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Frankreichs Nationalfeiertag im Zeichen der EU-Verteidigung

Der französische Nationalfeiertag ist in diesem Jahr im Zeichen der europäischen Verteidigung gestanden: An der großen Militärparade zum 14. Juli in Paris beteiligten sich Soldaten aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien. Präsident Macron wollte offenbar Europas militärische Schlagkraft demonstrieren. Am Rande gab es Proteste der "Gelbwesten", etwa 150 Personen wurden festgenommen.

© APA (AFP)
 

Insgesamt marschierten rund 4.300 Soldaten auf, ferner waren fast 200 Fahrzeuge, 237 Pferde, 69 Flugzeuge und 39 Hubschrauber zu sehen. Vertreter von insgesamt zehn europäischen Ländern verfolgten die Militärparade, darunter natürlich auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Vor der Parade hatte Macron mit Generalstabschef Francois Lecointre die Truppen in einem offenen Militärjeep fahrend inspiziert. Beim Eintreffen des Staatschefs waren Pfiffe von Vertretern der Protestbewegung der "Gelbwesten" zu hören.

Rund 40 "Gelbwesten" wollten sich gewaltsam Zugang zu den Champs-Elysées verschaffen, wurden aber von Sicherheitskräften abgedrängt, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Zwei prominente Vertreter wurden nach AFP-Informationen in Gewahrsam genommen. Insgesamt gab es nach Angaben der Sicherheitskräfte rund 150 vorläufige Festnahmen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten zu zerstreuen.

Wenige Stunden nach dem Ende der Militärparade errichteten in der Nähe des Triumphbogens schwarz vermummte Demonstranten am Sonntag Barrikaden aus Absperrgittern und zündeten Mülleimer an, wie AFP-Reporter berichteten. Zahlreiche Bereitschaftspolizisten waren auf dem Boulevard Champs-Elysées im Einsatz. Sie setzten Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen.

Die Parade fand unter extrem hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Auch Soldaten der Anti-Terror-Einheit waren im Einsatz. Die Erinnerung an den Anschlag von Nizza vor zwei Jahren ist in Frankreich noch wach: 2017 hatte ein Islamist nach den Feierlichkeiten zum 14. Juli einen Lastwagen in die Menge gelenkt und 86 Menschen getötet.

Mit der traditionellen Militärparade wird an den Jahrestag des Sturms auf die Bastille erinnert. Er gilt als Auftakt zur Französischen Revolution von 1789. Nach der Militärparade lud Macron die Gäste zu einem gemeinsamen Mittagessen in den Elysée-Palast. Daran nahmen unter anderem auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker teil.

Am Vorabend des Nationalfeiertags hatte Macron den Aufbau eines französischen militärischen Raumfahrtkommandos angekündigt. Das Kommando werde ab September bei der Luftwaffe angesiedelt, diese werde später zu "Luft- und Weltraumstreitkräften" ausgeweitet, sagte Macron während eines traditionellen Militärempfangs.

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