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5.560 Covid19-Fälle in Österreich, Häftling infiziert

In Österreich ist die Zahl der nachweislich mit dem neuen Coronavirus infizierten Personen am Mittwoch erneut auf 5.560 Fälle gestiegen. Die 24-Stunden-Steigerungsrate sank allerdings von 24,26 Prozent auf 14,03 Prozent. Unter den Infizierten in Österreich ist erstmals ein Häftling. In der Justizanstalt (JA) Innsbruck wurde ein Neuzugang positiv auf SARS-CoV-2 getestet.

© APA (AFP)
 

Der Betroffene hatte sich vor Haftantritt im Gemeindegebiet von Ischgl aufgehalten, wo sich Dutzende Personen aus dem In- und Ausland mit SARS-Cov-2 infiziert haben dürften, so die Ressortmediensprecherin des Justizministeriums, Christina Ratz. In der JA Innsbruck war der Mann - in Umsetzung von Sicherheitsvorkehrungen, die vom Justizministerium bzw. der Generaldirektion für den Strafvollzug getroffen wurde - in den ersten 14 Tagen auf einer eigens geschaffenen, vom restlichen Bereich abgegrenzten Zugangsabteilung untergebracht und damit von Mitgefangenen separiert. "Die erkrankte Person war daher zu jeder Zeit isoliert und hatte nur mit geschützten Mitarbeitern der Justizwache Kontakt", betonte Ratz. So habe man eine Weiterverbreitung des Coronavirus verhindern können. Aktuell lägen keine Hinweise auf eine Infektion von anderen Insassen oder Wachpersonal vor.

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt unterdessen gegen einen Mann, der einen Lungenfacharzt Mitte März mit dem Coronavirus infiziert haben soll. Der junge Mann dürfte - wie das Ö1-"Journal um acht" berichtete - einen Mediziner getäuscht und sich als gesund ausgegeben haben, um von diesem behandelt zu werden. Er hatte in der vorvergangenen Woche die Praxis des Arztes mit eindeutigen Symptomen in Richtung Covid-19 - hohes Fieber, Husten, Atemnot - aufgesucht.

In Spittal/Drau wurde am Mittwoch die Türk-Kaserne wegen eines Corona-Verdachtsfalls gesperrt. Wie Christoph Hofmeister, Pressesprecher des Militärkommandos Kärnten, gegenüber der APA bekannt gab, hatte sich ein Soldat in der Früh mit Fieber und Husten krankgemeldet, daraufhin wurden die Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet. Der Soldat wurde getestet, mit dem Ergebnis ist am Donnerstag zu rechnen.

Insgesamt gab es in Österreich am Mittwoch (Stand 15.00 Uhr) laut den Daten des Gesundheitsministeriums 5.560 Personen, die nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert sind. Die meisten Fälle gab es erneut in Tirol mit 1.396 und Oberösterreich mit 915. Mehr als 32.400 Menschen wurden demnach bisher getestet. Wegen einer Änderung beim Zählen der Fälle wurde die detaillierte Infoseite zur Entwicklung der Corona-Situation in Österreich - - vom Netz genommen. Die wichtigsten Fallzahlen zum Coronavirus werden weiterhin zweimal täglich auf veröffentlicht.

Rund elf Prozent der Erkrankten in Österreich wurden am Mittwoch in Spitälern betreut. Von den 5.560 bestätigten Fällen mussten 1,6 Prozent (rund 90 Personen) auf Intensivstationen behandelt werden. Weitere 9,75 Prozent (rund 540 Patienten) befanden sich auf einer Normalstation, teilte das Gesundheitsministerium am späten Nachmittag mit.

Knapp 89 Prozent aller Infizierten waren mit mildem Erkrankungsverlauf in häuslicher Pflege, erläuterte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Am Vormittag war das Ministerium noch in 96 Prozent der Krankheitsfällen von einem milden Verlauf ausgegangen, die dem Ressort übermittelten Zahlen aus den Krankenhäusern waren jedoch teilweise nicht aktuell.

(S E R V I C E - Übersicht über Nachbarschaftsinitiativen und zivilgesellschaftliche Hilfsprojekte: , "Team Österreich": . Coronavirus-Hotline der AGES: 0800 555 621 täglich von 0-24 Uhr. Wer Symptome aufweist oder befürchtet, erkrankt zu sein, soll zu Hause bleiben, das Gesundheitstelefon 1450 anrufen und die dort erhaltenen Anweisungen genau befolgen.)

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