Klimaaktivisten protestieren mit Thunberg in Stockholm

Wenige Tage vor der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow haben Aktivisten um Greta Thunberg ihrer Forderung nach mehr Klimaschutz noch einmal Nachdruck verliehen. Bei einem Protestmarsch durch Thunbergs Heimatstadt Stockholm waren am Freitag neben Schwedinnen und Schweden auch Klimaschützer aus besonders betroffenen Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika dabei, die in einigen Tagen zur COP26 nach Schottland fahren werden.

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© APA/TT News Agency
 

Thunberg stellte ein Video online, das einige Hundert vor allem jüngere Demonstranten auf ihrem Zug vom schwedischen Parlament bis zum Vasaparken im Norden von Stockholm zeigte. "Was müssen wir tun? Das Klima retten! Wann? Jetzt!", riefen die Teilnehmer im Chor. Parallel sollten nach Angaben der Klimabewegung Fridays for Future auch an Hunderten weiteren Orten auf der Welt Proteste stattfinden, darunter viele in Deutschland. Allein in Berlin riefen Tausende Demonstranten die künftige Bundesregierung zu mehr Klimaschutz auf.

Auch in Österreich gab es mehrere Veranstaltungen. Eine davon fand in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck statt. 1.800 bis 2.000 Menschen nahmen dort an einer Demo durch die Innenstadt teil, sagte ein Polizeisprecher der APA. Ausgangspunkt war der Vorplatz des Landestheaters. Die "Fridays for Future"-Aktivisten hatten ursprünglich auch auf die Inntalautobahn "marschieren" wollen, so der Sprecher. Dies sei aber im Vorfeld untersagt worden, weil es dann zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen, nachgelagert auch im niederrangigen Straßennetz, gekommen und auch die Versorgungssicherheit beeinträchtigt worden wäre.

Die in Stockholm protestierenden Aktivisten aus aller Welt wiesen unter anderem darauf hin, welch existenzielle Bedeutung der Kampf für das Klima in ihren eigenen Ländern habe. "Es ist so wichtig für Klimaaktivisten und die Jugend aus dem globalen Süden, für Klimagerechtigkeit zu streiken, weil wir diejenigen sind, die heute der Klimakrise begegnen und ihre Folgen bereits sehen", sagte die philippinische Aktivistin Mitzi Jonelle Tan telefonisch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir kämpfen nicht für unsere Zukunft, sondern für unsere Gegenwart."

Deshalb sei es zugleich äußerst wichtig, dass Menschen aus solchen Erdteilen bei der COP26 dabei seien, sagte die 23-Jährige. Die 18-jährige Mexikanerin Adriana Calderon merkte an, dass es für ärmere Weltregionen auch um Sichtbarkeit gehe. "Die Stimmen des globalen Südens, der am stärksten von der Klimakrise betroffen ist, sind so viele Jahre lang ignoriert worden", sagte sie der dpa.

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pescador
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Die Klimaziele werden wir nicht erreichen.

Davon gehe ich aus. Wenn man sich die schematische Darstellung ansieht, wie weit wir jetzt nach Plan schon sein müssten und wo wir tatsächlich stehen und mit welchem Tempo wir voran kommen, wird sofort klar: Wir erreichen das Klimaziel nicht.

Deswegen muss man sich auch dringend Gedanken machen, wie man mit den Folgen der Erderwärmung fertig wird. Die Folgen werden sein: Massive geopolitische Herausforderungen, Hitzewellen und Ernteausfälle gerade in den wirtschaftlich schwachen Ländern, Völkerwanderungen, Unwetterkatastrophen, steigender Meeresspiegel, Kampf um Rohstoffe und Trinkwasser, u.v.m.

Wir dürfen nicht warten bis diese Probleme vor der Tür stehen, Wir müssen uns jetzt darauf vorbereiten. Ich bin alt und werde das nicht mehr erleben. Die jungen Menschen, denen wir das Schlamassel eingebrockt haben, tun mir aber leid.