Auch in Hamburg und in Amsterdam wurde am Samstag der Christopher Street Day (CSD) gefeiert nach einer zweijährigen Pause aufgrund der Corona-Pandemie. "Ich habe es vermisst, und ich glaube, jeder hat es vermisst", sagte eine Teilnehmerin in Amsterdam laut Reuters. "Ursprünglich war es die Gay Pride, aber heute sieht man Hunderttausende von Menschen, unabhängig davon, ob sie schwul oder heterosexuell oder was auch immer sind, das ist so fantastisch", sagte demnach ein anderer Teilnehmer.

Durch Hamburg sind nach Angaben der Veranstalter 250.000 Menschen gezogen. "Wir sind superzufrieden und unbeschreiblich glücklich", sagte am Samstag der Sprecher des veranstaltenden Vereins Hamburg Pride. Das Bedürfnis, wieder auf die Straße zu gehen und sich lautstark für Akzeptanz einzusetzen, sei riesengroß. Die Demo in Hamburg stand diesmal unter dem Motto "Auf die Straße! Vielfalt statt Gewalt" und sollte auf "zunehmende Hasskriminalität gegenüber queeren Menschen" aufmerksam machen.

Vor einer großen Pride-Parade in der norwegischen Hauptstadt Oslo hatte Ende Juni ein Angreifer in der Nähe einer beliebten Schwulen-Bar Schüsse abgefeuert. Zwei Menschen starben, 21 weitere wurden verletzt. Der norwegische Geheimdienst PST stufte den Angriff als islamistischen Terroranschlag ein. Die Polizei geht unter anderem der Theorie nach, dass sich die Tat explizit gegen Homosexuelle gerichtet haben könnte.

Der Christopher Street Day wird weltweit gefeiert - in Hamburg traditionell Anfang August wie auch der Canal Pride in Amsterdam. Köln, München, Frankfurt, Berlin, aber auch Madrid zum Beispiel haben ihren CSD im Juli. In Städten wie Tel Aviv, New York und Paris wird schon im Juni demonstriert. Die Pride-Bewegung geht auf Ereignisse im Juni 1969 zurück, als Polizisten in New York eine Bar in der Christopher Street stürmten und einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transmenschen auslösten.