Wien analysiert täglich 181.400 aussagekräftige Corona-Tests

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle sind in der vergangenen Woche in Wien im Rahmen der Aktion "Alles gurgelt!" 1,27 Mio. PCR-Tests analysiert worden. Das sind durchschnittlich 181.400 Tests pro Tag, wobei am 16. November sogar 249.000 Proben ausgewertet wurden. Das gab die Stadt Wien am Mittwochnachmittag bekannt.

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© APA/THEMENBILD
 

435.000 Wienerinnen und Wiener nutzen das Testprogramm regelmäßig. Die Abgabe der Gurgelproben ist in über 600 Rewe-Filialen und Tankstellen möglich, am Sonntag stehen 80 Abgabe-Boxen zur Verfügung, wobei die Boxen an besonders frequentierten Orten zuletzt aufgestockt wurden.

Im Durchschnitt vergehen zwischen der Abgabe der Probe und der Übermittlung des Ergebnisses 18 Stunden - "nur 0,2 Prozent der Proben brauchen mehr als die versprochenen 24 Stunden", betonte in diesem Zusammenhang das Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gegenüber der APA. In Einzelfällen könne es natürlich immer zu Fehlern kommen: "Betroffene werden gebeten, Fehlermeldungen direkt im dafür vorgesehenen Onlineformular zu melden, damit wir Prozesse weiterhin optimieren können." Der entsprechende Link ist unter abrufbar.

In anderen Bundesländern funktioniert das PCR-Testen dagegen - nimmt man die Bundeshauptstadt als Maßstab - wesentlich schlechter bis nicht adäquat. In Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg ist das System seit zwei Tagen eingeschränkt, ein neuer Test darf aufgrund von Engpässen nur alle 48 Stunden gemacht werden.

Dieser Umstand macht lückenlose Ergebnisse für die Arbeit schwer bis unmöglich, was für Pendler nach Wien insofern von Bedeutung ist, als Tests nur 48 Stunden gelten, berichtete das "Ö1 Morgenjournal". Testauswertungen dauern in den betroffenen Bundesländern "30 Stunden oder länger", hieß es seitens der Arbeiterkammer Niederösterreich. Als Notlösung behelfe man sich in den Betrieben mit - weniger aussagekräftigen -Antigen-Tests. Das führe mitunter zu Chaos und Menschenschlangen in den Teststraßen und vor Apotheken, in den Apotheken würden mitunter parallel PCR- und Antigen-Tests gemacht.

In Salzburg waren zuletzt in einigen Apotheken die Test-Kits ausgegangen. In Kärnten hat es einen Krisen-Gipfel mit dem Anbieter gegeben. Am Mittwoch sagte Landessprecher Gerd Kurath dann auf einer Pressekonferenz, dass sich die Lage bei den Gurgeltests entspannt habe. Zwar gebe es vereinzelt noch Probleme an Test-Kits zu kommen oder man müsse auf das Ergebnis warten, aber: "Im Großen und Ganzen hat sich die Lage verbessert." Tirol will ein flächendeckendes PCR-Gurgel-System aufbauen. Allerdings hat laut "Tiroler Tageszeitung" bereits der zweite Anbieter mangels Kapazitäten abgesagt.

Im Burgenland sprach man am Mittwoch von einer leichten Besserung bei der Auswertung der PCR-Gurgeltests. Es gebe aber nach wie vor Engpässe, hieß es vom Koordinationsstab Coronavirus des Landes. An einer Lösung werde gearbeitet - sowohl mit dem Anbieter als auch an einer eigenen. Keine Probleme gebe es hingegen bei der Auswertung der behördlich angeordneten PCR-Tests.

Auch in der Steiermark gibt es nach wie vor Verzögerungen bei der Auswertung der PCR-Tests - wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß der vergangenen zwei Wochen. "24 Stunden schaffen wir noch nicht, aber wir erkennen eine deutliche Verbesserung", so Testkoordinator Harald Eitner auf APA-Anfrage. "Etwa drei Viertel der Proben" würden innerhalb von 24 Stunden bearbeitet werden können.

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit liege bei 30 Stunden. Mitte November sei sie noch bei 38 Stunden gelegen. Das von der Tauernlabor GmbH in Graz neu in Betrieb genommene Auswertungslabor habe in der ersten Woche vorerst die burgenländischen Proben ausgewertet. "Das war sozusagen der Probebetrieb. Ab dem Wochenende soll es dann auch für die steirischen Proben so weit sein", berichtete Eitner weiter. Mit dem Anmelde-Tool "Österreich testet" sei es in der Steiermark auch am Mittwoch wieder zu Probleme gekommen: "Das war allerdings selektiv bei einigen Stationen und war, wie uns gemeldet wurde, auf einen fehlerhaften Server zurückzuführen". Zu Mittag habe es laut den Rückmeldungen der Teststationen wieder überall funktioniert.

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