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Manager Wolf Zeuge in Prozess wegen Millionenbetrugs

Im Prozess um einen Millionenbetrug beim Bau eines Supersportwagens in Wien ist am Donnerstag Manager Siegfried Wolf in den Zeugenstand gerufen worden. Der Ex-Magna-Chef wehrte sich gegen die Behauptung des Angeklagten, er hätte in das Projekt investieren wollen. "Nie und nimmer habe ich diese Zusage gemacht", sagte der Manager in der Befragung durch Richter Christian Noe.

© APA
 

Der 37-jährige Beschuldigte hatte bei Prozessauftakt im Wiener Straflandesgericht am Mittwoch davon gesprochen, dass er von Wolf eine Investitionszusage in der Höhe von 20 Millionen für 25 Prozent Firmenanteile hatte. "Absolut nicht", widersprach Wolf.

Der Manager wurde im Herbst 2017 von dem Angeklagten über Whatsapp angeschrieben. "Wir kennen uns", ließ der 37-Jährige wissen, und er habe dem Manager das Projekt für den Bau eines 1.325 PS starken Hypercars beschrieben. Dazu schickte der Autokonstrukteur die Projektbeschreibung und eine Bitte um einen Termin bei Wolf. Weil er gerne junge österreichische Unternehmer unterstütze, habe er "sich breit schlagen lassen". Fortan beriet Wolf den 37-Jährigen und sein Team kostenlos. "Eine tolle Mannschaft, Leute mit Herzblut. Einige von ihnen würde ich sofort anstellen", erzählte Wolf.

Der Manager, der mittlerweile im Aufsichtsrat beim deutschen Autobauer Porsche sitzt, beriet die junge Truppe vor allem über Packaging, damit sie "nicht die selben Fehler machen, die ich schon hinter mir habe". Dabei handelt es sich um das Verhältnis zwischen Fahrzeuggröße und nutzbarem Raum des künftigen Autos, was auch in Sicherheitsbelangen wichtig ist. Wolf habe den 37-Jährigen auch darauf aufmerksam gemacht, dass er mit den veranschlagten Kosten von 20 Millionen Euro nicht auskommen werde. Der Unternehmer ging von 60 bis 70 Millionen Euro aus.

Im Frühjahr 2018 wurde Wolf klar: "Mir ist dieses Projekt nicht mehr ganz rund vorgekommen", und er distanzierte sich davon. Daraufhin hätte ihn der 37-Jährige immer wieder kontaktiert und mit Nachrichten bombardiert. Auf die meisten habe er nicht mehr reagiert, meinte er im Zeugenstand. "Ich hab' ihm gesagt, es wird auch nicht besser und meine Zeit wird auch nicht mehr, wenn du mich stündlich anrufst." Auf die Frage des Richters, ob es vielleicht eine mündliche Zusage gegeben habe und dies in der Branche üblich sei, meinte Wolf: "Ich weiß nicht, in welcher Automobilbranche er gearbeitet hat, aber in meiner Geschäftswelt ist das sicherlich nicht der Fall."

Als Wolf dann von jenem Immobilienunternehmer, der dem 37-jährigen Angeklagten 780.000 Euro überlassen hatte, kontaktiert wurde, sagte Wolf: "Ich bin mir vorgekommen wie in einem schlechten Film." Denn dieser Mann forderte ihn auf, endlich das Investment zu tätigen, damit er seine verliehenen 780.000 Euro wieder bekommt.

"Ich habe in keinster Weise als Investor zugesagt", meinte Wolf, er habe jungen Menschen helfen wollen. Zugewandt zum Angeklagten meinte er: "Ich verfluche diese Stunde, wo ich auf deine Whatsapp geantwortet habe." "Das muss ich in aller Deutlichkeit sagen." Denn Wolf war aufgrund der Anzeige des Immobilienunternehmers zunächst ebenfalls als Verdächtiger geführt worden.

Nach der Befragung des Immobilienunternehmers, der dem Autokonstrukteur 780.000 Euro überlassen hatte, ist der Prozess um den Millionenbetrug am Donnerstagnachmittag vertagt worden. Am 24. Juli sollen weitere Zeugen gehört werden, die über den angeklagten gewerbsmäßig schweren Betrug Auskunft geben können.

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