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75. Jahrestag Dresden gedenkt der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

"Wenn wir heute an die Geschichte des Bombenkrieges in unserem Land erinnern, dann erinnern wir an beides: an das Leid der Menschen in deutschen Städten und an das Leid, das Deutsche anderen zugefügt haben", sagte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. "Wir vergessen die deutsche Schuld nicht."

75. Jahrestag der Zerstoerung Dresdens
Dresden erinnert an die Opfer im Zweiten Weltkrieg © dpa-Zentralbild/Robert Michael
 

Gedenken und Mahnen in Dresden: 75 Jahre nach der Zerstörung der deutschen Stadt haben am Donnerstag Bürger und Politiker an die Opfer erinnert und zugleich ein Zeichen für Frieden und Weltoffenheit gesetzt. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte an alle Demokraten, sich neuem Antisemitismus und Geschichtsverfälschern entschieden zu widersetzen.

Er warnte bei der zentralen Gedenkveranstaltung im Kulturpalast zugleich vor einer politischen Instrumentalisierung der Bombenopfer. Bei den Luftangriffen alliierter Bomber auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 waren bis zu 25.000 Menschen getötet worden. Die Altstadt wurde fast völlig zerstört, berühmte Bauten wie Zwinger und Frauenkirche brannten aus.

"Vergessen die deutsche Schuld nicht."

Steinmeier erinnerte daran, dass nicht nur Dresden, sondern auch viele andere Städte in Deutschland und Europa Bombardements erlebten. "Wenn wir heute an die Geschichte des Bombenkrieges in unserem Land erinnern, dann erinnern wir an beides: an das Leid der Menschen in deutschen Städten und an das Leid, das Deutsche anderen zugefügt haben", sagte Steinmeier. "Wir vergessen die deutsche Schuld nicht."

Er wandte sich ausdrücklich gegen eine politische Instrumentalisierung des Gedenkens. Viel zu oft und viel zu lange sei die Geschichte der Luftangriffe auf Dresden ideologisch vereinnahmt worden, erst von den Nationalsozialisten, dann vom SED-Regime. "Und auch in diesem Gedenkjahr müssen wir erleben, wie politische Kräfte die Geschichte manipulieren, umdeuten und als Waffe missbrauchen wollen", warnte Steinmeier. Weder dürfe deutsches Unrecht kleingeredet, noch dürfe das Leid der Bombenopfer bagatellisiert werden.

Widerstand gegen Angriffe auf die Demokratie

Mit deutlichen Worte rief der Bundespräsident zum Widerstand gegen Angriffe auf die Demokratie auf. "Wir erleben, wie auch in unserem Land Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit das öffentliche Leben wieder zu vergiften beginnen, wie Rechtsstaat und demokratische Institutionen verächtlich gemacht und ihre Repräsentanten beleidigt und angegriffen werden." Es reiche nicht, wenn Demokraten sich angewidert abwendeten. "Nichts davon darf in unserem Land unwidersprochen bleiben", forderte Steinmeier.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) betonte: "Wir alle tragen Verantwortung für unsere Demokratie und ein friedliches Miteinander." Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) rief dazu auf, nicht zuzulassen, "dass Dresden erneut zerstört wird". Zerstörung beginne dort, wo Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihres Glaubens angegriffen würden.

Auf Friedhöfen und an anderen Gedenkorten wurde in Dresden ebenfalls der Opfer des Kriegs gedacht, in der wiedererrichteten Frauenkirche entzündeten viele Menschen Kerzen. Auf dem Heidefriedhof, wo erstmals die Namen von Opfern verlesen wurden, störten laut Polizei etwa 25 linke Demonstranten die Gedenkveranstaltung mit lautstarken Zwischenrufen. Sie protestierten dagegen, dass damit auch Täter geehrt würden.

Auf der anderen Seite versuchen Rechtsextreme seit langem, den Jahrestag der Zerstörung Dresdens für ihre Zwecke zu missbrauchen. Aufgrund der starken Gegenproteste wurden größere Neonaziaufmärsche rund um den 13. Februar in den vergangenen Jahren verhindert.

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heri13
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5
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Dafür hat der Massenmörder Bomber General Harris ,noch ein Denkmal in London bekommen.

Der Krieg war aus, er lies trotzdem Dresden bombardieren.

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paulrandig
4
3
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Egal, wie strategisch sinnvoll es war,...

...aber wir dürfen nicht vergessen, dass es eine Folge davon war, dass sich Leute aufwiegeln haben lassen, dass ein Diktator Erfolg hatte die Herrschaft an sich zu reißen, weil genügend bereit waren ihm zu folgen, dass Zwietracht und Feindbilder in Krieg münden, wenn man sich nicht schon auf breiter Front gegen deren Anfänge wehrt.
Wir leben jetzt wieder in einer Zeit, in der das Gegeneinander wächst und das Miteinander einfach zu wenig Reiz hat, denn dabei müsste man sich mit dem Fremden und dem Anderen auseinandersetzen, während die algorythmischen Blasen immer nur das Bekannte verstärken und den Rest abschotten.
Gleichzeitig sinkt die Befürwortung der Demokratie, und immer mehr wollen einen Starken Mann.
DAS sind die Anfänge, nicht Putsche und Staatsstreiche, die sind nur eine Folge, weil sie nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn die Grundstimmung in der Bevölkerung passt. Wir sind mittendrin, und den meisten ist es einfach wurscht. Wird schon nix passieren. Genau das haben sich die Syrer auch gedacht, als sie noch unseren Standard hatten...

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