark eingeschränkt.
  • Stufe 5 Sehr große Gefahr. Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan (= ohne menschliches Zutun) sind zahlreiche, große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände, zu erwarten. Skitouren sind allgemein nicht möglich.

Letzter Lagebericht der Saison: Tagesgang der Lawinengefahr, Nass- und Gleitschneeproblematik stehen im Vordergrund!

Gefahrenbeurteilung

+++ Der Lawinenlagebericht bezieht sich derzeit wegen der COVID-19 Krise ausschließlich auf die Gefährdung von Infrastruktur und Siedlungsraum und nicht auf den Tourenbereich!+++ In der Steiermark stellt sich ein Tagesgang ein und in den meisten Gebirgsgruppen steigt die Lawinengefahr von gering auf mäßig an. Dies geschieht je nach Verfestigung in der Nacht mehr oder weniger rasch und zum Teil noch vor Mittag. Es gilt somit vorwiegend auf Nass- und auf Gleitschneelawinen zu achten, die sich spontan lösen können. Prinzipiell sind Entladungen in sämtlichen Expositionen möglich, am häufigsten sind sie jedoch - dem Sonnenverlauf entsprechend - in den Hängen von Ost über Süd bis West. Vereinzelt können Forststraßen oder Wanderwege von Abgängen betroffen sein, ansonsten besteht kaum eine Gefährdung für Infrastruktur und Siedlungsraum.

Schneedeckenaufbau

Die Tageserwärmung gepaart mit oftmals völlig ungetrübter und dementsprechend intensiver Sonneneinstrahlung baut den ausstrahlungsbedingten Festigkeitsgewinn der klaren Nächte rasch ab und destabilisiert die Schneedecke. Somit können sich aus dem Steilgelände Nassschneelawinen spontan lösen. Ein bodennaher Schmierfilm reduziert zudem die Reibung der Schneetafel und kann auf glattem Fels oder auf steilen Grashängen zu Gleitschneeabgängen führen. Während der prognostizierten Hochdruckphase schreitet die Ausaperung voran und die ohnedies unterdurchschnittliche Schneedecke dezimiert sich weiter.

Wetter

Diese Woche steht im Zeichen eines Hochdruckeinflusses, somit dominieren über weite Strecken sonnige Verhältnisse, vereinzelte harmlose Wolken bilden die seltene Ausnahme. Die Temperaturen liegen in 1500m bei etwa 8 bis 10 Grad, in 2000m werden ca. 4 bis 5 Grad erwartet. Der Wind weht mäßig bis stark, im Gipfelniveau eventuell zeitweise auch stürmisch aus mehrheitlich östlichen bis südöstlichen Richtungen.

Tendenz

Durch den vergleichsweise ruhigen Wetterverlauf ändert sich die Lawinensituation nicht wesentlich. Auch weiterhin herrscht ein Tagesgang und es gilt vor allem auf Nass- und Gleitschneelawinen zu achten. Sollte sich die Lawinensituation nicht grundlegend ändern, ist dies der letzte Lagebericht der Saison.

Der nächste Prognosebricht wird morgen bis etwa 18:00 Uhr herausgegeben. Andreas Riegler