AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

OMBUDSMANNLöschen des Onlinetickets war Betrugsversuch

Die ÖBB bieten auf ihrer Handy-App die Möglichkeit, ein gekauftes Ticket gleich wieder zu stornieren. Wer die Karte vorher entwerten lässt, begeht eine Straftat.

Wenn das Handy-Ticket einmal entwertet wurde, darf es nicht mehr storniert werden!
Wenn das Handy-Ticket einmal entwertet wurde, darf es nicht mehr storniert werden! © Illustration: Sinisa Pismestrovic
 

Unsere Leserin ist vor einiger Zeit vom Flughafen Wien in die Innenstadt gefahren. Sie war spät dran und ist „grad noch in den Zug gehüpft“ und dachte sich: „Ich löse mir ein Ticket mit der neuen Handy-App!“ Der Schaffner kam auch sofort und die Passagierin präsentierte ihr Online-Ticket.

Alles war perfekt. „Ich war sehr übernächtigt, hab’ mich mit dem Handy dumm herumgespielt und es dabei irgendwie geschafft, das Ticket, das ich gerade hergezeigt hatte, wieder zu löschen“, berichtete die Frau weiter.

Fataler Fehler

Doch das war offenbar ein fataler Fehler: Denn zwei Wochen später bekam die ÖBB-Kundin einen „ziemlich arg formulierten“ Brief. Darin sei sie „fast wie eine Schwerverbrecherin“ dargestellt und aufgefordert worden, 120 Euro zu bezahlen.

Man habe ihr unterstellt, so die Frau, das Ticket böswillig wieder gelöscht zu haben. Offenbar sei ihr in der Folge auch der Ticketpreis von 1,20 Euro wieder zurücküberwiesen worden. Was sie allerdings gar nicht bemerkt habe.

„Auf die Idee, dass das nur ein unbeabsichtigter Fehler gewesen sein könnte, kommt bei den ÖBB offenbar niemand. Wer löscht absichtlich ein Ticket um 1,20 Euro? Ich sicher nicht!“, empörte sich die Frau.

Die langjährige Kundin wollte dann auch noch persönlich vorsprechen und um eine Kulanz ersuchen, doch das sei ihr nicht gelungen. Sie hätte kein Problem damit, eine Strafe für ihr Fehlverhalten zu bezahlen: „Aber das Hundertfache vom ursprünglichen Wert des Tickets. Das sehe ich nicht ein“, erklärte die Kundin und bat den Ombudsmann zu vermitteln.

Kostenfreier Rücktritt

Kunden könnten nach einer fehlerhaften Eingabe den Ticketkauf kostenfrei rückgängig machen, erklärte uns der Pressesprecher der ÖBB, Herbert Hofer. Die konkrete Reklamation sei überprüft worden und man habe festgestellt, dass die Kundin bereits zuvor einmal ein Onlineticket storniert habe. Ein Versehen im konkreten Fall erscheine also unwahrscheinlich.

 

Wer sich irrt, kann kostenlos stornieren

Pressesprecher Herbert Hofer von den ÖBB erklärt, wie der irrtümliche Kauf eines Online-Tickets mit der Handy-App rückgängig gemacht werden kann.
Mit einer sogenannten „Undo-Funktion“ bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, nach einer fehlerhaften Eingabe den Ticketkauf kostenfrei rückgängig zu machen. Diese Funktion hat sich bestens bewährt und wird von unseren Kundinnen und Kunden sehr gut angenommen.
Der Storno-Vorgang spielt sich so ab: Zuerst wird der Kunde gefragt: „Zu schnell getippt? Halb so schlimm! Sie haben noch drei Minuten Zeit, um Ihren Kauf rückgängig zu machen. Sie erhalten den vollen Kaufpreis zurück!“ Nach dem Bezug des Tickets auf „Kauf rückgängig machen“ klicken mit folgendem Hinweis: „Ihr Kauf wurde erfolgreich rückgängig gemacht!“ Darunter erhalten Käufer die Info, dass Sie den vollen Kaufpreis zurückerhalten!
Wenn jemand vom Kauf einer validierten Karte zurücktritt, ist das ein Missbrauch. In solchen Fällen erhält der Kunde eine Fahrgeldnachforderung und den Hinweis, dass im Wiederholungsfall die strafbare Handlung angezeigt wird.
Korrekterweise hätte die Kundin nach der Stornierung ein neues Ticket kaufen müssen, um die genutzte Beförderungsleistung zu zahlen.

„Wenn jemand vom Kauf eines bereits validierten Tickets (der Zugbegleiter hat das Ticket elektronisch kontrolliert) innerhalb von drei Minuten zurücktritt, dann ist das ein Missbrauch und stellt eine strafbare Handlung nach dem Strafgesetzbuch (Erschleichung einer Leistung) dar“, erläuterte Hofer. Im konkreten Fall könne aus den genannten Gründen keine Kulanz mehr gewährt werden.

Kommentare (2)

Kommentieren
bergertho
1
16
Lesenswert?

Entwertet

der Schaffner das Ticket bei der Fahrscheinkontrolle nicht? Dann dürfte ja eine Stornomöglichkeit nicht mehr aktiv sein??

Antworten
Elli123
28
4
Lesenswert?

Erschleichung einer Leistung....

dazu müsste der Kundin erst einmal der Vorsatz nachgewiesen werden, was wohl unmöglich sein wird. Typisch Kleine Zeitung, ganz einfach irgendwelche Aussagen unkommentiert übernehmen und damit der Frau eine gerichtlich strafbare Handlung unterstellen.

Antworten