JOB-OMBUDSMANNFür Ferialjob viel zu wenig bezahlt bekommen

Junger Mann bekam als Schlosser im Ferienjob nur 550 Euro, obwohl ihm 900 zugestanden wären. AK setzte sein Rrecht durch.

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So mancher Ferialjob ist kein Honigschlecken
So mancher Ferialjob ist kein Honigschlecken © (c) industrieblick - Fotolia
 

In den Sommermonaten haben wieder viele Schüler und Studierende einen Ferialjob oder ein Pflichtpraktikum absolviert. "Betroffene haben sich bei uns gemeldet und über Mängel bei der Entlohnung und unfaire Arbeitszeiten geklagt", berichten die Juristen vom Rechtsschutz der Arbeiterkammer. Wer in den Ferien arbeitet, und sei es auch nur für kurze Zeit, wird von der Arbeiterkammer kostenlos beraten und vertreten.

Viel zu wenig bezahlt

In einem konkreten Fall musste ein Ferialarbeiter vor Gericht gehen, um zu seinem Recht zu kommen. Folgendermaßen hat sich der Fall eines jungen Grieskirchners laut AK abgespielt: Der Schüler hat in den Ferien fast vier Wochen in einer Schlosserei ausgeholfen. Die Bezahlung dafür: 550 Euro. Und das, obwohl er auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet und Überstunden geleistet hat. Überdies hat der Arbeitgeber die Anmeldung zur Sozialversicherung einfach „vergessen“.

Rechtsschutz

Nach Ende des Ferialjobs ging der junge Mann zur AK, die sofort bei der Firma intervenierte und eine korrekte Entlohnung einforderte. Vorerst ohne Erfolg. Also klagte die AK den offenen Betrag ein und der Schüler bekam schließlich 900 Euro nachbezahlt.

Kurze Fristen

"Zum Glück hat der junge Mann alle seine Arbeitszeiten mitgeschrieben und seine Arbeit mit Fotos dokumentiert", berichten die Experten und raten: Ferialjobber/-innen, denen es so oder ähnlich ergangen ist, sollten sich sehr rasch bei der AK melden, denn viele Kollektivverträge haben sehr kurze Verfallsfristen.

Wichtige Bestimmungen

Arbeitszeit: Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dürfen nicht länger als täglich 8 Stunden bzw. wöchentlich 40 Stunden arbeiten und grundsätzlich keine Überstunden machen. Werden trotzdem welche geleistet, müssen sie entlohnt oder mit Zeitausgleich im Verhältnis 1:1,5 abgegolten werden. Auch dürfen sie nicht von 20 Uhr bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. Unter gewissen Voraussetzungen ist jedoch eine andere Verteilung der Wochenarbeitszeit zulässig, besonders für das Hotel- und Gastgewerbe gibt es Ausnahmebestimmungen. Dort dürfen Jugendliche über 16 Jahren bis 23 Uhr und auch an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. Jeder zweite Sonntag muss jedoch arbeitsfrei bleiben.
Entlohnung: Nach Beendigung der Ferialarbeit muss die/der Jugendliche eine ordnungsgemäße Lohnabrechnung erhalten, auf der Bruttolohn oder Bruttogehalt, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge sowie sonstige Abgaben ersichtlich sind. Grundsätzlich müssen Ferialjobber/-innen nach dem Kollektivvertrag der jeweiligen Branche bezahlt werden.
Sozialversicherung: Ferialarbeiter/-innen haben ein befristetes Arbeitsverhältnis, das nach der vereinbarten Zeit automatisch endet. Während der Ferialarbeit ist die/der Jugendliche bei der Krankenkasse zu melden und voll versichert.
Pflichtpraktikum: Viele Schülerinnen und Schüler müssen ein 4 bis 12 Wochen dauerndes Praktikum absolvieren. Ziel ist es, den in der Schule erlernten Stoff praktisch umzusetzen. Für ein Pflichtpraktikum gelten alle sozial- und arbeitsrechtlichen Bestimmungen und zum Teil auch kollektivvertragliche Regelungen. Manche Kollektivverträge sehen bei der Entlohnung eigene Bestimmungen für Pflichtpraktikanten/-innen vor.  

Wenn diese Fristen verstrichen sind, kann nichts mehr nachgefordert werden.

Ein ausführliches Video der AK zum Thema Pflichtpraktikum finden Sie hier.

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