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Bitcoin-AttackeHacker-Angriff auf Twitter-Konten von Promis: Reiche Beute

Die Twitter-Konten von Prominenten und bekannten US-Firmen wie Apple sind Opfer von Betrügern geworden. Auf den gehackten Konten des Kurzbotschaftendienstes erschien am Mittwoch ein Aufruf, binnen 30 Minuten Bitcoins im Wert von 1.000 Dollar (880 Euro) zu überweisen. Twitter sperrte die betroffenen Accounts vorübergehend und entfernte die Aufrufe. Twitter-Chef Jack Dorsey sprach von "hartem Tag".

© APA (AFP)
 

Unter anderem auf den offiziellen Konten von Amazon-Gründer Jeff Bezos, Tesla-Chef Elon Musk oder Microsoft-Gründer Bill Gates wurde der Eindruck erweckt, die Prominenten riefen zu der Bitcoin-Spende auf - was angeblich mit einer Rückzahlung in doppelter Höhe belohnt werde. Laut der Seite Blockchain.com, die Transaktionen bei Kryptowährungen beobachtet, wurden aufgrund der betrügerischen Aktion Bitcoins im Wert von 116.000 Dollar überwiesen.

Twitter sprach zunächst von einem "Sicherheitsvorfall", an dem gearbeitet werde. "Wir fühlen uns alle schrecklich, weil das passieren konnte", schrieb Dorsey.

Rund zwei Stunden waren die Konten gesperrt, die Aufrufe wurden entfernt. Sobald klar sei, wie das genau passieren konnte, werde die Öffentlichkeit informiert, schrieb Dorsey.

"Dies ist ein Betrug, nehmen Sie nicht teil", schrieb der Mitgründer der Kryptobörse Gemini Exchange, Cameron Winklevoss, auf Twitter. Viele Kryptowährungsanbieter waren selbst von dem Hackerangriff betroffen.

Gehackt wurden darüber hinaus die Konten des US-Technikriesen Apple und des Fahrdienstleisters Uber sowie der Account von Microsoft-Mitbegründer Bill Gates. Aber auch Ex-US-Präsident Barack Obama und sein damaliger Vizepräsident Joe Biden gehörten zu den Opfern der Attacke. Biden will bei den Präsidentschaftswahlen im November gegen Amtsinhaber Donald Trump antreten. Das Wahlkampfteam des Demokraten teilte mit, Twitter habe das Konto schnell gesperrt und den kriminellen Eintrag gelöscht.

"Das Hacken beliebter Accounts zur Verbreitung von Scam-Nachrichten ist nicht neu, ebenso wenig das vermeintliche Versprechen, eine Spende zu verdoppeln. Was in diesem Fall erstaunlich ist, ist das Ausmaß des Angriffs und die Tatsache, dass die Hintermänner die verifizierten Konten vollständig übernommen haben", sagte Dmitry Galov, Sicherheitsforscher bei der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky. "Die E-Mails wurden geändert, so dass die Account-Eigentümer nicht schnell genug wieder Zugriff erlangen konnten. Dieser Betrug war äußerst effektiv: der von den Opfern eingesammelte Betrag beträgt an die 120.000 US-Dollar, und das innerhalb eines Tages."

Sicherheitsexperte Anthony Glees von der University of Buckingham warnte angesichts der Tatsache, dass hochrangige Konten kompromittiert werden konnten, davor, dass auch bei einer schnellen Reaktion des Unternehmens womöglich erheblicher Schaden verursacht werden könnte. Zudem könnten gefälschte Tweets und gehackte Accounts zu einem kritischen Zeitpunkt auch politisch eine "enorme Wirkung" entfalten, fügte er mit Blick unter anderem auf den US-Präsidentschaftswahlkampf hinzu.

Die auf Computersicherheit spezialisierten Firma Sophos riet unterdessen Twitter-Nutzern, für die eigene Sicherheit einige einfache Ratschläge zu befolgen. "Wenn eine Nachricht zu gut klingt, um wahr zu sein, ist sie zu gut, um wahr zu sein", erklärte das Unternehmen. "Wenn Musk, Gates, Apple, Biden oder eine bekannte Firma aus einer Laune heraus riesige Geldbeträge verschenken möchten, würden sie nicht verlangen, dass sie zuerst in Vorleistung gehen müssen."

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