Beobachter befürchten, dass es zu militärischen Konfrontationen mit den Streitkräften Taiwans kommen könnte. Auch die USA sind mit starken Marineverbänden in der Region präsent.

China reagierte mit den umfangreichen militärischen Übungen auf den Besuch der Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Dienstag und Mittwoch der Vorwoche in Taiwan, den die Regierung in Peking als Verletzung der chinesischen Souveränität wertet. Sie betrachtet Taiwan als abtrünnigen Teil der Volksrepublik. Auch zu Wochenbeginn setzte China seine Militärübungen, die eigentlich am Sonntag beendet hätten werden sollen, vor Taiwan fort.

Seit der Abspaltung Taiwans von China will Peking die Insel wieder mit dem Festland vereinigen - notfalls mit militärischer Gewalt. Der Konflikt zwischen Peking und Taipeh hatte sich unter dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zuletzt verschärft. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat zudem Befürchtungen wachsen lassen, Peking könnte im Umgang mit Taiwan auf ein ähnliches Vorgehen setzen.

Westliche Länder wie die USA vertreten eine Ein-China-Politik, erkennen das demokratische Taiwan also nicht als unabhängigen Staat an. Allerdings unterhalten sie auf niedrigerer diplomatischer Ebene Regierungskontakte mit Taipeh und warnen China vor einer gewaltsamen Wiedervereinigung.