"Ich bin nicht verletzt, ich lebe mit dieser Verletzung", wiederholte Nadal, der schon fast seine gesamte Karriere unter dem Müller-Weiss-Syndrom leidet - einer Deformation des Mittelfußknochens. Darum hatte der Tennis-Star seine Saison im Vorjahr abbrechen müssen, war dann im Jänner aber mit einer nicht für möglich gehaltenen Siegesserie auf die Tour zurückgekehrt: Zwei Titel in Melbourne, zunächst bei einem kleinen ATP-250-Turnier, dann der Triumph beim Grand-Slam-Turnier sowie der Titel in Acapulco und dann erst im Finale von Indian Wells, bereits wieder stärker angeschlagen, die erste Niederlage.

In der Vorwoche war er im Viertelfinale an dem von vielen für seinen "Nachfolger" erkorenen Landsmann Carlos Alcaraz gescheitert, gegen den Kanadier Denis Shapovalov (CAN) war schon eine Runde früher Endstation. Das Match hatte er mit schmerzverzerrten Gesicht beendet, ein Aufgeben auf dem Platz ist für Nadal von seiner Einstellung her nahezu unmöglich. Gleiches gilt aber auch für eine Prognose für Roland Garros. "Ich weiß nicht, ob ich jetzt pausieren muss oder trainieren kann. Heute konnte ich nicht richtig spielen, aber in zwei Tagen kann es schon wieder besser sein."

Nadal liebt seinen Sport über alles, doch wie lange sich der Mallorquiner, der schon lange ausgesorgt hat, die Schmerzen noch antun wird, stellte er in einem Interview auf Spanisch selbst infrage. "Es wird ein Moment kommen, in dem mein Kopf sagt, genug ist genug, weil der Schmerz mir das Glück nimmt. Nicht nur fürs Tennis, sondern für mein Leben."