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ImPulsTanz startet mit "Macbeth"

65 Produktionen in 21 Spielstätten vom Burgtheater über Odeon, mumok und Leopold Museum bis zur Zacherlfabrik stehen bei der 36. Ausgabe des Wiener Festivals ImPulsTanz auf dem Programm. Von 11. Juli bis 11. August gibt es u.a. sechs Uraufführungen und 36 Österreichische Erstaufführungen. Eröffnet wird mit der in Linz rekonstruierten "Macbeth"-Inszenierung Johann Kresniks im Volkstheater.

 

"'Macbeth' ist nach wie vor hochaktuell", sagte Intendant Karl Regensburger bei der heutigen Programm-Pressekonferenz. Kresnik bezog sich bei der Uraufführung 1988 in Heidelberg auf die Affäre rund um den Tod des CDU-Politikers Uwe Barschel und sieht viele Parallelen zu den politischen Mechanismen von heute, wie er betonte. Das einstige Skandalstück mit einem Bühnenbild von Gottfried Helnwein und der Musik von Kurt Schwertsik wird am 11. und 13. Juli gezeigt. "Politisch finde ich hoch interessant, dass jemand, der korrupt ist, in der Wählerzustimmung steigt", meinte der Komponist zur Aktualität des Stücks hinsichtlich Ibiza-Video und seinen Folgen.

Der 2009 verstorbenen Pina Bausch ist ab dem 16. Juli im Burgtheater ein Gastspiel mit der "Masurca Fogo" gewidmet: Das vor 20 Jahren uraufgeführte Stück bedient sich am portugiesischen Flair zwischen Blumigkeit und Melancholie. "Ich denke, dass Pina Bausch unglaublich aktuell ist. Unsere Aufgabe ist es, dieses Werk weiterzutragen", sagte Bettina Wagner-Bergelt, die Intendantin des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch. "Der Umgang mit diesem Erbe ist daher einerseits leicht, andererseits eine unglaubliche Herausforderung."

Der südafrikanische Performer und bildende Künstler Steven Cohen gastiert ab 17. Juli im Odeon mit einer in der jüdischen Tradition verwurzelten "performativen Zeremonie" in Andenken an seinen verstorbenen Partner. "put your heart under your feet...and walk!" sehe "wie eine Arbeit über den Tod aus, ist es aber nicht: Es geht um Liebe", sagte Cohen, der davor warnte, dass seine Arbeit schwierig sei. "Aber ins Theater zu gehen ist nicht wie ins Kino zu gehen: Es ist ein gefährlicher Ort, wo echte Kunst passiert."

Zu den weiteren angekündigten Künstlern zählen Mette Ingvartsen, Boris Charmatz, Annie Dorsen, Michael Laub, Philipp Gehmacher und Chris Haring mit Liquid Loft. Zwölf Produktionen werden im Rahmen der "[8:tension] Young Choreographers' Series" präsentiert. Dabei sollen junge Choreografen von Sao Paulo über Kairo bis Moskau "ein komplexes und sinnliches Porträt unserer Zeit" vermitteln. Die Ausgangspunkte sind dabei vielfältig und reichen vom antiken Orakel bis zu Yung Hurns Wien-Hymne "Pillen".

Neben Aufführungen, Buchpräsentationen, Symposien, Talks, Filmvorführungen und 237 Workshops mit 141 Dozenten gibt es auch drei Ausstellungen im Programm: In der Galerie OstLicht sind Tanzfotos ausgestellt, im Bildraum 07 steht das 20-Jahr-Jubiläum der Cie. Willi Dorner und im Odeon und dem Lokal Spitzer das Lebenswerk Ulrike Kaufmanns im Zentrum. Die Ausstellung "Dance of Urgency" im Q21 wird dagegen Schauplatz einer getanzten "Raveolution", im mumok wird die Ausstellung "Pattern and Decoration" mit tänzerischen und performativen Interventionen ergänzt.

(S E R V I C E - Festival ImPulsTanz, 11. Juli bis 11. August, Karten im Vorverkauf: 01 / 712 54 00-111, )

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