Als Binnenland sei Österreich besonders von Importen abhängig, um den Bedarf der Bevölkerung nach Fisch und Meeresfrüchten zu decken. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei lediglich sieben Prozent. Das heißt: Nur 4.920 Tonnen der konsumierten Wassertiere stammen aus heimischen Gewässern. Die restlichen 93 Prozent müssen dagegen importiert werden, knapp 79.000 Tonnen waren es 2021, für 2022 liegen noch keine Zahlen vor. Die Einfuhrmengen steigen jedoch konstant, erläuterte der ASC, der sich für umweltfreundliche Fischzucht einsetzt und ein Nachhaltigkeitssiegel für Aquakultur vergibt.

Trotz der steigenden Importmengen ist der Fischkonsum hierzulande vergleichsweise gering. Pro Kopf essen die Österreicherinnen und Österreicher acht Kilo Fisch pro Jahr. Das entspricht etwa 13 Kilogramm Fanggewicht. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in der EU liegt fast doppelt so hoch, bei rund 24 Kilogramm Fanggewicht. Die mit Abstand beliebtesten Fische und Meeresfrüchte in Österreich sind Lachs, Forelle und Garnelen. Die bedeutendste Fischart aus heimischer Aquakultur ist mit großem Vorsprung die Regenbogen- bzw. Lachsforelle vor Bachsaibling und Karpfen.

Beim Bremsen des menschengemachten Klimawandels haben Weltmeere bisher einen riesigen Anteil übernommen. Denn sie haben rund ein Viertel des vom Menschen produzierten Kohlendioxids aufgenommen und etwa 90 Prozent der Wärme, die durch den menschengemachten Treibhauseffekt entstanden sind. Doch während sich immer größere Mengen klimaschädlicher Gase in der Atmosphäre anreichern, können die Weltmeere zugleich immer schlechter gegensteuern. Ein Problem dabei ist auch die Fischerei, die den Ausstoß von Treibhausgasen wieder erhöht - etwa durch die Grundschleppnetzfischerei, mit der Schollen oder Garnelen gefangen werden. Dabei wühlen die Netze den Boden auf und wirbeln abgelagerte, kohlenstoffreiche Partikel im Wasser wieder hoch. Generell ist eine hohe Entnahme von Fischen aus ihrem Ökosystem ein Problem. Die Fangquoten erlaubten meist eine größere Entnahme von Fischen als in der Natur wieder nachwachsen könne, so Experten und Expertinnen.

(S E R V I C E - )