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Steiermark: Indigenen-Kunst kehrt nach Brasilien heim

Die Steiermark hat ein Zeichen in Richtung Restitution von Kulturgüter-Sammlungen an indigene Gesellschaften gesetzt. Am Montag übergab Kulturlandesrat Christopher Drexler (ÖVP) die Sammlung des 2003 gestorbenen Ethnologen und Missionars Anton Lukesch an Vertreter Brasiliens. Es handelt sich um die erste internationale Spende für das 2018 von einem Brand zerstörte Nationalmuseum in Rio de Janeiro.

 

Lukesch hatte die insgesamt 197 Kultgegenstände, Schmuck, Gebrauchsgegenstände und Waffen in rund 30 Jahren während seiner Missionstätigkeit am Rio Xingu gesammelt. Er und sein Bruder Karl widmeten sich dort insbesondere der Arbeit mit den indigenen Stämmen der Asurini, Kaiapo und Arawete.

1982 verkauften die Brüder Lukesch die Sammlung an das Land Steiermark und verwendeten den Verkaufserlös für die Errichtung einer Krankenstation im Amazonas-Gebiet. Ihre Sammlung wurde zuerst in Stainz, dann in Preding ausgestellt. 2013 wurde die Sammlung nach Köflach gebracht, wo sie bis vor Kurzem im Stadtmuseum ein trauriges Depot-Dasein fristete.

Bei der Übergabe anwesend war außer Drexler und dem Botschafter Brasiliens, Jose Antonio Marcondes, auch der Direktor des Nationalmuseums von Rio de Janeiro, Alexander Kellner, sowie der wissenschaftliche Leiter des Universalmuseums Joanneum, Wolfgang Muchitsch.

Kellner betonte die Bedeutung der Schenkung. "Heute ist ein schöner Tag. Wir bekommen zum ersten Mal, was wir brauchen." Das Joanneum ist das erste Museum, das nach der Brandkatastrophe vom 2. September 2018 dem Museum in Rio eine derartige Schenkung macht. Kellner gab sich fest überzeugt davon, dass es nun auch andere Museen dem Joanneum gleichtun würden.

Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Schenkungsvertrages wurden die letzten Gegenstände vor laufenden und klickenden Kameras in einer schmucken Holzkiste feierlich verstaut. Das Neue Nationalmuseum soll bereits im Jahr 2022, anlässlich des 200-Jahr-Staatsjubiläums Brasiliens, zumindest teilweise eröffnet werden. Bis dahin wird die geschenkte Sammlung aus der Steiermark in den Räumlichkeiten einer Sponsor-Bank des Nationalmuseums ausgestellt.

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