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Angespannte Wahlen in Bolivien

Mit der Öffnung der Wahllokale haben in Bolivien die Präsidenten- und Parlamentswahlen begonnen. Gut 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen, inmitten der Corona-Pandemie und im Schatten des ehemaligen Präsidenten Evo Morales ihre Stimme abzugeben. Der Andenstaat ist politisch zerrissen zwischen Anhängern des linken Ex-Staatschefs von der Partei MAS und seinen Gegnern liberaler bis ultrarechter Ausprägung.

© APA/AFP
 

Nach der Präsidentenwahl im Oktober 2019 hatte Morales auf Druck des Militärs zurücktreten müssen. Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Morales setzte sich ins Ausland ab - eine Interimsregierung mit der erzkonservativen Übergangspräsidentin Jeanine Anez, die Neuwahlen ausrufen sollte, übernahm. Seine Anhänger und Verbündeten in der Region sprechen von einem Putsch.

In dem Andenstaat herrscht nun eine große Ungewissheit, auch wegen einer möglichen Rückkehr Morales' im Falle eines Sieges des MAS-Kandidaten und ehemaligen Wirtschaftsministers Luis Arce. Groß ist auch die Angst vor Gewalt. Am Samstagabend begann eine Operation von Polizei und Militär, um die "Ordnung der guten Regierungsführung" bei den Wahlen durchzusetzen, wie die bolivianische Zeitung "El Deber" Verteidigungsminister Fernando Lopez zitierte.

In jüngsten Umfragen kam Arce auf 33,6 Prozent, der liberale Ex-Präsident Carlos Mesa auf 26,8 Prozent und der ultrarechte Bürgerkomitee-Führer Luis Fernando Camacho auf 13,9 Prozent der Stimmen. Für einen Sieg in der ersten Runde sind mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig - oder über 40 Prozent und zehn Prozentpunkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Morales lebt im Exil in Argentinien; an den Wahlen darf er nicht teilnehmen. Die Wahlbehörde entschied, dass es keine Schnellauszählung der Stimmen am Sonntag geben werde.

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