Die Schau wolle als Gesamtkunstwerk an die Hochzeit der Langspielplatte und der Comics in den 1970er und 1980er-Jahren erinnern, sagte der Comic-Forscher und Kurator Eckart Sackmann am Donnerstag bei der Präsentation. Neben den Covers für die sehr bekannten Musiker - oft von Plattenfirmen vermittelte Auftragsarbeiten - stehen eher unbekannte Bands, die aus verschiedenen Gründen dennoch von bekannten Comic-Zeichnern in Szene gesetzt wurden.

So gibt es ein Plattencover des belgischen "Tim und Struppi"-Zeichners Hergé (Georges Prosper Remi) für die dänische Rockgruppe Gasolin, das Cover für den französischen Sänger Dick Rivers (Hervé Forneri) stammt unverkennbar vom belgischen Kindercomiczeichner und "Lucky Luke"-Schöpfer Morris (Maurice de Bevere). Comics und die Ästhetik von Plattencovern hätten sich parallel seit den späten 1960er-Jahren stark entwickelt, sagte Sackmann. Beide Kunstformen seien in dieser Zeit kulturell zusammengewachsen. "Es war eine laute, eine offene, eine Aufbruchsstimmungszeit."

Anfang der 1990er sei diese Phase mit dem weitgehenden Verschwinden der Schallplatten aus den Läden zugunsten der CDs zu Ende gegangen. Da heute ein Großteil der Musik gestreamt werde, hätten heutige Hörer bei der Musik meist kein Bild mehr vor Augen, sagte Sackmann. "Früher war das anders: Denken Sie an Sgt. Pepper's, und Sie sehen das Plattencover."