Der Irak wird seit Oktober von einer beispiellosen Protestwelle erschüttert, an der sich Hunderttausende Menschen beteiligten. Fast 460 Menschen wurden seitdem getötet und mehr als 250.000 weitere verletzt.

Nach der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani bei einem US-Drohnenangriff im Irak hatten die Proteste zunächst nachgelassen. Die Regierungsgegner befürchteten, dass der Irak zum Schauplatz eines bewaffneten Konflikts zwischen Washington und Teheran werden könnte. Mittlerweile haben sie die Proteste aber wieder verstärkt. Sie sind verärgert über die schleppenden Reformen und haben der Regierung ein Ultimatum bis Montag gesetzt.

Die Demonstranten werfen der Regierung und der gesamten irakischen Elite Korruption und Untätigkeit vor. Der Rücktritt von Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi im November konnte den Unmut nicht dämpfen. Die Demonstranten fordern ein neues Wahlgesetz und Neuwahlen, eine neue Regierung und die Bestrafung korrupter Beamter.