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Auch die Akustik macht den Raum

Akustisch unangenehme Räume können sich auf Dauer ziemlich aufs Gemüt schlagen. Tipps, wie man den Klang eines Raumes nachhaltig verbessert.

Herausforderung Homeoffice: Wenn dann auch noch der Raum akustisch nervt, wird’s Zeit für eine Optimierung © SFIO CRACHO
 

Homeoffice, Homeschooling und das generelle „Daheimbleiben“ gegen die Corona-Krise: So viel Zeit haben die meisten von uns wohl noch nie bzw. selten durchgehend in den eigenen vier Wänden verbracht. Manch einem wird in dem Raum oder Wohnbereich in dem er/sie sich mit Laptop, Smartphone etc. zurückgezogen hat, etwas aufgefallen sein, das er/sie vorher schon irgendwie spürte: Das ungewohnte Arbeitsumfeld ist akustisch nicht sehr angenehm.

Warum das? Hat man sich doch bei der Inneneinrichtung nicht lumpen lassen und auf das derzeit trendigste Mobiliar gesetzt? Darin liegt vielleicht schon die Ursache: Der heute übliche Minimalismus beim Einrichten setzt gerne auf sichtbare Betonflächen, Glas, glatte Möbel und Böden sowie auf Kunststoffe, Stahl und Aluminium. All das sind so genannte „schallharte“ Materialien, die den Schall von Stimmen und Geräuschen eher reflektieren denn absorbieren. Sprich: Es hallt nach. Physikalisch betrachtet wird der Schall im Raum so lange reflektiert, bis er seine Energie verliert. Und je länger diese Nachhallzeit ist, desto unangenehmer empfinden wir in der Regel die Akustik ­eines Wohnraums.

Nachhall eliminieren. Akustikexperten setzen bei der akustischen Optimierung von Räumen also zuerst bei der Nachhallzeit an. Ein einfacher Test: In die Hände klatschen – je länger das Klatschgeräusch nachhallt, desto mehr Nachhall und desto mehr Optimierungsbedarf gibt es.

Profis achten bei der Absorption von unerwünschten Schallwellen auch gezielt darauf, dass sowohl hohe als auch tiefe Frequenzen genau in dem Maß gedämpft werden, dass der Raum nicht unnatürlich erscheint (schalltot). Ein üblicher Ansatz sind Materialien und Möbelstücke, die bestimmte Frequenzbereiche absorbieren. Das gilt zum Beispiel für Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel oder auch für (gefüllte) Bücherregale. Sie absorbieren durch ihre weichen, porösen Flächen den Schall, anstatt ihn zurückzuwerfen.

Doch nicht jeder will sein hippes Wohnzimmer mit (unpassendem) Interieur zustellen. In diesem Fall könnten Paneele, Akustik-Raumdecken oder -Segel die Lösung sein. Sie alle haben akustisch absorbierende oder streuende Oberflächen und werden an Decken, Wänden oder auch an Schrankfronten montiert. Prinzipiell wird gegenüber jeder Schallquelle ein absorbierendes Element angebracht.

Akustikpaneele (hier aus Holzfurnier) gibt es in vielen Formaten Foto © FN/europlac


Alternativ kann man auch so genannte Akustikbilder einsetzen. Das sind Rahmenkonstruktionen mit speziellen Absorbereinlagen, die z. B. mit bedruckten Textilien bespannt sind.

Schall streuen – Diffusion erzeugen. Reflexionen, die von vielen Flächen statt nur von einer einzigen reflektiert werden, werden als angenehmer empfunden, als Schall, der regelmäßig zwischen zwei Wänden „pendelt“. ­Diese sogenannten Flatterechos treten zwischen zwei parallelen, gegenüberliegenden reflektierenden Wänden oder zwischen Decke und Boden eines Raumes auf. Aus diesem Grund ist die Raumakustik in Zimmern mit schrägen Wänden weniger problematisch. Abhilfe können u. a. großflächige ­Bücherregale mit offener Front und vielen Büchern oder auch Raufaser­tapeten schaffen.

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