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Vernichtendes Urteil von Öko-TestJedes zweite Olivenöl enthält Mineralöl

Zusätzlich schmecken einige ranzig, enthalten schädliche Weichmacher und entsprechen nicht der angegebenen Güteklasse. So der Befund der Zeitschrift Öko-Test, die 20 „nativ extra“ Olivenöle unter die Lupe nahm. Ein Blick auf die Details.

© (c) Luis Carlos Jiménez - stock.adobe.com
 

In Olivenöl-Flaschen aus dem Supermarkt, vom Discounter oder Feinkostladen ist leider nicht nur Olivenöl enthalten. Wo „extra vergine“ draufsteht, ist sogar ziemlich selten gutes Öl drinnen. Zu diesem Ergebnis kommt „Öko-Test“ in seiner Mai-Ausgabe. Das Team ließt die Öle von Expertenpanels auf geschmackliche Fehler sowie den sensorischen Gesamteindruck prüfen und beauftragte mehrere Labore, die Öle (darunter auch 12 Bio-Produkte) auf Schadstoffe wie Pestizide, Weichmacher und Mineralölrückstände untersuchen.

Das Ergebnis

Ein „Gut“ erhielten überhaupt nur zwei Olivenöle: ein konventionelles und ein Bio-Produkt. Das Öl von Rapunzel (Kreta Natives Olivenöl extra) enthält, wie die Analyse ergab, keinerlei Mineralölrückstände oder andere Schadstoffe. Geschmacklich ordnet Öko-Test es als mittelfruchtig, deutlich bitter und mit scharfem Geschmack und Geruch ein. Der Preis: 18 Euro pro Liter. Der zweite „Sieger“ ist leider nicht frei von Mineralölbestandteilen. Hier geht es zu den kostenpflichtigen Detail-Ergebnissen des Tests.

Knapp die Hälfte der getesteten Öle fällt überhaupt durch. Ganze neun sind „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Das Hauptproblem: Jedes zweite Olivenöl ist stark mit Mineralölrückständen verunreinigt. Zudem weisen vier Öle, anders als angegeben, nicht die höchste Güteklasse „nativ extra“ auf. Sie entpuppten sich im Geschmackstest als ranzig oder stichig. In drei Ölen war zudem Dibutylphthalat nachweisbar. Die Europäische Union stuft den Weichmacher als fortpflanzungsgefährdend ein – Grund genug dafür, dass er in Lebensmitteln nichts zu suchen hat. 

MOSH und MOAH

Unter Mineralölkohlenwasserstoffen versteht man eine sehr große Gruppe vieler verschiedener Stoffe. Darunter können potentiell krebserregende Verbindungen sein. Besonders bedenklich sind die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe MOAH – die ein von Ökotest beauftragtes Labor in der Hälfte der Öle nachgewiesen hat. In mehr als der Hälfte der Öle stecken zudem die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH/POSH. MOSH lagert der Körper in der Leber, den Lymphknoten, der Milz und im Fettgewebe ab. Was das für die Funktion dieser lebenswichtigen Organe bedeutet, ist bisher noch ungeklärt. POSH verhalten sich möglicherweise ähnlich, sind derzeit noch kaum erforscht.

Die hohen Mineralölverunreinigungen beschäftigen viele der Anbieter. „Einige versuchen sie zu minimieren. Andere Firmen schrieben uns, dass die analysierten Mineralölbestandteile auch aus der Natur, also etwa aus natürlichen Wachsen der Oliven kommen können“, heißt es bei Öko-Test. Das beauftragte Labor habe allerdings ausgeschlossen, dass die nachgewiesenen Mineralölbestandteile aus der Natur stammen. „Denn es hat die natürlichen Kohlenwasserstoffe von den fossilen, aus Erdöl stammenden Kohlenwasserstoffen mit einer aufwendigen Methode getrennt.“

Eine mögliche Erklärung: Oliven kommen während der Ernte auf den Olivenhainen und der Produktion mit Mineralöl in Kontakt. MOAH können von Schmierölen der Erntemaschinen, Förderbändern der Ölmühlen, Kettensägen zum Olivenbaum-Beschnitt, aber auch von Pestiziden auf Paraffinöl-Basis, Feinstaub und Abgasen stammen.

Kommentare (1)

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H260345H
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Lesenswert?

Ist ja nicht gerade neu,

dass die Nahrungsmittelindustrie ihre Kunden belügt, betrügt und gesundheitlich schädigt!
Auch in angeblich gesunder Margarine hat man ja schon Mineralölspuren gefunden, ein Nuss-Schokoladeaufstrich wurde als gesundheitlich bedenklich eingestuft, usw.
Aber Hauptsache, die Industrie scheffelt Millionengewinne, egal wie es den Kunden dabei geht!
Gerade solche Unternehmen werden von unserer derzeitigen Regierung massiv unterstützt!

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