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Mordprozess gegen Wiener: Handy des Opfers versteckt

Wegen Mordes an seiner Freundin in Floridsdorf muss sich am 13. August ein 38-jähriger Wiener vor einem Schwurgericht verantworten. Der Mann soll laut Staatsanwaltschaft mit dem Handy der jungen Frau versucht haben, eine falsche Spur zu legen. Er soll Nachrichten an Verwandte und Freunde geschickt haben, als die 28-Jährige längst tot war.

© APA/Webpic
 

Die beiden lernten sich 2017 über Facebook kennen, führten aber bald eine On-Off-Beziehung. Immer wieder trennte sich die junge Frau von dem Mann. In der Nacht auf den 23. Jänner soll es dann zu dem Tötungsdelikt gekommen sein. Das Paar war zuvor noch in einem Lokal ums Eck des Wohnhauses der 28-Jährigen in der Arnoldgasse. Zurück in der Wohnung kam es laut Staatsanwaltschaft dann zu dem brutalen Übergriff, der sich auf die Erkenntnisse der Gerichtsmedizin stützt.

Der 38-Jährige soll sie am rechten Handgelenk, an beiden Fußknöcheln und am Hals gepackt haben und solange zugedrückt haben, bis die Frau erstickte. DNA-Spuren des Mannes wurden an der Leiche gefunden. Danach schnappte er sich das Mobiltelefon und die Bankomatkarte der 27-Jährigen und fuhr nach Hause. Mit dem Handy des Opfers schrieb er dem besten Freund der jungen Frau noch eine SMS. Er tat so, als sei er die 27-Jährige, die ihren PIN-Code vergessen habe. Der Freund wunderte sich noch, weil die Frau so etwas nie vergessen hätte.

Mit dem Code hob er einmal ab - das beweist ein Überwachungsfoto - und zwei Mal tätigte er in der Nähe seiner Wohnung in Ottakring mit der Karte Kontoabfragen. Mit dem Handy soll er versucht haben, falsche Spuren zu legen. Um von sich abzulenken, schrieb er sich selbst Nachrichten auf das eigenen Handy. Den besten Freund der Frau soll er laut Anklage als "Psychopathen" dargestellt haben. Und an die besorgte Mutter schrieb er ebenfalls SMS. Die Polizei konnte jedoch feststellen, dass das Mobiltelefon die ganze Zeit über in der Nähe der Wohnadresse des 38-Jährigen eingeloggt war. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Handy und Bankomatkarte bei ihm in einem Pullover eingewickelt im Kleiderschrank gefunden.

Fünf Tage später wurde der Leichnam der 28-Jährigen von ihrem Vater entdeckt, der sich Sorgen machte und in der Wohnung nachsehen ging. Der Beschuldigte, der von Astrid Wagner vertreten wird, zeigte sich bisher nicht geständig. Die Indizien würden aber gegen ihn sprechen. Auch ihren Freunden erzählte die junge Frau immer wieder von Streitereien mit dem 38-Jährigen - einmal musste sogar die Polizei anrücken - und dass sie manchmal Angst vor ihm habe. Der Schwurprozess unter Leitung von Christina Salzborn ist für einen Tag anberaumt.

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