Erste Covid-Intensivpatientin aus Salzburg in Wien

Die erste Covid-19-Intensivpatientin aus Salzburg ist am Mittwoch in Wien eingetroffen. Die Frau wurde mit einem ÖAMTC-Rettungshubschrauber in die Bundeshauptstadt geflogen und ins Wiener AKH überstellt. Das teilte Gesundheitsverbund-Sprecher Markus Pederiva am Nachmittag der APA mit. Nach der Frau sollen drei weitere Intensivpatienten von Salzburg nach Wien überstellt werden, um die prekäre Coronavirus-Situation in dem Bundesland zu entspannen.

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© AKH WIEN
 

Aus anderen Bundesländern, die ebenfalls mit kritischen Verhältnissen bei der Intensivbetten-Auslastung befasst sind, dürfte es zunächst keine Verlegungen in die Bundeshauptstadt geben. Zumindest bis am späten Mittwochnachmittag war dergleichen nicht geplant. Allerdings verlieh die Bundeshauptstadt drei Ecmo-Geräte (das sind jene Geräte, bei denen das Blut aus dem Körper herausgenommen und außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und wieder zurückgeführt wird, Anm.) nach Niederösterreich. Diese werden für schwere Covid-Intensivpatienten genutzt, hieß es aus dem Büro von Hacker.

Unterdessen ist im Bundesland Salzburg die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden, erneut stark gestiegen. Lagen am Dienstag 45 Infizierte auf den Intensivstationen, waren es am Mittwoch bereits 50 Patienten. Die bisher genannte Obergrenze von 51 Intensivbetten ist damit nahezu erreicht. Vorerst wurden 17 weitere Covid-Intensivbetten bereitgestellt.

Wegen der angespannten Situation ist die Anzahl der Intensivbetten aufgestockt worden. Im Uniklinikum Salzburg können 13 weitere Betten mit Covid-Intensivpatienten belegt werden, im Klinikum Schwarzach weitere vier Betten, wie der Sprecher der Salzburger Landeskliniken (SALK), Wolfgang Fürweger, am Mittwoch auf APA-Anfrage erklärte.

Ein Sprecher des Landes betonte, es werde alles getan, damit alle Menschen, die medizinische Versorgung benötigen, diese auch erhalten. Je nach Bedarf könnten noch weitere Covid-Intensivbetten bereitgestellt werden. Vorerst seien keine weitere Überstellungen in ein anderes Bundesland geplant. Zunächst bleibe es bei der Anzahl von vier Covid-Intensivpatienten, die heute und morgen aus Salzburg per Hubschrauber ins Wiener AKH gebracht werden.

Die Anzahl der Corona-Patienten auf den Normalstationen der Salzburger Spitäler ist seit gestern annähernd gleich geblieben. Laut Landesstatistik waren es am Dienstag 205 Patienten, aktuell sind es 206.

Das Bundesland Salzburg lag am Mittwoch mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.734,6 bundesländerweit erneut an der Spitze. Seit Dienstag wurden 1.464 Neuinfektionen und sieben Todesfälle in Zusammenhang mit Corona verzeichnet.

Immer mehr Kinder, die mit dem Coronavirus infiziert sind, benötigen medizinische Betreuung im Spital. Laut einem aktuellen Bericht von ORF Salzburg wurde ein Neugeborenes mit Covid-19-Verdacht in der Eltern-Kind-Station des Kinderspitals im Salzburger Uniklinikum eingeliefert. Es sei eines von fünf Kindern und Jugendlichen, die derzeit wegen einer Coronavirus-Infektion im Kinderkrankenhaus liegen. Ein fünfjähriger Bub brauche dort weiterhin eine Intensivbehandlung. Ein vierjähriges Mädchen, das unter der Corona-Folgeerkrankung PIMS gelitten habe, sei wieder zurück auf der Normalstation und dürfte das Spital bald verlassen.

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