Schweizer Kampa-Verlag kauft Salzburger Verlag Jung und Jung

Der Salzburger Verlag Jung und Jung wird an den Schweizer Kampa-Verlag verkauft. Der Verleger Jochen Jung, der im nächsten Jahr 80 Jahre alt wird, erklärte gegenüber den "Salzburger Nachrichten" (Mittwochausgabe), dass noch in dieser Woche der Vertrag unterschrieben werden soll. Daniel Kampa wolle sein Einflussgebiet nach Österreich und Deutschland erweitern.

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© APA/ROBERT JAEGER
 

"Du kannst den Verlag auf Dauer nicht weiterführen, aber du musst ihn dahin bringen, dass er weiter existieren kann", sagte Jochen Jung, der auch Germanist und Schriftsteller ist, zu den "SN". Er habe einige Versuche unternommen, mit Vertretern großer Verlagshäuser ins Gespräch zu kommen, die sich aber alle zerschlagen hätten. Dann sei es rasch gegangen, als der Schweizer Verleger Interesse gezeigt habe.

Daniel Kampa habe in Österreich einen Verlag gesucht, dem er Entwicklungsfähigkeit zutraut, erklärte Jung. Der Schweizer Verleger wolle dem Salzburger Verlag seine Eigenart lassen. Der Standort Salzburg und seine Mitarbeiter sollen erhalten bleiben. Eine Einmischung ins Programm sei nicht vorgesehen. Kampa sei offen und interessiert an Literatur. Er betreue die Gesamtausgabe von Georges Simenon und habe auch die polnische Autorin Olga Tokarczuk übernommen, die den Literaturnobelpreis 2018 erhalten hat.

Im Jahr 2000 hat Jochen Jung den Verlag in Salzburg gegründet. Im Fokus steht die deutschsprachige Gegenwartsliteratur mit Schwerpunkt Österreich. Publiziert werden auch Übersetzungen aus anderen Sprachen. Zu den deutschsprachigen Autorinnen und Autoren des Verlages zählen unter anderem Peter Handke, H. C. Artmann, Robert Musil, Xaver Bayer (Österreichischer Buchpreis 2020 für "Geschichten mit Marianne"), Ursula Krechel (Deutscher Buchpreis 2012 für "Landgericht") und Daniel Wisser (Österreichischer Buchpreis 2018 für "Königin der Berge"). Ein besonderes Augenmerk legt der Verlag auf Lyrik, sowohl zeitgenössische als auch auf Klassiker.

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