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Hamilton kämpfte sich mit "Spirit von Niki" zum Monaco-Sieg

Erstmals in diesem Jahr hat es am Sonntag keinen Formel-1-Doppelsieg von Mercedes gegeben. In Monaco triumphierte sechs Tage nach dem Tod von Niki Lauda zwar WM-Titelverteidiger Lewis Hamilton, auf Platz zwei kam allerdings Ferrari-Mann Sebastian Vettel. Valtteri Bottas musste sich mit Rang drei begnügen. Den viertplatzierten Max Verstappen kostete eine Zeitstrafe ein besseres Resultat.

© APA (AFP)
 

Der Red-Bull-Pilot, der als Zweiter über den Zielstrich fuhr, bekam wegen zu frühen Losfahrens in der Box eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt, die am Ende zu seiner Gesamtzeit addiert wurde. Der Niederländer und sein Team hatten mit der Aktion während einer Safety-Car-Phase ab der 11. Runde den früher weggefahrenen Bottas gefährdet.

"Das war das härteste Rennen, das ich, denke ich, gehabt habe", sagte Hamilton nach seinem 77. Grand-Prix-Sieg. "Ich habe aber mit dem Spirit von Niki gekämpft. Ich weiß, dass er jetzt hinunterschaut und seine Kappe zücken wird." Nach dem Stopp fuhren der Brite und Verstappen dicht hintereinander, Hamilton kämpfte heftig mit seinen rasch abbauenden Medium-Reifen. "Wir müssen auf ein Wunder hoffen", unkte Hamilton 19 Runden vor Schluss bereits.

In der vorvorletzten Runde kam es in der Hafenschikane zur Attacke von Verstappen und einer leichten Berührung. Hamilton sah den heranfliegenden Holländer laut eigener Aussage aber im Rückspiegel und fuhr geradeaus. "Ich habe das Auto irgendwie um den Kurs gebracht", betonte der 34-Jährige. "Ich habe gedacht: Was würde Niki in dem Moment machen?"

Seiner Meinung nach war die Reifenwahl der Strategen die falsche. Mercedes-Teamchef Toto Wolff stimmte zu: "Das war ein Fehler. Ich glaube, der Hard-Reifen wäre der richtige gewesen. Aber er hat es am Ende gerettet." Dennoch habe das Team wieder einen grandiosen Job gemacht. Es war der sechste Mercedes-Sieg im sechsten WM-Lauf 2019.

Auch Vettel verwies in seiner ersten Stellungnahme auf Lauda, der am Montag im Alter von 70 Jahren in Zürich gestorben war. "Heute geht es wirklich um Niki. Er war eine Ikone in der Vergangenheit, und er wird das auch in Zukunft sein", meinte der Deutsche, der nach seinem besten Ergebnis in diesem Jahr Verstappen in der WM-Wertung überholte und auf Platz drei rückte. An der Spitze baute Hamilton seinen Vorsprung auf seinen Teamkollegen Bottas auf 17 Punkte aus.

Vor dem Rennen gab es bewegende Momente zu Ehren von Lauda. Um 14.52 Uhr stellten sich die 20 Fahrer zu einer Schweigeminute auf der Start- und Zielgeraden in einem Kreis zusammen, in der Mitte auf einem schwarzen Sockel lag ein roter Helm des dreimaligen Weltmeisters Lauda. Alle Fahrer und zahlreiche Offizielle, Zuschauer und Medienvertreter trugen rote "NIKI"-Kappen.

Als die Schweigeminute vorbei war, ertönten die Hupen der unzähligen Jachten im Hafen des Fürstentums. Alle Mercedes-Mitarbeiter trugen rote Kappen und schwarze Armbinden. Das Rennen bestritten Hamilton und Vettel mit einem roten Helm.

Für Charles Leclerc geriet das erste Heimrennen mit Ferrari zu einer Katastrophe. In der zehnten Runde wurde der 21-jährige Monegasse von einem zerfetzten Hinterreifen zurückgeworfen, deswegen kam es zum Einsatz des Safety Car. Als Spätfolge des Schadens am Wagen beendete Leclerc in der 18. Runde in der Box sein Rennen.

Beim Reifenwechsel während des Safety Cars verschraubten die Red-Bull-Mechaniker Verstappens Walzen schneller als die Mercedes-Kollegen. Als der Niederländer wieder auf das Gaspedal stieg, quetschte er sich in der Boxengasse vor Bottas, touchierte dabei das Auto seines Konkurrenten (Bottas: "Er hat mich an die Mauer gedrückt"). Verstappen lag jetzt vor dem Finnen, der in der nächsten Runde noch einmal an die Box musste. Dadurch war Vettel plötzlich Dritter.

Bei Red Bull konnte man die Strafe nach Rennende nicht nachvollziehen. "Das Team hat nichts falsch gemacht", betonte Verstappen. "Ich habe eine Strafe bekommen, das ist schade." Motorsport-Konsulent Helmut Marko formulierte wie gewöhnlich etwas schärfer: "Unsafe release? Wir waren vorn mit der Nase", sagte der Steirer im ORF-Interview. "Die Stewards sind, glaube ich, nicht große Fans vom Max."

Beim Zwischenfall um Hamilton und Verstappen gegen Rennende ist seiner Meinung nach "Hamilton links hinübergezogen. Also wenn, dann müsste der was ausfassen, was aber, nachdem er heute ein rotes Kapperl aufhat, sicher nicht der Fall sein wird", argumentierte Marko. "Positiv ist, der Speed von beiden Fahrern war super." Der zweite Red-Bull-Pilot Pierre Gasly wurde Fünfter und holte den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde.

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