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Waffenruhe zwischen Armenien und Aserbaidschan hält nicht

Im Konflikt um die Region Berg-Karabach ist die am Samstag ausgehandelte Waffenruhe offenbar brüchig. Armenien und Aserbaidschan beschuldigten sich am Sonntag gegenseitig, die seit Mitternacht geltende Feuerpause gebrochen zu haben. Armenien erklärte, die aserbaidschanische Artillerie habe in der Nacht gefeuert. Aserbaidschan teilte mit, die Gegend um die Stadt Jabrail sei beschossen worden. Man habe deshalb angemessene Vergeltungsmaßnahmen ergriffen.

© APA (AFP)
 

Aus Berg-Karabach hieß es, die aserbaidschanische Armee habe einen Angriff auf Militärstellungen in der Enklave gestartet. Es gebe Tote und Verwundete auf beiden Seiten. Die Zahl der getöteten Soldaten seit Beginn der Kämpfe Ende September habe sich auf 673 erhöht. Aserbaidschan hatte am Samstag mitgeteilt, 60 aserbaidschanische Zivilisten seien getötet und 270 verletzt worden. Zahlen zu den militärischen Verlusten nannte Baku nicht.

Armenien und Aserbaidschan hatten bereits vor einer Woche einer Waffenruhe zugestimmt, diese wurde jedoch mehrfach gebrochen. Beide Seiten warfen sich gegenseitig Verstöße vor und berichteten über Kämpfe. Aserbaidschan beschuldigte am Samstag Armenien bei dem Beschuss der Stadt Ganja 13 Zivilisten getötet zu haben, mehr als 50 weitere Menschen seien verletzt worden. Armenien wiederum warf Aserbaidschan anhaltende Angriffe vor.

In der Region im Südkaukasus leben überwiegend christliche Armenier, die dortige Führung wird von der armenischen Regierung in Jerewan (Eriwan) unterstützt. Völkerrechtlich gehört das Gebiet zum mehrheitlich islamischen Aserbaidschan, von dem es sich jedoch 1991 losgesagt hatte. Da Armenien mit Russland verbündet ist und Aserbaidschan von der Türkei unterstützt wird, droht eine Ausweitung des Konflikts über die Region hinaus mit weitreichenden Folgen auch für die Wirtschaft. Durch den Südkaukasus laufen wichtige Erdgas- und Öl-Pipelines. Die gegenwärtigen Kämpfe begannen am 27. September und sind die schwersten seit dem Krieg 1991 bis 1994, in dem rund 30.000 Menschen getötet wurden.

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