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Federer mit fast 38 um 21. Major-Titel - Nun wartet Djokovic

Roger Federer hat es also mit fast 38 Jahren noch einmal geschafft: Der Schweizer steht nach einem mitreißenden Viersatz-Sieg im Halbfinale über French-Open-Sieger Rafael Nadal zum 12. Mal im Endspiel von Wimbledon. Für Federer geht es nun am Sonntag (15.00 Uhr) gegen den nächsten der "big three" im Tennis: Titelverteidiger Novak Djokovic steht ihm auf dem Weg zum 21. Major-Titel im Weg.

© APA (AFP)
 

Dass die drei so überragenden Tennis-Stars auch im Kampf um Rekorde und Bestenlisten immer noch ganz vorne mitmischen, ist an sich schon sehr bemerkenswert. Für Federer geht es gegen den "Djoker" auch darum, gegenüber Nadal (18 Major-Titel) und Djokovic (bisher 15) wieder vorzulegen. Zudem kann der vierfache Familienvater seine Regentschaft auf dem "heiligen Rasen" zurückholen und mit dem neunten Titel auch mit Martina Navratilova (ebenfalls 9 Einzel-Titel an der Church Road) gleichziehen.

In den Stunden unmittelbar nach dem 16. Sieg im 40. Duell mit dem allein zwölffachen Roland-Garros-Champion Nadal überwog bei Federer aber vorerst die Freude über den Sieg. In Paris hatte Federer im Halbfinale gegen Sandplatz-König Nadal noch verloren, auf "seinem" Terrain schlug er aber zurück. Elf Jahre nach dem als eines der besten Matches überhaupt geltenden Wimbledonfinale gegen den späteren Champ Nadal gelang Federer auch diesbezüglich eine späte Revanche. Das Semifinale war sein 101. Einzelsieg allein im Rasen-"Mekka" und hat für ihn einen hohen Stellenwert.

"Es ist immer sehr cool, hier gegen Rafa zu spielen, vor allem weil das letzte Mal so lange her ist. Wir haben beide sehr gut begonnen und dann am Schluss dieser Höhepunkt, dieses verrückte letzte Game mit einigen wahnsinnigen Ballwechseln. Die Partie wird mir als eine meiner Lieblingspartien in Erinnerung bleiben, weil es Rafa ist, Wimbledon, die unglaubliche Atmosphäre und das schöne Wetter."

Federer, der am 8. August 38 Jahre jung wird, hat am Freitag ein verfrühtes Geburtstagsständchen gehört. Der Grund? "Die Kinder haben mir nach dem Match ein happy birthday gesungen", erzählte der Weltranglisten-Dritte, der im Ranking mit einem Finalsieg Nadal überholen könnte, lachend. "Sie haben gewusst, dass ich gewonnen habe und das ist vermutlich das einzige 'Happy-Lied', das sie kennen."

Er hätte wohl nichts dagegen, wenn er es auch am Sonntag nochmals hört. Gegen Djokovic hat Federer noch öfter gespielt als gegen Nadal und mit 22:25 eine leicht negative Bilanz. Von den vergangenen zehn Kräftemessen mit dem 32-jährigen Serben hat Federer nur zwei gewonnen, die vergangenen vier (zuletzt im Semifinale von Paris-Bercy 2018) hatte allesamt Djokovic gewonnen.

Ähnlich wie es auch Österreichs Weltranglisten-Vierter Dominic Thiem immer wieder ausdrückt: Um einen Grand-Slam-Titel zu holen, muss man meistens zweimal hintereinander einen der "big three" schlagen. Dies gilt nun auch für Federer im Kampf um den mit umgerechnet 2,62 Mio. Euro dotierten Siegerscheck. "Wenn es hier vielleicht noch einen härteren Brocken gibt als Rafa, dann ist es Novak. Er hat wieder ein unglaubliches Jahr gespielt, Wahnsinn!", zollte Federer dem Serben Respekt. "Wichtig ist, dass ich mit Selbstvertrauen in die Partie gehe. Ich weiß, dass ich eine gute Leistung bringen muss, aber auch bringen kann."

Für Djokovic, der zuvor mit einem Viersatz-Sieg den Lauf von Roberto Bautista Agut (ESP) in dessen erstem Major-Halbfinale beendet hatte, ist es immerhin auch schon sein sechstes Wimbledon-Endspiel. "Davon habe ich als Kind immer geträumt, dafür habe ich gearbeitet", sagte der diesjährige Australian-Open-Sieger. Er war in Paris im Halbfinale von Thiem daran gehindert worden, seinen zweiten Karriere-Grand-Slam (vier Majors in Folge) zu schaffen.

Djokovic hatte den etwas leichteren Weg ins Finale, gab außer im Halbfinale auch in Runde drei (gegen Hubert Hurkacz/POL) einen Satz ab. Federer nach rostigem Erstrunden-Start gegen Lloyd Harris (RSA) und verlorenem Auftaktsatz auch im Viertelfinale gegen Kei Nishikori und eben gegen Nadal. Djokovic hat gegen Federer zweimal im Wimbledon-Finale gespielt und beide 2014 und 2015 gewonnen. Davor hatte der Eidgenosse 2012 im Halbfinale an der Church Road die Oberhand behalten. Gewinnt Federer in seinem insgesamt 31. Major-Endspiel, dann ist er mit 37 Jahren und 340 Tagen der älteste Grand-Slam-Sieger der Profiära.

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