Es gebe "einen speziellen Kanal", der zwischen den Staatschefs vereinbart worden sei, sagte Lawrow. "Trotz gewisser öffentlicher Erklärungen" bestehe dieser weiterhin.

Ein möglicher Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA soll nach Wunsch des Kremls indes nicht öffentlich diskutiert werden. "Wenn wir den Gefangenenaustausch über die Presse diskutieren, wird er nie stattfinden", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow einen Tag nach Verhängung der international scharf kritisierten Haftstrafe gegen Griner. Russland hatte den USA bereits im Vorfeld der Verhandlungen vorgeworfen, "Megafon-Diplomatie" zu betreiben.

Ein russisches Gericht hatte den US-Basketballstar Griner am Donnerstag zu neun Jahren Haft wegen Drogenhandels verurteilt - eine harte Strafe, die einen Austausch zwischen Moskau und Washington möglich erscheinen lässt. Vergangene Woche hatte US-Außenminister Antony Blinken erstmals seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine mit Lawrow telefoniert. Infolge des Telefonats hatte Blinken gesagt, er habe Druck auf seinen russischen Amtskollegen ausgeübt, den "ernsthaften Vorschlag" Washingtons für eine Befreiung Griners und des wegen Spionage zu 16 Jahren Haft verurteilten US-Bürgers Paul Whelan anzunehmen.

Mehreren US-Medien zufolge könnten die beiden US-Gefangenen gegen den berüchtigten russischen Waffenhändler Viktor Bout ausgetauscht werden.

Nach der Verurteilung Griners setzte ihr US-Basketball-Team unterdessen ein Zeichen der Solidarität: Die Phoenix Mercury bekundeten vor dem Auswärtsspiel gegen die Connecticut Sun am Donnerstag (Ortszeit) in der nordamerikanischen Frauen-Profiliga WNBA ihre Unterstützung, indem sie zusammen mit den Gegnerinnen vor der Partie am Mittelkreis in "42 Sekunden Stille für unsere Schwester" ihre Arme verschränkten.

Griner war am 17. Februar auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden, nachdem Patronen für E-Zigaretten mit Haschischöl in ihrem Gepäck entdeckt worden waren. Die Starbasketballerin hatte das Öl in den USA gegen Schmerzen bei chronischen Verletzungen verschrieben bekommen. Marihuana ist in Russland verboten. Griner habe die Tat des Drogenschmuggels vorsätzlich begangen, urteilte das Gericht.

Griner spielt neben ihrem US-Team seit 2014 auch für das russische Basketballteam UMMC Jekaterinburg. Sie war nach einem Heimatbesuch auf dem Weg zu diesem Team. Die USA werfen Russland vor, der Prozess und das hohe Strafmaß gegen Griner sei politisch motiviert.